Anatolij Kusnezow war 12 Jahre alt, als die Armee Hitlers 1941 in Kiew einmarschierte. Diese Besatzungszeit seiner Heimatstadt und der ihr folgende Umschwung gingen in ihm ein. Die traumatisierende Erinnerung an diese Jahre verließ ihn nie. Sie findet ihren Inbegriff in der »Weiberschlucht«, Babij Jar, die Schauplatz unvorstellbaren Grauens wurde. Für Kunezow wurde sie zum Zeichen des grenzenlosen Vernichtungswillen des Menschen und des Aberwitzes des Krieges. Als es ihm endlich gelungen war, seine Erlebnisse niederzuschreiben, erschien das Buch, von der Zensur völlig verstümmelt, 1966 in der Sowjetunion. Nicht zuletzt der Wille, sein Roman-Dokument unverfälscht zu veröffentlichen, führte zu seiner Flucht nach England. 1970 konnte Babij Jar im Westen auf Russisch in erweiteter Form erscheinen. Kusnezow hatte sowohl die zensierten Stellen als auch jene, die der inneren Zensur 1966 zum Opfer gefallen waren, wieder eingefügt und im Text kenntlich gemacht.
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- Do08.Okt2026GesprächDonnerstag, 08.10.2026, 13:00 Uhr, Frankfurter Buchmesse, Messegelände, Ukrainischer Nationalstand, Halle 3.1, Stand C13, Frankfurt
Diskussion zu Anatoli Kusnezow »Babyn Jar. Roman eines Augenzeugen« mit Katja Petrowskaja, Christiane Körner
Ein Gespräch mit der aus Kyjiw stammenden jüdisch-ukrainischen Autorin Katja Petrowskaja und der Übersetzerin Christiane Körner über Anatoli Kusnezows Werk zum Massenmord von Babyn Jar im ...mehr

