Warlam Schalamows literarisches Werk wird häufig in die Nähe Franz Kafkas, Isaak Babels aber auch Samuel Becketts gerückt. Über Prosa versammelt seine Reflexionen über das Schreiben und gewährt einen Blick in die Werkstatt der Wahrheit.
Um das Unerhörte der Lagererfahrung vermitteln zu können, entwickelte Warlam Schalamow eine einzigartige literarische Sprache. Er wollte den Leser hineinziehen in den Lageralltag und die Differenz zwischen Erlebtem und Erzähltem so gering wie möglich halten, um so nahe wie möglich an der Wahrheit zu bleiben: »Er wollte einzig ›authentische‹ Literatur schaffen, eine paradoxe ›nicht-literarische Literatur‹, eine Anti-Literatur. Für das Unsagbare der Lager-Erfahrung sollte eine neue, unerhörte Schreibart entstehen.« (Ralf Dutli, Literaturen)
Stimmen
»Ein Lernbuch über die große russische Literatur, und zugleich ein sehr persönliches Buch, das Worte findet für das Entstehen von Kunst, von Literatur, wofür Worte zu finden eigentlich kaum möglich ist.«
Uli Rothfuss, SWO-Kunstportal Baden-Württemberg, Juli 2010
»Schalamow hat den Schrecken Stalins ungebremst in die russische Literatur getragen. In Deutschland weiß man von ihm seit zwei Jahren. Alles, was der Band ›Über Prosa‹ zusammenfasst, ist eine unentbehrliche Brücke zu den ›Erzählungen aus Kolyma‹. Auf dieser Treppe steht auch der verstorbene Jörg Drews, dessen Nachwort ›Lakonie als Ethik‹ seine letzte Arbeit war.«
Jürgen Verdofsky, Frankfurter Rundschau, 15. Juli 2009
»In seinen Essays und Briefen, die der Band ›Über Prosa‹ versammelt, zeigt sich Schalamow rigoros.«
Jürgen Verdofsky, Badische Zeitung, 4. Juli 2009
»Als eine der letzten Arbeiten vor seinem Tod hat Jörg Drews zu diesem Band ein Nachwort geschrieben, das durch Hingabe an den Gegenstand und Aufrechterhaltung von Distanz beeindruckt. (...)
Überraschend, dass Schalamow, der zu oft auf das Lagerthema reduziert wird, seine Ideen von einer ›neuen Prosa‹, einem ›kargen‹, der ›Reinheit des Tons‹ und dem ›Abwerfen jeglicher Verzierungen‹ verpflichteten Schreiben von der Malerei herleitet, aus Gauguins ›Noa, Noa‹. Immer wieder zeigt er sich als begnadeter Aphoristiker.«
Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung, 12. August 2009
»Ob im Titel-Essay oder in seinen Briefen an Solschenizyn, Nadesha Mandelstam und viele andere - immer neu ringt er um sein großes literarisches Credo des Verzichts: Alle Kunst und Technik des Erzählens erweist sich ihm als frivol, angesichts der Extremerfahrung eines
Jahrhunderts, die nur ›mit der eigenen Haut, den eigenen Nerven‹ erforscht werden darf.«
Kathrin Meier-Rust, NZZ am Sonntag, 30. August 2009
»Schalamow erzählt mit scheinbar grenzenloser Lakonie. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb überwältigt das Buch seinen Leser, schleichen sich die düsteren Bilder in die Träume.«
Michael Feldmann, MDR 1, 17.August 2009
»Er überlebt den GULag und widmet sein Lebenswerk dem Schreiben darüber. Und bei dieser unschätzbaren Leistung gelingt ihm eine ästhetische, die ebenfalls unschätzbar ist – eine eigene, auf ihrem Niveau selten erreichte, von der Kritik gefeierte Literatur.«
Laslo Scholtze, www.literaturkritik.de, 9. September 2009
»In Schalamows poetischen Vergegenwärtigungen der Gewalt herrscht das Mysterium der Unannehmbarkeit.«
Kai-Uwe Reinhold, Dresdner Kulturmagazin, Oktober 2009
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