Mona Lisa in Bangoulap

Die Fabel vom Weltmuseum

Mona Lisa in Bangoulap
Mona Lisa in Bangoulap
Die Fabel vom Weltmuseum

75 Seiten, Hardcover bedruckter Schutzumschlag

Übersetzung: Bénédicte Savoy

Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-95757-346-9
Preis: 12,00 €

Was wäre, wenn bei der französischen Kulturverwaltung eines Tages ein Brief aus Kamerun einträfe, in dem die Kameruner freien Eintritt für das Pariser Museum für außereuropäische Kunst fordern, weil sie sich weigern, Geld für die Betrachtung der Kunstwerke ihrer eigenen Vorfahren auszugeben? Und was wäre, wenn die Kulturfunktionäre angesichts der erregten Debatten um Kunstraub und Restitution einwilligten? In Arno Bertinas schelmischer Fabel wird Europa wieder von seiner Kolonial- und Eroberungsgeschichte eingeholt, und es entspinnt sich eine Kaskade wechselseitiger Forderungen, an deren Ende die Frage steht, ob die Mona Lisa eher ›zurück‹ nach Italien gehört oder doch eher nach Afrika ausgeliehen werden sollte. Ausgehend von Bertinas provokanten Fragen beschäftigt sich die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy in einem anschließenden Essay mit der derzeit hochaktuellen Diskussion um Sammlungsgeschichten und Museumsarbeit in der postkolonialen Weltgesellschaft. Durch die Debatten um das Humboldt-Forum in Berlin werden Fragen aufgeworfen, in denen es nicht nur um Eigentum und Restitution geht, sondern auch um die Legitimität von Grenzen und Zutrittsbeschränkungen.

Pressestimmen

»Es ist eine Geschichte über die kaum auflösbare Schwierigkeit, den allen hochgestochenen Grundsätzen politisch korrekter musealer Präsentation gehorchenden Umgang mit dem Erbe kolonialer Vergangenheit zu finden.«
- Helmut Mayer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Spielerisch legt Arno Bertina die offenen Punkte und Wunden rund um das europäische Konzept eines Weltmuseums offen, das in der Ausführung nicht immer frei ist von der Gefahr kultureller Aneignung wie auch kultureller Beliebigkeit, der es womöglich einzig um den schönen Schein und um Marktgängigkeit geht.«
- Claudia Kramatschek, SWR 2

»Bertina legt mit seiner Fabel die Widersprüche des Konzepts „Weltmuseum“ offen. [...] Wessen Eigentum, wessen Erbe machte man hier zu Geld? Und müsste man die in der Kolo­nialzeit erworbenen Objekte nicht schlicht zurückgeben?«
- Nina Apin, taz

»Arno Bernitas Fabel scheint zunächst eine absurde Situation darzustellen, die die Diskussion um die Restitution von Kunstwerken auf die Spitze treibt. Aber im Grunde genommen stellt der Autor die Grundfrage nach dem Umgang mit kulturellem Erbe aus aller Welt in unseren Museen: Wem gehören sie?«
- Stefanie Handke, Portal Kunstwissenschaft
»Der französische Romancier hat eine witzige Farce über das Für und Wider von Restitutionen geschrieben.«
- Arno Widmann, Berliner Zeitung