Das Reich Gottes

Das Reich Gottes
Das Reich Gottes

524 Seiten, Hardcover (bedruckter Schutzumschlag)

Übersetzung: Claudia Hamm

Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-95757-226-4
Preis: 24,90 €
Auch erhältlich als ... Ebook

»ein großer narrativer Sog, der dieses Buch wie atemlos antreibt« Georg Diez, Literatur Spiegel

Welches Verhältnis unterhält das Abendland zu seiner eigenen Religion? Emmanuel Carrère stellt sich die Gretchenfrage. Er vertieft sich in die Anfänge des Christentums fragt nach der Kraft, mit der es gelingt, an Dinge zu glauben, gegen die der Verstand rebelliert, und eine revolutionäre Ethik zu vertreten, die den Schwachen zum Starken erklärt. Mal ironisch, mal mit dringlichem Ernst zeichnet Carrère das Fresko einer antiken Welt, die in vielen Zügen unserer heutigen ähnelt. Zwei Lebenskrisen stellen Emmanuel Carrère vor die Frage, wie Menschen an Dinge glauben können, die dem Verstand entgegenstehen. Er begibt sich auf die Fährte des Revolutionärs Paulus und des Intellektuellen Lukas, zwei prägenden Gestalten des Christentums. Carrère zeichnet das Bild einer Welt, die vom Pragmatismus des Römischen Reiches beherrscht ist und doch durchdrungen vom Wunsch nach tieferem Sinn und Gemeinschaft. Immer wieder zieht er Parallelen zum 21. Jahrhundert, gleicht damalige (Un-)Glaubenspraxis mit heutiger ab und füllt sein historisches Gerüst mit einem Nachdenken darüber, worin uns das Christentum mit seiner ungeheuren Umwertung der Werte (die Letzten werden die Ersten sein, Geben ist seliger denn Nehmen.) noch heute berühren kann, ob wir gläubig sind, oder nicht. Emmanuel Carrère verfolgt einen literarischen Weg, der sich über gängige Genredefinitionen hinwegsetzt. Mit seinen so dokumentarischen wie fiktionalen Texten gewinnt er eine zutiefst menschliche Perspektive auf seine Protagonisten und ihre Welt, verwebt seine eigene Lebensgeschichte mit der historischen Darstellung und konfrontiert den Leser mit den unendlichen Facetten des Glaubens und Nichtglaubens. Ob ablehnend oder bejahend: An den Fragen nach den christlichen Werten, die dieser Roman auf wirft, kommt heute niemand vorbei.

Eine Reportage des Senders ARTE zu Buch und Autor können Sie hier ansehen.

Pressestimmen

»›Das Reich Gottes‹ von Emmanuel Carrère ist kein Werk, das sich ›mit Religion beschäftigt‹ oder ›von den Anfängen des Christentums handelt‹. Es ist ein Buch, das den Leser in ein Gespräch verwickelt, in ein kompliziertes, tiefsinniges, tage-, wochen-, vielleicht lebenslanges Gespräch.«
- Richard Kämmerlings, Literarische Welt

»Ein großes Buch. Und es kommt zur rechten Zeit, weil das Thema - Glaube und Religion - vergiftet ist mit Gewalt und Fanatismus. [...] Es ist ein historischer Wälzer mit dem Sound einer lässigen Reportage, aber niemals kokett oder eitel.«
- Daniel Haas, Zeit Literatur

»Carrère lockt seine Leser in die ferne Zeit und Gesinnungswelt des ersten Jahrhunderts, indem er mit seiner eigenen metaphysischen Sehnsucht und spirituellen Suche beginnt.«
- Alex Rühl, SZ

"Wir können nicht anders als dabei sein, belehrt zu werden und ziemlich glücklich zu sein bei alldem."
- Andreas Idenschmid, 3sat, März 2016
(Das ganze Gespräch mit dem Literaturkritiker Andreas Idenschmid finden Sie hier: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=58048)

»Emmanuel Carrère formuliert zwar kein politisches Programm, ist aber „durchdrungen vom Wunsch nach tieferem Sinn und Gemeinschaft“. Die paulinische Dialektik der Weisheit scheint neue Möglichkeiten zu schaffen, den Glauben mit der Philosophie im Gespräch zu halten und damit auch die Gegenwartsliteratur aufregender zugestalten.«
- Willi Jasper, Der Tagesspiegel

»Carrère hat es geschafft, [seine] Figuren mit einer eigenen Stimme auszustatten, die aus der Nähe zu einem spricht, im Fall der deutschen Übersetzung in der unglaublich anmutigen Diktion von Claudia Hamm.«                                                      - Hanna Engelmeier, taz

»[Eine] zwischen Faszination und Skepsis schwankende Nach- und Neuerzählung der Anfänge des Christentums, wie man ihr in dieser Mischung aus Souveranität der Stoffbeherrschung und flotter, moderner erzählerischer Brillanz sicher kein zweites Mal begegnen wird.« - Tobias Eisermann, WDR 3