Das andere Gesicht Rock Hudsons

Das andere Gesicht Rock Hudsons
Das andere Gesicht Rock Hudsons

127 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Übersetzung: Romanfriktion 8Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg

Erschienen: 2006
ISBN: 978-3-88221-871-1
Preis: 16,80 €

"Man muss keine Träume haben, man muss es nur verstehen, das Schicksal zu locken, es auf die eigene Seite ziehen."

Mexiko City. Johnny Ramírez ist der Herrscher über sein Viertel und regiert es mit Gewalt und Drogen. Fadanelli zeichnet in diesem spannenden Roman um zwei Jugendliche ein beeindruckendes und beängstigendes Bild einer der größten Städte der Welt.

Im Mittelpunkt dieses atmosphärisch dichten Romans, für den Guillermo Fadanelli den renommierten mexikanischen Premio Nacional de Literatura erhielt, steht der narbengesichtige Johnny Ramírez, das Böse schlechthin. Der Ich-Erzähler gerät immer stärker in den Bann des knallharten Kriminellen Ramírez und läßt sich in eine Welt von Delinquenz und Gewalt ziehen - ein selbstverständliches Schicksal, dem er sich klaglos fügt. Mexico City, ein Moloch der Hoffungslosigkeit, ist die Bühne des Geschehens: ein schmutziges, stinkendes, verfallenes Labyrinth, eine ausweglose Falle. Bedingungslos und ohne falsche Scham beschreibt Fadanelli in einer wundervoll bilderreichen Sprache die Stadt als schaurig-bizarren Organismus. Er führt den Leser an die Ränder seiner Abgründe und in die Zentren der ewig wiederkehrenden Gewalt: In die heruntergekommenen Gassen, von Schatten bevölkert, die tödlich sein können.



Stimmen



"Kritiker haben seinen Johnny Ramirez einen modernen Franz Biberkopf genannt, desen versunkene Welt um den Berliner Alexanderplatz der zwanziger Jahre ähnlich zwischen Melancholie, Erotik und Untergang changierte. [...] Die sozialrevolutionären Ansätze seiner Vorgänger greift er nicht auf. Sein Werk ist vielmehr die Aufforderung, Gefühl zu entwickeln für die harte Poesie, die in der Misere wohnt, und in ihr den Trost zu finden für etwas, das in Wahrheit keinen Ausweg kennt."

Sebastian Schoepp, Süddeutsche Zeitung, 19. September 2007



Es ist beeindruckend und schockierend, in welcher Drastik Fadanelli mit dem " Vom Tellerwäscher zum Millionär in der globalisierten Welt" -Mythos aufräumt, indem er unser europäische Mittelschichtbiotop und den Lebensraum seiner Romanfiguren als brückenlose Parallelwelten zeigt. Es gibt keine Hoffnung in "Das andere Gesicht Rock Hudsons"

Taz, 6./7. Januar 2007



Oft fallen Cowboy-Sätze wie "Es ist aus, du bist erledigt." Diese brutale Direktheit, manchmal Plumpheit kontrastiert mit den wenigen sehr poetischen und sinnlichen Beschreibungen. Diese wirken wie die kaum vernehmbaren Signale aus einer schöneren, besseren Welt. Guillermo Fadanelli gelingt es, auf wenig mehr als 100 Seiten die Figuren so scharf zu umreißen, dass man alles versteht. Nicht gutheißt, aber versteht - ihre Verletzungen, ihre Sehnsüchte, ihre Motive. Dafür braucht Fadanelli keine Psychologisierungen, sondern er beschreibt kurz und lakonisch die Urszenen, die prägenden Situationen im Leben seines Personals. Eine beachtliche Leistung, dieses Milieu so knapp und doch so klar zu zeichnen - und das sogar für Leser, denen die Drogenszene von Mexiko City einigermaßen fremd ist. (...) Fadanelli stellt beim Leser genau diese Mischung aus Entsetzen und Faszination her, der auch sein Ich-Erzähler verfällt. Ein unangenehmes Gefühl.

WDR3, Gutenbergs Welt



Eine gewalttätige und farbige Machtfülle von Bildern erwartet den Leser in Fadanellis Roman "Das andere Gesicht Rock Hudsons". Beißend beschreibt Fadanelli den schäbigen heruntergekommenen kriminellen Stadtbezirk in dem südamerikanischen Moloch Mexiko City. Packend und spannend bindet er seine beiden Protagonisten, die nicht gegensätzlicher sein könnten, in den Strudel von Gewalt, Sex, Drogen und Mord ein. Ob es der Killer Ramírez ist oder der Ich-Erzähler. Durch Rückblenden wird deutlich, dass Beide Gefangene ihres gnadenlosen Umfeldes und ihres elenden Lebens sind. Die Zukunft, in die sie treiben, ist verhängnisvoll und ausweglos.

Fadanellis Figuren erheben nicht den moralischen Zeigefinger. Seine Figuren zeigen dem Leser vielmehr die schwarze Wirklichkeit, in der Armut und Verbrechen den Alltag und die Zukunft bestimmen. Eine atmosphärisch verhärtet düstere und sprachmächtige gehaltvolle Beschreibung eines realen rohen und brutalen Lebens.

Rezension.ch, Dezember 2006



"Eindruckvolles Beispiel eines Vertreters der jüngeren lateinamerikanischen Schriftstellergeneration"

ekz-Informationsdienst, Dezember 2006



Fadanelli erzählt ein handfestes Stück mexikanischer Wirklichkeit. Er tut das in einem sarkastischen, zunächst durchaus schockierenden Ton. (...) Mexiko-Stadt hat auch eine düstere wenig bekannte Seite. Fadanelli ist zu danken, dass man sie betrachten kann.

NZZ, Januar 2007



Bedingungslos und ohne falsche Scham beschreibt Fadanelli in einer wundervoll bilderreichen Sprache die Stadt als schaurig-bizarren Organismus und führt den Leser dabei in die Zentren ewig wiederkehrender Gewalt. Dieser Lesetip lebt von einem rasanten Erzähltempo, ruppigen Dialogen und von seiner schmucklosen Brillanz. FAZ Hochschulanzeiger, November 2006



Guillermo J. Fadanelli porträtiert eindrücklich und sprachlich sehr angemessen ein tristes, armes hoffnungsloses und entsprechend moralische verkommenes Mexico-City

Rolling Stone, Februar 2007



Bei aller kruden Präzision der Darstellung haben seine Figuren etwas Archetypisches, wirken wie finstere Helden einer antiken Tragödie, getrieben von Mächten, die sie als einfache Sterbliche nicht zu kontrollieren wissen. Fadanellis Roman wird, wie das rätselhafte Porträt seines Titelhelden, die Zeiten überdauern: melancholisch, aber mit herausfordernden Blick.

Florian Borchmeyer, FAZ, 14. März 2007



Ranzige Hotelzimmer, blutige Revierkämpfe: Der südamerikanische Autor Guillermo J. Fadanelli, mit dem renommierten mexikanischen Premio Nacional de Literatura ausgezeichnet , beschreibt ins einem Roman "Das andere Gesicht Rock Hudsons" eine Elendsviertel in Mexico City.

Profil, 12 Februar 2007



»Das schnelle Erzähltempo und die wunderbaren Dialoge Guillermo Fadanellis übersetzen sehr überzeugend die Erfahrungen der Großstadt, die die Form kleiner barocker Mythologien erhalten ... Seine Sprache erinnert zuweilen an William S. Burroughs.«

art press, Paris