Zakhar Prilepin nominiert für den Internationalen Literaturpreis ILP Haus der Kulturen der Welt

Die Zukunft der Demokratie. Der neue Essay von Byung-Chul Han

Byung-Chul Han legt mit ›Digitale Rationalität und das Ende des kommunikativen Handelns‹ eine Theorie der Demokratie vor, die mit Habermas’ einflussreicher Diskurstheorie radikal bricht. Er übersetzt die digitale Revolution ins Politische und ersetzt Habermas’ ›kommunikative Vernunft‹ durch eine digitale Rationalität. Das Ergebnis ist gleichermaßen überraschend wie bezwingend. Han entwirft eine Vision von einer radikal anderen Form der Politik und Demokratie, die auch über die direkte Demokratie oder ›Schwarmdemokratie‹ hinausgeht. Er beschreibt eine Politik ohne ›Politiker‹ und eine Demokratie, die ohne ›Kommunikation‹ und ›Öffentlichkeit‹ auskommt. Han kündigt das Ende der politischen Partei und der Ideologie an. [...]
Liebe, Kino, Bomben und Vernichtung

Am 24. Dezember 1942 beginnt die fünfzehnjährige Brigitte Eicke, Lehrling im Büro eines Kaufhauskonzerns in den Hackeschen Höfen in Berlin, Aufzeichnungen in einem kleinen Taschenkalender. Was als Kurzschriftübung beginnt, entwickelt sich zu einem ausführlichen Zeitdokument aus der Sicht eines jungen Mädchens. Sie schreibt über ihren Alltag in Berlin zwischen Prenzlauer Berg und Hackeschem Markt, von den Liebesbriefen von der Front, Küssen in dunklen Hausfluren, Zoff mit der Mutter, Luftschutzwachen, selbstgeschneiderten Kleidern und ausgelagerten Koffern, ihren Lektüren und Kinobesuchen, Bombenangriffen, den Heimabenden als BDM-Mädchen, bis zu Tänzen nach Grammophon und ihre Ausflüge nach Grünau oder zu den Verwandten jenseits der Oder. Zur selben Zeit fällt Stalingrad, werden die jüdischen Nachbarn abgeholt, Berlin zeitweise dreimal am Tag von Bombenflugzeugen angegriffen, erobert die Rote Armee die Stadt, ändert sich alles und gleichzeitig doch wenig. Aus dem BDM-Mädchen wird die Sekretärin im Antifaschistischen Jugendausschuss.
Rechfertigung des sinnlosen Reisens - Die Insel

Wassili Golovanovs Roman ist die literarische Überraschung Russlands der letzten Jahre: Mit unerhörter Intensität und getränkt von Mythen, Märchen und Legenden beschreibt der Journalist und Schriftsteller Wassili Golowanow seine Reisen auf eine einsame Insel in der östlichen Barentssee. Er entwirft eine Sinfonie der Region, die sich aus geologischen, mythischen und historischen Elementen zusammensetzt. Golowanow bereist damit nicht nur einen extremen Ort, sondern dringt auch in das Herz der russischen Seele vor.


























