Nietzsche, Foucault und die Ethik

Nietzsche gab auf den Wertewandel seiner Zeit mit dem Übermenschen eine perspektivische Antwort: er riet, der einzelne solle aus seinem Leben ein Kunstwerk machen. Foucault ästhetisierte diese Forderung, er riet, sich nicht allgemeinen Moralcodes zu unterwerfen, sondern sich eigene Regeln zu schaffen, sich selbst auch das Geschlecht zu wählen.

An die Stelle von Nietzsches Übermensch tritt die Lebenskünstlerin, die einen eigenen Machtwillen durch Selbstdisziplin und
Selbstbeherrschung entwickelt und sich nicht einem herrschenden Moralcode unterordnet. In ihr entsteht eine individuelle Macht, als eine Macht über sich selbst, die ein neues Moralsubjekt konstituiert.

Der Übermensch als Lebenskünstlerin braucht den anderen Menschen, aber nicht als anonyme Gemeinschaft, sondern als anderen Lebenskünstler. Der kulturelle Wandel, der sich durch Emanzipation, neues Umweltbewusstsein und Hedonismus äußert, ist nicht aufzuhalten und führt zu neuen ethischen Werten und neuen Lebensformen.

Stimmen

»(...) ein äußerst bemerkenswerter Essay (...)«
Manuel Karasek, fluter, 4. Dezember 2009

»Während der Autor in argumentativer Dichte die Entwicklung zum Verlust gesamtgesellschaftlicher Werte antritt, eröffnet er einen fast bildhaften, sprachlich wunderschön geschliffenen Kosmos verzweigtester Zusammenhänge. Was bisher als vereinzelt galt, fügt der Autor in mosaikartiger Kompositionsfreude zusammen. Schönherr-Mann strukturiert Historie, ohne in Geschichtenerzählerei zu verfallen. Und zwischen all dem erstrahlt Nietzsches Philosophie der Umwertung in neuem Glanze.«
Björn Hayer, Die Berliner Literaturkritik, 20. November 2009

»Welch herrlicher (...) Vordenker. Man berausche sich an ihm.«
Neue Zürcher Zeitung, 22. September 2009


Der Übermensch als Lebenskünstlerin

Hans-Martin Schönherr-Mann
Der Übermensch als Lebenskünstlerin
Nietzsche, Foucault und die Ethik
168 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-88221-667-7
€ 12,80 / CHF 24,00

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Veranstaltungen

20.09.2010, 20:00
10.09.2010, 20:30
Matthes & Seitz Berlin auf der Frankfurter Buchmesse (06.-10. Oktober): Halle 4.1., Stand E121