Emmanuel Faye versucht so polemisch wie quellennah die Nähe der deutschen Philosophie der 30er Jahre zum Nationalsozialismus nachzuweisen. Er beeindruckt durch die Materialfülle, mit der er belegt, dass die Grundlagen Martin Heideggers Denken in rassischem, völkischem und antisemitischem Gedankengut zu finden sind.
»Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie« gehört zu den meist umstrittenen Büchern der letzten Jahre. Die deutsche Ausgabe hat Emmanuel Faye durchgesehen und mit einem neuen Nachwort versehen. Darin geht er auf die seit Erscheinen des Buchs in Frankreich nicht endenden Vorwürfe ein. Der deutsche Leser hat nun die Möglichkeit, eine Debatte kritisch zu beurteilen, deren Ende nicht absehbar ist, »denn zwei Tatsachen über Martin Heidegger sind so unleugbar, wie sie den Umgang mit seinem Werk kompliziert machen: Er ist einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, und er war ein Nazi. An dieser Spannung entzünden sich bis heute immer neue Diskussionen um das Werk des deutschen Denkers.« (DIE ZEIT)
Stimmen
»Faye geht es (...) um „eine Schlacht, bei der die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel steht“. Damit macht er deutlich: Nicht Erkenntnis steht für ihn im Vordergrund, sondern eine Art Endkampf. Das konkretisiert Faye in der von ihm zusammengestellten Bibliographie. Sie ist ein Unikum.«
Deutschlandradio Kultur, 25. April 2010
»Fayes Buch ist voll Leidenschaft geschrieben, weshalb es ein Beitrag zur Debatte um das Wesen der Philosophie ist, wie man sie sich im Prinzip häufiger wünscht.«
Till Kinzel, IFB, April 2010
»(...) Man wird sich Fayes unangenehmen Erkenntnissen nicht entziehen können.«
Ludger Lütkehaus, SWR2 Buchkritik, 09. Juli 2009
»(...) wenn der Autor nicht mit dem pamphletartigen Charakter seiner Schrift den Ausführungen Schwung gäbe, der den Leser leicht mitreißt.«
Jürgen Busche, taz, 01. April 2009
»Schon 1987 hatte Farias mit seinem Buch (...) die Intellektuellen polarisiert. Der neue Streit ist ungleich heftiger. Faye radikalisiert seine Vorwürfe.«
Willem van Reijen, Badische Zeitung, 20. März 2009
»Emmanuel Faye geht Heideggers Gesamtwerk durch; er beachtet die intellektuelle und die politische Lage der ausgehenden Weimarer Zeit; er bringt ungedrucktes Material und empfiehlt sorgfältige Unterscheidungen. Ingesamt ist dieses Buch eine gescheite und durchdachte Herausforderung. Es zwingt Heideggerianer, vom hohen Ross herunterzukommen und sich erneut der Textarbeit zu widmen. Fayes Arbeit ist zu ernsthaft, zu scharfsinnig und zu dokumentiert. Alles ist neu zu machen.«
Kurt Flasch, Süddeutsche Zeitung (zum Erscheinen der französischen Ausgabe)
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