Der Neue Pfahl online: Artikel und Essays
Sina dell'Anno: Michael Donhausers ›Variationen in Prosa‹

Versucht man, etwas verloren und gleichsam ergriffen in der scheinbaren Undurchdringlichkeit der vielstimmig klingenden Evokationen und abreissend hallenden Erzählfragmenten von Donhausers Variationen, sich diesen Gedichten, die als solche noch nicht einmal durch eine Versform äusserlich gekennzeichnet sind, zu nähern, so wird man mit dem sprechenden Titel, und damit mit der Frage nach dem Was der Variation, quasi der „Variable“ beginnen.
Mehr lesenAlexander Pschera: Die gepanzerte Gesellschaft

Die Zeit ist gekommen für Entpanzerung. Nicht noch mehr Überwachungskameras in öffentlichen Räumen sind die Antwort auf die Anschläge von Boston, sondern eine geschärfte öffentliche Wahrnehmung gepaart mit Widerstands- und Regenerationsfähigkeit des sozialen Systems, das von den Attacken getroffen wird. Wir müssen also vor allem lernen, uns der katastrophalen Welt anzupassen und aufhören, sie zu bekämpfen. Das ist die Logik der Resilienz.
Ein Essay von Alexander Pschera
Mehr lesenByung-Chul Han: Die Ethik des Drohnenkriegs

Alle, vom Luftwaffenchef der Bundeswehr über den Wehrbeauftragten des Bundestages bis zum Bundesverteidigungsminister, wollen sie haben, die bewaffneten Drohnen, am besten sofort. Kürzlich heißt es aus dem Verteidigungsministerium, der Einsatz von bewaffneten Drohnen sei »ohne Zweifel sinnvoll«. Trotz massiver Probleme, die die Tötung per Mausklick mit sich bringt, geht kein Aufschrei durch die Gesellschaft.
Ein Essay von Byung-Chul Han
Mehr lesenAlexander Pschera: Die Erotik der Geheimdienste

Affairen können symptomatisch sein. Affairen sind Ereignisse des Unerlaubten. Das Unerlaubte sagt manchmal mehr über die Zeit aus als das Erlaubte. Denn es ist derjenige Teil der Wirklichkeit, der nicht einsehbar ist. Auch der Weg, auf dem sich das Unerlaubte verwirklicht, und die Form, in der es kommuniziert, sind signifikant. Affairen werfen ein grelles Licht auf Machtstrukturen.
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Eine Kritik von Alexander Pschera
Mehr lesenByung-Chul Han: Südkorea - Eine Müdigkeitsgesellschaft im Endstadium
Mehr an Information führt auch nicht notwendig zu besseren Entscheidungen. Die Intuition etwa hängt nicht von der Menge der verfügbaren Informationen ab. Durch die wachsende Informationsmasse verkümmert heute das höhere Urteilsvermögen. Oft bewirkt ein Weniger an Information ein Mehr. Die Negativität des Auslassens und des Vergessens ist produktiv. Gerade das analytische Vermögen setzt die Fähigkeit des Aus- und Weglassens voraus. Mehr Information und Kommunikation allein erhellt die Welt nicht.
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Eine Reportage von Byung-Chul Han
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Sandra Frimmel: Theater im Taganer Gericht - Die Reportage eines Prozesses
Kunst als Verbrechen - Seit Beginn der Neuzeit geraten Künstler und ihre Werke immer wieder in Konflikt mit den herrschenden rechtlichen Normen. Gemeint sind hiermit keinesfalls breit angelegte Diffamierungs- oder Verfolgungskampagnen wie im Dritten Reich oder in der Sowjetunion, sondern jene Gerichtsprozesse, die zu unterschiedlichen Zeiten in Einklang mit dem Gesetz in verschiedenen Staats- und Regierungsformen stattfanden und -finden.
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Ein Essay von Sandra Frimmel
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Nathan der Waise: Wer soll was integrieren?

Die gegenwärtige Integrationsdiskussion kann man weitgehend einem neuen Religionsstreit gleichsetzen. Um den wiederum zu beurteilen, muss man zur historischen Quelle zurückgehen, nämlich zur ursprünglichen Verhaltensweise der modernen, kapitalistischen Gesellschaft in Bezug auf die Religion.
Ein Essay zur Integrationsdebatte ...
Mehr lesenAlexander Pschera: Das Ende des Sozialkomas

Auch Freiheit wird zu einem sozialdestruktiven Element. Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Kein Markt, der sich selbst auflöst und unsichtbar wird, hat Überlebenschancen. Die Krise des Kapitalismus ist nicht die Logik seiner Wertschöpfung oder irgendeine Frage der Gerechtigkeit, sondern das Koma, in das er das Soziale versetzt hat.
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Ein Essay von Alexander Pschera
Mehr lesenPeter Trawny: Europa und die Revolution
Heute über Europa nicht nur zu sprechen, sondern auch nachzudenken oder: an Europa zu denken -, ist schwieriger und einfacher, d.h. zweideutiger, als je zuvor. Europas Zweideutigkeit - war Europa jemals eindeutig? War Europa jemals Europa? Was ist das für ein Ort, was für eine Zeit, an dem und in der Europa Europa war? Und wie kann das vor sich gehen, dass Europa nicht mehr eindeutig Europa, d.h. Europa nicht mehr Europa ist? Wie ist es denkbar, dass eine Idee von Europa, die Idee »Europa«, heute ihren Sinn verliert? Und wie kann man dann heute, wenn Europa unter der Herrschaft dieses Heute steht, noch sinnvoll über Europa diskutieren?
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Ein Essay von Peter Trawny
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Felix Philipp Ingold: Zum Ende denken

In der russischen philosophischen Kultur des 20. Jahrhunderts nimmt Lew Schestow - geboren 1866 in Kijew, gestorben 1938 als Exilant in Paris - eine singuläre Stellung ein. Als Philosophen kann man ihn eigentlich nur ex negativo bezeichnen, hat er doch weder ein philosophisches Studium absolviert, noch jemals einer philosophischen Schule angehört oder gar eine solche begründet, und es gibt auch kein einziges philosophisches Werk von ihm, das man vorbehaltslos als sein eigenes bezeichnen möchte. Denn Schestow hat sich durchweg an Fremdtexten abgearbeitet, die er konsequent wider den Strich las, um sie, fast ausnahmslos, einer ebenso respektvollen wie vernichtenden Kritik zu unterziehen.
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Eine Betrachtung von Felix Philipp Ingold
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