Tagebuch I

Tagebuch I
Tagebuch I

Reihe: Henry David Thoreau Bd. 1
326 Seiten, Gebunden

Originaltitel: The Journal (Englisch)
Übersetzung: Rainer G. Schmidt

Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-95757-147-2
Preis: 26,90 €
Auch erhältlich als ... Ebook

Henry D. Thoreaus Hauptwerk ist nicht »Walden« oder »Über den zivilen Ungehorsam«, sondern sein Tagebuch, das er als 20-jähriger begann und bis wenige Tage vor seinem Tod 1861 führte. Darin notierte er Beobachtungen, die zu den bedeutendsten Naturschilderungen der Weltliteratur zählen, aber auch Gedanken und Refl exionen, die ihn als ganz eigenständigen philosophischen Kopf erkennen lassen. Durch die Lektüre wird deutlich, dass Natur und Politik wie Zurückgezogenheit und der Wunsch nach gesellschaftlicher Veränderung eine Einheit bilden. Stille, Unabhängigkeit, Antimaterialismus, Armut, Antiprüderie, Askese, Selbstdisziplin und mystische Suche sind neben überwältigend präzisen und gleichzeitig poetischen Beschreibungen des Lebens, der Natur, der großen und kleinen Lebewesen die bestimmenden Themen dieses Werks. Während dieses große Tagebuchwerk in Amerika Generationen von Künstlern und Schriftstellern beeinflusste und heute eine überwältigende Renaissance erlebt, ist es in Deutschland nahezu unbekannt. Unsere Ausgabe lädt ein, dieses Meisterwerk zu entdecken und Thoreau unzensiert zu erleben.

Pressestimmen

»Ein einzigartiges Verständnis für die Botschaft der Elemente.«
- Kurt Darsow, WDR3

»Thoreau hat für das, was er sieht, fühlt, riecht, schmeckt, eine Sprache, die den Leser ansteckt, aufweckt, ihn sehen, fühlen, hören macht.«
- Bettina Hartz, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Naturbeobachtungen, Seelenerforschungen, Lektüre-Erfahrungen, Selbstbetrachtungen bis hin zu notierten Absonderlichkeiten.«
- Tilman Urbach, Bayerischer Rundfunk - BR2

»Bei den Tagebüchern handelt es sich um ein veritables Hauptwerk - und zwar sowohl in literarischer als auch in philosophischer Hinsicht.«
- Tobias Lehmkuhl, Philosophie Magazin

»Es sieht so aus, als wäre Henry David Thoreau der Autor der Stunde, als träfe er so ganz besonders den Nerv unserer Zeit. Das tut er sicher mit seinem großen Lebensthema ›Einfach leben‹, mit der Betonung auf einfach. Also, reduziere deine Bedürfnisse, lebe nachhaltig, vielleicht auch noch im Einklang mit der Natur und dieses Thema ist heute wieder hochaktuell, vielleicht ist es auch aktueller denn je.«
- Eva Hepper, Deutschlandfunk Kultur

»Das Interessante bei Thoreau ist eigentlich, dass er unterschiedliche Stilebenen benutzt. Das ist einmal die Sprache der Religiosität, das Transzendentalistische sozusagen, wo er mit großem, enormen stilistischen Aufwand seine religiösen Exaltationen in Sprache fasst. Auf der anderen Seite dann das zutiefst Sensualistische. [E]r betrachtet die Natur nicht objektiv, sondern immer gebrochen durch seinen Körper, beschreibt seine Sinneswahrnehmungen – Hören, Sehen Riechen, Schmecken, Berühren.« 
- Frank Schäfer, Deuschlandfunk Kultur

»Es sind die Notizen eines Weltflüchters. Umso verblüffender, dass sie doch so viel Welt enthalten. Das Große suchen in der Natur - durch die genaue Beschreibung des Kleinen.«
- Jürgen Werth, NDR Kultur

»Diesen Aspekt betonen einige Bücher aus dem Verlag Matthes & Seitz, der das Nature Writing nach Deutschland brachte und die Tagebücher Thoreaus ediert. Alle Autoren des Genres berufen sich auf Thoreau: John Muir, der im 19. Jahrhundert die Sierra Nevada erkundet, oder Edward Abbey, der sein Walden 1956 in einen Nationalpark nach Utah verlegt. Alte Wege von Robert Macfarlane, eine Meditation über das Gehen, wirkt wie eine Fortschreibung von Vom Spazieren. Und seine Karte der Wildnis erstellt – wie Thoreau in Maine – eine Bestandsaufnahme der ursprünglichen Natur Großbritanniens.«
- Malte Oberschelp, Badische Zeitung

»Die Tagebücher, aus denen Thoreau ganze Seiten herausgebrochen hatte für seine Essays, sind jetzt zu schönsten Passagen verdichtet, was [...] eine köstliche, anregende Lektüre ist. Präzise Notate von Sinneseindrücken, Naturbeobachtungen (›der Falke ist der Luftbruder der Ozeanwelle, über die er hinwegsegelt‹), selbstironische Asides ("›ich bemerke, dass ich nicht angeln kann, ohne ein wenig in meiner eigenen Achtung zu sinken‹). Diese Bände sind Suchtmittel.«
- Susanne Mayer, Zeit

»Hier geht es weder um biographische Gefühlsprotokolle noch um die Entwicklung einer Pri­vatphilosophie. Thoreaus Journale sind ein funkelnder Fundus des Denkens und der Sprache. Wer darin eintaucht und querliest, wühlt oder sortiert, entdeckt eine faszi­nierende Kombination von handfester, erdnaher Präsenz und synästhetischer Phänomenolo­gie.«
- Dorothea Dieckmann, Deutschlandfunk