Fleisch

Fleisch
Fleisch

332 Seiten, Hardcover bedruckter Schutzumschlag

Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-95757-233-2
Preis: 28,00 €

Fleisch, das ist das Obskure unseres Körpers: Dass wir selbst aus einem blutigen Stoff, aus einem sehnigen Material bestehen, gehört zu den großen Tabus unserer Existenz. Das Gewebe unter dem Körpermantel der Haut wird verdrängt, gleichzeitig geht von diesem Undenkbaren seit Anbeginn der Kulturgeschichte eine eigentümliche Faszination aus : Nicht nur gehört es zum Kern der Definition der christlichen Lehre, dass Gott in Jesus Fleisch geworden ist und dieses Fleisch sogar auferstanden sein soll, auch moderne kulturelle Inszenierungen wie Pornografie und Splattermovies üben einen unbedingten Reiz aus. In seiner Kulturgeschichte rückt Volker Demuth die immer anwesende, aber kaum bewusst gemachte Materialbasis menschlicher Existenz in den Fokus und beleuchtet damit unseren Umgang mit uns selbst. Es wird klar, dass die Menschen sich ihrem Fleisch nur nähern konnten, indem sie es von sich abspalteten, es objektivierten, um es tendenziell zu überwinden – angefangen bei der anatomischen Vermessung des Menschen in der Renaissance über die Schönheitsoperationen unserer Tage bis hin zum Transhumanismus, der den Körper durch technische Einbauten zu optimieren trachtet.

Pressestimmen

»Mit gekonnten Schnitten tranchiert der Autor die Kunst-, Philosophie- und Literaturgeschichte. Ob Porno, Bodybuilding, Körpermodifizierung oder Splatterfilm - kein Thema ist so anrüchig, dass der Autor nicht unvoreingenommen darüber schreiben würde.«
- Florian Werner, Deutschlandradio Kultur

»Fleisch als Opfergabe des Märtyrers, als Quell der Lust, als Symbol des Verfalls, als Objekt der Askese: Volker Demuth bringt all diese Aspekte erstmals zusammen. Man wundert sich, dass vor ihm noch keiner auf die Idee kam. Die Auseinandersetzung mit Demuths Buch ›Fleisch‹ ist ein Gewinn. Allein schon die bisher übersehene Parallele zwischen dem christlichen Urmythos der Wiederauferstehung im Fleisch und der Utopie der Transhumanisten vom neuen, unzerstörbaren Maschinenfleisch kann zu ganz neuen Einsichten in die Zukunftstechnologien führen.«
- Brigitte Neumann, SWR2

»Hochinteressant und gut geschrieben. Fleisch hat nichts von der sonst so verbreiteten, fußnotensatten Unlesbarkeit deutscher akademischer Publikationen über kulturwissenschaftliche Themen. Der 1961 geborene Dichter und Essayist befasst sich auf plastisch-bildmächtige Art mit dem ›Obskuren unseres Körpers‹. Das geht unter die Haut.«
- Boris Pofalla, Monopol

»Volker Demuth leuchtet sein Thema historisch, medizinisch, literarisch aus. Würde mich wundern, wenn es jemanden gibt, der beim Lesen keine Notizen macht. Und zwar weil das Gelesene Widerspruch erregt, weil man dieses Buch nicht nur liest, sondern förmlich studieren muss, und weil man ergänzende Gedanken hinzufügen will. All das spricht für das Buch. Die Auseinandersetzung mit Demuths Buch ›Fleisch‹ ist ein Gewinn.«
- Brigitte Neumann, ORF

»Literarisch brillant und philosophisch dicht erläutert Demuth, wie Fleisch im Lauf der Geschichte zum Gegenstand theologischer, medizinischer, eugenischer, nationalistischer, pornografischer und schließlich biotechnischer Zugriffe wurde.«
- Susanne Leuenberger, bref

»Volker Demuth rückt die selbstverständliche, aber kaum bewusst gemachte Materialbasis menschlicher Existenz in den Fokus und beleuchtet unseren Umgang mit uns selbst. Von der Fleischwerdung Gottes über die Vermessung des Menschen in der Renaissance bis zur Pornografie unserer Tage.«
- Uli Hufen, WDR

»Demuth kostet von allem, was sich anbietet, das gefällt mir besonders. Es geht um die Bibel, es geht um niederländische Malerei, aber es geht auch um Lady Gaga, um Popkultur, Körpermodifikationen und Pornografie. Er hat keine Berührungsängste, das alles hereinzuholen in seine große Carneologie.«
- Florian Werner, MDR

»Eine Kulturgeschichte, bei der es um die Fleischwerdung Gottes ebenso geht, wie um Inszenierungen in Kunst und Pornografie oder Veränderungen des Fleisches unter dem Messer des Schönheitschirurgen bis hin zum Transhumanismus. Eine spannende Auseinandersetzung, eine Art theoretischer Weiterführung seines Romans ›Stille Leben‹.«
- Martin Schwarz, HR 2

»Der Autor Volker Demuth hat alles Fleisch der Welt zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Herausgekommen ist kein Döner, sondern Fleisch. Eine Carneologie.«
- Volker Wieprecht, Radioeins RBB

»Spaß macht das Buch wegen der eigenwilligen Sprache zwischen gelehrtem Plauderton und immer wieder eingewobenen vor allem popkulturellen Querverbindungen.«
- Tomas Cabi, Tierbefreiung

»Nicht nur eine Lektüre für Fleischesser...«
- Südkurier

»Alles in allem ein spannender Band, ein interessanter, ja, Schnitt, durch das, was Fleisch sein könne.«
- Martin A. Hainz, fixpoetry