Politische Lehrjahre eines Verlegers

Geboren in Frankreich als Sohn eines russischen Juden, der als Verleger im Paris der 20er und 30er Jahre eine herausragende Rolle spielte, verschlug es André Schiffrin nach der erzwungenen Flucht vor den einmarschierenden Nazis mit seiner Familie über Casablanca nach Amerika, wo er nach einem Studium in Yale als Verleger über die Landesgrenzen hinaus berühmt werden sollte.

Die Lebensgeschichte dieses wohl bekanntesten unabhängigen Verlegers
liest sich wie ein Entwicklungsroman vor dem Hintergrund der politischen und intellektuellen Turbulenzen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – aber auch wie ein Abgesang auf eine verlorene Kultur: Politisches Engagement, die Linke in Amerika, die Repressionen der McCarthy-Ära, der Antisemitismus an den Universitäten – und immer wieder Begegnungen mit seinen Autoren: Noam Chomsky, Michel Foucault, Eric Hobsbawm, Simone de Beauvoir, Art Spiegelman oder Marguerite Duras.

»Eine wunderbar geschriebene und melancholische Aktualisierung von
Tocquevilles ›Demokratie in Amerika‹.« KURT VONNEGUT

»Eine überraschende und erhellende Ideen-Autobiografie.« STUDS TERKEL

Stimmen

»Wie ihn dabei [dem Aufsteigen zum wichtigsten amerikanischen Verleger der linksintellektuellen Prominenz] seine europäische Identität prägte und welchen Einfluss seine französischen Wurzeln auf seinem Werdegnag hatten, kann man in seiner Biografie „Paris, New York und zurück“ wunderbar und einzigartig nachlesen.«

Thomas Hummitzsch, literaturkritik.de, 24.08.2010

»Dass die »politische Autobiographie« André Schiffrins im Berliner Verlag »Matthes & Seitz« erschien, zeigt sich als Konsequenz aus der Erfahrung eines Verlegers, für den intellektuelle Auseinandersetzung und politisches Engagement ebenso zur Normalität gehören wie die Gegenwart von André Gide, Kurt Wolff und Hannah Arendt im elterlichen Hause. [...] »Paris, New York und zurück« ist mehr als ein autobiographischer Entwicklungsroman eines jüdischen Emigrantenkindes, dessen Vater die berühmte Buchreihe für Klassiker der Weltliteratur Bibliothèque de la Pléiade« bei »Gallimard« begründete, die das pariser Verlagshaus zur ersten Adresse in Sachen bibliophiler Literatur Kultur avancieren ließ. Vielmehr und vor allem sind die »Politischen Lehrjahre eines Verlegers« eine kritische Stellungnahme: Einerseits zur Kultur nd Politik der amerikanischen Nachkriegsära, in der die Geheimdienste die Paranoia der »roten Gefahr« schürten und der zunehmende Konservativismus stillschweigend mit dem Antisemitismus koalierte; andererseits zur Politik der Kultur in Zeiten des globalen Finanzkapitalismus, in dem die Verlagsarbeit zunehmend vom Paradigma höchstmöglicher Gewinnmargen strukturiert wird.«

Kai-Uwe Reinhold, Dresdener Kulturmagazin, August 2010

»Schiffrin [...] zeichnet anhand der Schilderungen der politischen und sozialen Verhältnisse der vergangenen Jahrzehnte seinen Lebensweg nach.«
Jörg Howe,Trokken Presse, August/September 2010


»Seinen Lebensweg anhand der politischen und sozialen Verhältnisse von den 40er Jahren bis heute darstellen. Das ist ihm auf hervorragende Weise gelungen.«
Soraya Levin,lipola.de, 28.07.2010

»Schiffrins nun auf Deutsch vorliegende Memoiren sind (...) ein lesenswertes Stück amerikanisch-europäischer Geistes- und Kulturgeschichte.«
Florian Keisinger, Rheinischer Merkur, 15. Juli 2010

»Dass Lesen den Menschen besser mache, dass die Berührung mit Literatur das ethische Bewusstsein fördere, das politische Bewusstsein schärfe und also anrege, Verhältnisse zu verändern – all das möchte man gerne glauben. Beweise dafür gibt es keine. Außer einem: André Schiffrin. (...) Schiffrin ist ein Wanderer zwischen Welten, intellektuellen wie geographischen. (...) In diesem Buch prüft André Schiffrin die eigene Herkunft und Identität. Anhand persönlicher Lebensstationen zeichnet er die historische Entwicklung vor allem der 50er- bis 70er-Jahre nach: eine politische Autobiografie (...).«
Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur, 5. Juli 2010

»Die bewegte und bewegende Geschichte eines Verlegerrebellen, der schon vor Jahren der Welt der Konzerne abschwor.«
Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel, 27. Juni 2010

»Die eben erschienenen «Politischen Lehrjahre eines Verlegers» lesen sich wie eine – allerdings sehr poetische – Oral History des 20. Jahrhunderts in [Schiffrins] privaten und politischen Dramaturgien. Es ist, wie wenn wir mit dem Erzähler selber die 1950er, 1960er Jahren erlebten (...). André Schiffrins Erzählung liest sich wie eine Fortsetzung von «Erinnerung sprich!», eine Flaschenpost aus Zeiten, in denen das geistige Leben des Menschen noch nicht von Großkonzernen und Marketingdenken plattgewalzt war.«
rox, Neue Zürcher Zeitung, 22. Juni 2010

»Beeindruckend ist die Reihe der Bücher, die Schiffrin anführen kann, und die Entschiedenheit, mit der er eine in Konzernverlagen außer Kurs gekommene Vorstellung verlegerischer Arbeit hochgehalten hat. Auf einem Terrain, wo heute biegsame Markenverwalter das Sagen haben, wirkt er wie ein intellektueller Repräsentant untergegangener Zeiten und Haltungen. Wogegen er sich freilich vehement wehren und auf die Möglichkeiten kleiner unabhängiger Häuser verweisen würde – und vielleicht ja auch auf den angenehm vom verbreiteten Allerlei abstechenden Verlag, in dem sein eigenes Buch auf Deutsch erscheint.«
Helmut Mayer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Juni 2010

Paris, New York und zurück

André Schiffrin
Paris, New York und zurück
Politische Lehrjahre eines Verlegers
Aus dem amerikanischen Englisch
von Andrea Marenzeller
256 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-88221-685-1
€ 22,90 / CHF 41,00

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