Verbotene Kunst

Eine Moskauer Ausstellung

Verbotene Kunst
Verbotene Kunst
Eine Moskauer Ausstellung

Reihe: Zeugnisse & Dokumente
171 Seiten, 150 Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag

Übersetzung: Aus dem Russischen und mit einem Nachwort von Sandra Frimmel

Erschienen: 2013
ISBN: 978-3-88221-984-5
Preis: 19,90 €

Kunst und Politik

Ein realer Gerichtsprozess liegt dieser künstlerischen Bildreportage zugrunde. Die Ausstellung »Verbotene Kunst 2006« zeigte nur durch Gucklöcher Werke, die aus religiösen, politischen oder weltanschaulichen Gründen im Laufe des Jahres in den Galerien und Museen nicht gezeigt wurden, und provozierte derart viele Anzeigen und Klagen, dass die Ausstellungsmacher vor Gericht gestellt wurden. Dieser an Schauprozesse erinnernde Prozess wurde zum Politikum.

Die Künstlerin Wiktoria Lomasko und der Journalist Anton Nikolajew verfolgten und dokumentierten die einzelnen Sitzungen im Gerichtssaal. Sie schildern den Prozess, der sich lange zog und teilweise groteske Züge annahm, mitsamt seinen Umständen. Ein in seiner Art einzigartiger Bericht, ein faszinierendes Spiel mit Engagement und Dokumentarismus, das die Berichterstattung zu einer eigenen, neuen Kunstform erhebt.

Weitere Informationen

Die Herausgeberin und Übersetzerin Sandra Frimmel über Verbotene Kunst:

Verbotene Kunst. Eine Moskauer Ausstellung ist eine grafische Gerichtsreportage der beiden Künstler Wiktoria Lomasko und Anton Nikolajew. Das Buch berichtet von dem Prozess gegen die Organisatoren der Ausstellung Verbotene Kunst 2006 Andrei Jerofejew und Juri Samodurow, der von der ultrakonservativen Organisation Volkskirche initiiert wurde. Die Materialien für das Buch wurden von den Autoren eigenhändig während des Prozesses zusammengetragen und dokumentieren nicht nur die Ereignisse im Gerichtssaal selbst, sondern auch vor seinen Türen. Alle Zeichnungen stammen von Wiktoria Lomasko.
Während des laufenden Prozesses wurden die Reportagen bereits in den Blogs der Autoren und in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht. Eine dieser Reportagen, „Die Zeugen der Verteidigung holen zum Gegenschlag aus“, wurde für den Kandinsky-Preis 2010 nominiert.

Pressestimmen

"Mit einer originellen Mischung aus Comic, Protokoll und Tagebuch sprengen die Autoren das Genre der klassischen Gerichtsreportage. In einem aufschlussreichen Nachwort vergleicht die Übersetzerin Sandra Frimmel die Verhandlung über "Verbotene Kunst" mit Schauprozessen in der Sowjetunion und beschreibt den Gerichtssaal als politische Bühne."
Carmen Eller, Spiegel Online, 05. März 2013

"Viktoria Lomasko gibt einer feindlich, misstrauisch aufgeladenen Stimmung Konturen, die charakteristisch geworden ist für Putin-Russland. "Verbotene Kunst" ist eine Graphic Novel oder vielmehr Doku, in der eine gezeichnete Episode pro Seite platziert ist. Einem expressionistischen Holzschnitt ähnlich dokumentieren ihre Zeichnungen wie erschütternd schnell das Recht zu einer Kippfigur werden kann."
Christine Hamel, WDR 5, 14. Februar 2013

"Die Moskauer Gerichtsfarce gegen die zeitgenössische Kunst ist jetzt auch als Comic-Reportage nachzulesen."
Kerstin Holm, FAZ, 3. April 2013

"Lomasko ist eine Meisterin des Reportage-Comics."
Christoph Haas, TAZ, 14. März 2013

"Die Vielfalt der Stimmen, die absurden Zustände vor Gericht, die unversöhnliche Radikalität auf allen Seiten - Lomasko und Nikolajew sparen nichts aus und vermitteln so eine Vorstellung davon, dass es bei diesem Prozess um mehr geht, als um ein rabiates Regime, das Kritik nicht ertragen kann."
Ulrich Hufen, Deutschlandradio, 31. Dezember 2012