Welteis

Eine wahre Geschichte

Welteis
Welteis
Eine wahre Geschichte

384 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Erschienen: 2013
ISBN: 978-3-88221-989-0
Preis: 29,90 €

Hanns Hörbiger, der Welteismeister

Spätestens als 1969 die ersten Menschen den Mond betraten, konnte es keinen Zweifel mehr geben: Der Trabant bestand nicht aus Eis, wie der österreichische Maschineningenieur Hanns Hörbiger behauptet hatte. Von 1894 an hatte er, einem »intuitiven« Impuls folgend, die sogenannte Welteislehre oder Glazialkosmologie entwickelt, die davon ausging, das Universum sei zu großen Teilen aus gefrorenem Wasser zusammengesetzt.

Christina Wessely erzählt erstmals die schillernde Geschichte dieser kosmologischen Theorie, die bis in die 1940er Jahre ungeheure Popularität genoss und großen Einfluss ausübte – bis hin zu Hitler (»Ich neige der Welteislehre von Hörbiger zu«). Ihre reich dokumentierte und glänzend geschriebene Wissenschaftsgeschichte bettet Wessely ein in eine Reflexion über das Verhältnis und die gegenseitige Befruchtung von Wissenschaft und Pseudowissenschaft.

Weitere Informationen

Auszug aus der Laudatio von Prof. Dr. Gabriele Metzler zur Verleihung des Hintze-Preises der Humboldt Universität zu Berlin, den Christina Wessely am 12. Juli 2013 entgegennahm:

»Mit dem Preis auszeichnen möchte die Jury Frau Dr. Christina Wessely, seit 2012 Mitarbeiterin an unserem Institut, für ihre „wahre Geschichte“ von der Welteislehre und ihrem Schöpfer, Hanns Hörbiger, die sie vor wenigen Wochen in Buchform publiziert hat. Die „wahre Geschichte“, so der Untertitel des Werks, handelt von der Frage, was als wissenschaftlich gelten darf; wer über die Grenzziehungen zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft entscheidet, und wie solche Aushandlungsprozesse vonstattengehen. Als Sujet hat sie sich eine schillernde Theorie und eine nicht minder schillernde Persönlichkeit ausgewählt. [...]
Christina Wessely erzählt in „Welteis“ nicht nur eine „wahre Geschichte“, sondern auch eine spannende, fesselnde, bisweilen den Atem verschlagende. Die Jury war beeindruckt von der Weite des wissenschaftshistorischen Bogens, den sie in ihrer Arbeit schlägt, von der Strahlkraft, die ihre Erzählweise entfaltet, und von der Souveränität ihres Urteils, das Hörbiger nie diffamiert oder die Welteislehre der Lächerlichkeit preisgibt, sondern dem es auf eine sehr weitreichende Frage ankommt, der Frage nämlich, worin sich das Wissenschaftliche vom Nicht-Wissenschaftlichen unterscheidet.«

Pressestimmen

»Für ihre blendend erzählte Geschichte der Welteislehre hat sich die Wiener Wissenschaftshistorikerin nicht nur durch den umfangreichen Nachlass Hörbigers gearbeitet. Sie hat auch rekonstruiert, in welchen Kontexten sich Hörbigers Lehre trotz aller Vorbehalte durchsetzen konnte.«
[o.A.], der Standard.at, 8. Oktober 2013

»Wessely stellt keine Pseudowissenschaft zur Schau, die sich in ihrer Absurdität selbst lächerlich macht, sondern führt eindringlich vor Augen, wie brüchig die Grenzen zwischen wissenschaftlichem und pseudowissenschaftlichem Wissen sind. Dieses Buch ist eine höchst gelungene Auseinandersetzung mit der schwierigen Frage, wie Wissen entsteht,wie es bewertet wird und in Szene gesetzt wird.«
Lea Haller, NZZ, Juni 2013

»Man lernt aus diesem Buch einiges über beanspruchte oder kritisierte Wissenschaftsideale und darüber, dass sie nicht einfach über den gesellschaftlichen Verhältnissen schweben. Und weil die Autorin alle Weitschweifigkeit und Behäbigkeit meidet (...), lernt man es noch dazu auf kurzweilige Weise.«
Helmut Mayer, FAZ, März 2013


»Überaus lesenswert zeigt die Autorin, wie sich die Irrlehre großzügig aus dem Repertoire ihrer Episteme bediente, wie »das Fantastische aus fast unmerklichen Variationen des Gesicherten entsteht.« Die simple Gegenüberstellung von Wissenschaft und Preudowissenschaft wird dabei gründlich unterwandert. Wie im Brennglas treten die Gesten der Wissenschaft hervor.«
Philipp Felsch, LITERATUREN, Winter 2012


»Wesselys Buch zielt auf die großen Themen, die eine gegenwärtige Wissenschaftsgeschichte als historische Epistemologie umtreiben müssen. Sie behandelt diese Themen am Beispiel eines Materials, das den Leser bis zum Ende in seinen Bann zieht – was nicht zuletzt Wesselys glänzendem Schreibstil und ihrem souveränen Umgang mit den Quellen zu danken ist. «

Christian Kirchmeier, IASL online, Oktober 2013