Diese von Jean Montmort herausgegebene Aphorismensammlung Julien Tormas, des pataphysischsten aller Pataphysiker, erschien erstmals 1926, nach seiner Bekanntschaft u.a. mit Robert Desnos, René Crevel und René Daumal. In den Euphorismen erläutert er seine poetologischen Ideen und wies damit Generationen von Dichtern einen Weg: »Hört auf zu denken« lautet sein Aufruf, um dem Denken »die fundamentale und undenkbare Doppeldeutigkeit zurückzugeben, die die Wirklichkeit selbst ist«.
Er wollte die Sprache »entknöchern« und der Literatur entreißen. Ein Jahr nach der Veröffentlichung dieses Buches verabschiedete er sich wie Rimbaud von der Literatur. Er reiste viel und bewarb sich schließlich um eine Hauslehrerstelle in Tirol. Ehe er sie antrat, verschwand er »im Berg«.
»Um Erfolg zu haben, verkaufen Sie das Reale oder das Irreale. Seien Sie Banker oder Poet. Der Unterschied ist ganz oberflächlich.«
Julien Torma
Stimmen
»Man spürt bei den meisten der kleinen Texte, dass die eigentlich notwendigen Anschlussstecker herausgezogen wurden. Sie laufen mit Notstromaggregat, das sich aus der Bereitwilligkeit des Lesers speist. Das ist phänomenal und insofern dann doch mit das Coolste, was man überhaupt lesen kann.«
Dieter Wenk, www.textem.de, 06. November 2009
»Die nun mit einem luziden Nachwort in deutscher Übersetzung vorliegenden Euphorismen von Julien Torma legen uns nahe, dass dieser poetische Sonderling wirklich existiert und mit seinen Fragmenten offensichtlich auch Erfolg gehabt hat.«
Ursula Pia Jauch, NZZ, 17. November 2009
»Als »ein völlig von der Mehrdeutigkeit der Dinge und Wörter überzeugter Mensch« macht Julien Torma es sich zur dichterischen Aufgabe, Wörter und Dinge »wenigstens vollkommen durcheinander zu bringen«, dies mit der kalkulierten Absicht, den Leser und mehr noch den Kritiker oder Übersetzer gleichermassen zu verlocken und abzuschrecken.«
Felix Philipp Ingold, literaturkritik.de, 27. Januar 2010
»(...) unangepasste, fast rotzige Bemerkungen zum kulturellen, insbesondere literarischen Zeitgeist, an denen man gerade den jugendlichen Widerspruchsgeist schätzen darf (...)«
Thomas Laux, Neue Zürcher Zeitung, 4. Februar 2010
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