Transparenzgesellschaft

Transparenzgesellschaft
Transparenzgesellschaft

Reihe: Fröhliche Wissenschaft
91 Seiten, Softcover (Klappenbroschur)

Erschienen: 2012
ISBN: 978-3-88221-595-3
Preis: 10,00 €
Auch erhältlich als ... Ebook

Ausleuchtung ist Ausbeutung

Kaum ein anderes Schlagwort beherrscht heute den öffentlichen Diskurs so sehr wie die Transparenz. Sie wird vor allem im Zusammenhang mit der Informationsfreiheit emphatisch beschworen. Wer aber die Transparenz allein auf moralischer Ebene thematisiert und sie etwa auf Fragen der Korruption reduziert, verkennt ihre Tragweite. Die Transparenz ist ein systemischer Zwang, der die gesamten gesellschaftlichen Prozesse erfasst und sie einer gravierenden Veränderung unterwirft. Das gesellschaftliche System setzt heute all seine Prozesse einem Transparenzzwang aus, um sie zu operationalisieren und zu beschleunigen. Der Imperativ der Transparenz macht uns außerdem zu Sklaven der Sichtbarkeit. Die Transparenzgesellschaft ist eine pornografische, ausgestellte Gesellschaft. Sie manifestiert sich gleichzeitig als eine Kontrollgesellschaft. Das Internet als Raum der Freiheit erweist sich als ein digitales Panoptikum. Hans neuer Essay geht den Illusionen und Gefahren nach, die mit dem Paradigma der Transparenz verbunden sind.

Pressestimmen

»›Vertrauen ist nur möglich in einem Zustand zwischen Wissen und Nichtwissen. Vertrauen heißt, trotz Nichtwissen gegenüber dem anderen eine positive Beziehung zu ihm aufzubauen‹, heißt es bei Han. Und Vertrauen ist konstitutiv für soziale Kommunikation jeder Art - zumindest in einer freien Gesellschaft. Mehr oder totale Transparenz führe auch nicht automatisch zu Veränderungen oder politischen Reformen. Sie ist per se noch keine Kritik an bestehenden Systemen.«
Lisa Nimmervoll, Der Standard, 18. Januar 2013

»Nicht die Transparenz ist der Weg aus politischen, sexuellen oder wirtschaftlichen Sackgassen. Han bricht eine Lanze für das Geheimnis. Und was ist geheimnisvoller als das eigene Denken? Dieses Denken gilt es zu entdecken, nicht zu durchleuchten. Das Buch ›Transparenzgesellschaft hilft uns genau dabei.«
Sammy Khamis, Zündfunk Magazin, 12. Juli 2012

 

»Höchste Zeit, Klarheit zu schaffen über erwünschte und unerwünschte Formen gesellschaftlicher Sichtbarkeit. Es ist ein Verdienst des Karlsruher Philosophen Byung-Chul Han mit seinem Traktat gegen die Transparenzgesellschaft nun eine Polemik vorzulegen, die sich so offensichtlich gegen den Zeitgeist wendet, dass er sich des ebenso wütenden wie klärenden Widerspruchs sicher sein kann.«
Steffen Kraft, der Freitag, 7. Juni 2012


»Byung-Chul Han hat der Transparenzgesellschaft genau die Theorie auf den Leib gesampelt, die ihre zerstreute Aufmerksamkeit verdient.«
Philipp Felsch, literaturen, Sommer 2012


»Juwel philosophischer Gesellschaftskritik«
Andreas Wirthensohn, sz-online.de, 9. Mai 2012


»Es ist immer wieder notwendig, hilfreich und einsichtig, scheinbar eindeutige Begrifflichkeiten, die zu gesellschaftlichen Wirklichkeiten mutieren, gegen den Strich zu reflektieren … Han gibt mit seinem kulturkritischen Aufsatz dazu einige Hinweise und zeigt Gedankenwege dafür auf!«
Jos Schnurer, socialnet.de, 4. Mai 2012


» … die viel beschworene Forderung nach mehr Transparenz mal ganz zu Ende gedacht … ein längst fälliger Debattenbeitrag.«
Christina Bauermeister, politik & kommunikation, Mai 2012


»Angesichts des allseits herrschenden Pathos der Transparenz empfiehlt der aus Südkorea stammende und in Karlsruhe lehrende Philosoph Han, ›sich im Pathos der Distanz zu üben‹. Das könnte durchaus befreiend sein.«
Walter Hämmerle, wienerzeitung.at, 27. April 2012


»Mit eleganter Präzision seziert Han die Unmenschlichkeit einer […] Positivität, deren perfideste Volte darin besteht, dass jeder Einzelne Opfer und Täter zugleich ist … [ein] scharfsinniges Büchlein.«
Ariadne von Schirach, dradio.de, 12. April 2012


» … Ein wertvoller Beitrag zur Diskussion um das Phänomen der Transparenz.«
Christopher Schmitz, Göttinger Institut für Demokratieforschung, 5. April 2012


» … Eine verblüffend hellsichtige Tour gegen den aufklärerischen Zeitgeist.«
Harald Jähner, Frankfurter Rundschau, 31. März 2012


»Eine Verteidigung des Ästhetischen und des Nachdenkens im Wortsinn … «
Uwe Ebbinghaus, F.A.Z., 28. März 2012


»Mit seiner Transparenzkritik knüpft Han an seinen vor zwei Jahren erschienenen Band ›Müdigkeitsgesellschaft‹ an, in dem er eine viel beachtete Kritik an der Leistungsgesellschaft formulierte: Auch Transparenz läuft bei ihm am Ende auf eine neue Form der Selbstkontrolle der Leistungsgesellschaft hinaus … Ein entschiedenes Plädoyer gegen die universalisierte Entblößung.«
Tim Caspar Boehme, taz, 15. März 2012


»Hans Thesen können helfen das einundzwanzigste Jahrhundert besser zu verstehen … Eine wirklich spannende, anregende Lektüre.«
Elias Honert, affektblog.de, 15. März 2012


»Mit Gespür für Gegenwartsdiagnostik … variiert Han seine schon in dem erfolgreichen Essay ›Müdigkeitsgesellschaft‹ eingeführte These, wonach es heute ein Übermaß an ›Positivität‹ gebe, das jedes Anderssein eliminiere.«
Aram Lintzel, taz.de, 12. März 2012


»Ein eindringliches Plädoyer für freie Lebensformen, die unmöglich sind in einer Gesellschaft, die jedes Geheimnis per se als amoralisch verdächtigt.«
Susanne Mack, WDR5, 7. März 2012

"Han setzt da an, wo Begreifen möglich ist: bei der wichtigen Frage nach den ganz persönlichen Beziehungen, die Gesellschaft eigentlich ausmachen."
Angelika Herrscher, Fluter, März 2013

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