Aktuelle Neuerscheinungen

Matthes & Seitz Berlin aktuell

  • »Die Runde um den Tisch schwieg. Man goss Wodka nach, trank, wischte sich mit dem Ärmel den Mund ab. Dann begann man, die dumpfen Stimmen gesenkt, vom seltsamen Verschwinden der Zeit zu sprechen. Praktisch alle, die diesen Sommer auf Expedition gewesen waren, hatten das erlebt. Zuerst verlief die Zeit normal, dann verschwand sie plötzlich wie ein Fluss unter der Erde und hinterließ die strahlende Welt in seliger Reglosigkeit...« Olga Slawnikowas barocker Thriller »2017« erzählt eine Geschichte von Liebe, Korruption und Edelstein-Expeditionen.

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  • »Erst ein gereizter Ausruf. Wütendes Zurückweisen. Ein Schrei. Zwei Schreie kurz nacheinander, in ein paar Honigwaben des Herbstes. Noch lebten die Bienen des Imperiums. Summten von Süd nach West, von Ost nach Süd, von Nord nach West, Süd und Ost. Aber sie hatten nicht lange, hatten so gut wie gar keine Zeit, zehn Jahre. Rechnen Sie, wann das war.« Alexander Goldsteins »Denk an Famagusta« ist ein Solitär der jüngeren russischsprachigen Literatur, jetzt erstmals ins Deutsche übertragen.

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  • »Menschen sind gierig nach Fleisch. Sie wollen es verschlucken und sich einverleiben, möchten es mit dem eigenen Fleisch umfangen oder in es eindringen. Sie wollen es sehen, in ›Körperwelten‹, Kriegsfilmen und Splattermovies. ... Die Vorstellung von Fleisch erhitzt ihre Fantasien und versorgt ihre Albträume mit bizarren Ereignissen.« Volker Demuth geht in seiner kulturgeschichtlichen Studie dem Verhältnis des Menschen zu seinem eigenen und zum fremden Fleisch nach.

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  •  Longlist Deutscher Buchpreis 2016

    Longlist Deutscher Buchpreis 2016

    »Wir müssen neue Wege finden, werde ich sagen, und es liegt an uns, damit zu beginnen, Margit, mein Mädchen, ich wollte dir schreiben, ich wollte schreiben: Ich musste weg von hier. Ich werde weitersprechen, ich werde nicht aufhören damit, ich werde sagen: Es soll keinen Aufschub geben, der Zeitpunkt ist gut gewählt.« Eines Tages lässt der pensionierte Lehrer Karl sein altes Leben zurück und macht sich auf die Suche nach dem Glück. Anna Weidenholzer erzählt in ihrem neuen Roman »Weshalb die Herren Seesterne tragen« von seiner eigenwilligen Erkundungsreise.

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  • »So long, Luise« ist Aufschrei und Liebeserklärung, Testament und Beichte - ein schonungsloser Rückblick auf das Leben einer gefeierten Schriftstellerin, der Gewissheiten restlos zertrümmert. »Hier im Park des alten Hotels weiß ich, dass ich viel besessen, so manches von eigener Hand errichtet habe und wir nichts weiter besitzen als die Fähigkeit und vielleicht das Talent, unter der Weide auf einer Sonnenliege ausgestreckt neu zu erschaffen, was wir vermeintlich bereits erlebt haben.« Nach »Mit heiler Haut« der zweite Roman der Französin Céline Minard bei Matthes & Seitz Berlin in der Übersetzung von Nathalie Mälzer.

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  • »Mehrere kamerunische Könige hatten ein Schreiben an die Direktion des Musée des Arts premiers adressiert, ›mit Abschrift an die Ministerin‹, wie der Brief präzisierte. Der diensthabende Kurator hätte ihn beinahe für das Werk eines Witzboldes halten können, doch bewies paradoxerweise gerade der Stil die Authentizität des Briefes. Die Versammlung der Chefs der Bamileke forderte freien Museumseintritt für das Volk der Bamileke (ungefähr 200 000 Seelen).«

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