Bora Cosic


Bora Cosic

Der serbische Dichter und Schriftsteller Bora Cosic (*1932) wuchs in Belgrad auf und arbeitete als Redakteur, Schriftsteller und Übersetzer, bis er aus politischen Gründen 1992 ins Exil nach Rovinj/Istrien ging. Seit 1995 lebt und arbeitet er auch in Berlin.

Bora Ćosić wurde 1932 in Zagreb geboren. Ab 1937 lebte er in Belgrad, wo er nach Ende des Zweiten Weltkriegs Philosophie studierte.

In den 1950er Jahren arbeitete er als Redakteur für verschiedene Zeitschriften und als Übersetzer aus dem Russischen, u.a. der Werke von Majakowski und Chlebnikow. Seine ersten eigenen literarischen Veröffentlichungen seit den früher sechziger Jahren waren vor allem Romane und Essays, die er als „work in progress“ bezeichnet. Ćosić’ frühe surrealistische Romane, so „Haus der Diebe“, wurden bei ihrem Erscheinen von offizieller Seite als „dekadent“ diskreditiert.

Bald stand sein Name auf der „schwarzen Liste“ der Autoren, von deren Publikation die staatliche Kulturbürokratie den einheimischen Verlagen abriet. Die Theaterfassung seines erfolgreichen satirischen Romans „Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution“ von 1969, die auch verfilmt wurde, zog ein mehrjähriges Publikationsverbot nach sich. Trotzdem schrieb Ćosić weiterhin Romane.

Aus Protest gegen den Kurs des serbischen Regimes verließ Ćosić 1992 Belgrad und ließ sich im istrischen Rovinj nieder. Während des Exils in Kroatien, dem offiziellen Feindesland Serbiens, entstand sein „Tagebuch eines Heimatlosen“, das gefüllt ist mit Reflexionen über Proust und den deutsch-französischen Krieg. Von da an wandte er sich verstärkt dem von literarischen Themen inspirierten essayistischen Schreiben sowie der Lyrik zu. Ein Stipendium des DAAD führte ihn 1995 nach Berlin, wo er mit seiner Frau bis heute lebt. Als serbischer Autor im Exil publiziert er von dort aus in serbischer Sprache weiterhin Romane, Reisebeschreibungen, Essays und Gedichte. Außerdem veröffentlichte er mehrere literarische Dossiers in der Zeitschrift „Lettre International“.

Ćosić wurde 2002 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und 2008 gemeinsam mit seiner Übersetzerin Katharina Wolf-Grießhaber mit dem „Albatros“ der Günter-Grass-Stiftung ausgezeichnet.

Bora Cosic bei Matthes & Seitz Berlin:

→ zurück

Matthes & Seitz Berlin auf der Frankfurter Buchmesse (06.-10. Oktober): Halle 4.1., Stand E121