Alle Gedanken, Maximen, Reflexionen
Buch

Alle Gedanken, Maximen, Reflexionen

480 Seiten, Mit flexiblem Leinenband
Preis: 38,00 €

Zum ersten Mal vollständig und in neuer Übersetzung: Chamforts Gedanken, Maximen und Reflexionen

Friedrich Nietzsche nannte ihn den »witzigsten aller Moralisten, ohne den die Französische Revolution ein viel dümmeres Ereignis gewesen« wäre. Nicolas de Chamfort war nicht nur einer der geistreichsten und charmantesten Denker, er war sicher auch einer der tragischsten seiner Zeit. Seine Gedanken, Maximen und Reflexionen, die hier erstmals vollständig versammelt sind, bilden das Herzstück eines schillernden literarischen, philosophischen und revolutionären Werks, das schnell über die Grenzen Frankreichs hinaus berühmt und einflussreich wurde. Für Albert Camus verbirgt sich hinter diesen Texten ein »verheimlichter Roman«: In seinen kritischen Beobachtungen des revolutionären Geschehens stecke nichts weniger als »eine Geschichte der Einsamkeit«. Sein Werk spiegelt die extreme Biografie des Sohns einer Adligen und eines Dompfarrers wider, in der sich die gesellschaftliche Zerrissenheit der Französischen Revolution verkörpert, die er miterlebte und austrug. Seine geistige und rhetorische Schärfe ebenso wie seine politische Integrität machten ihn zu einem bedeutenden Wortführer seiner Zeit und besiegelten schließlich sein Schicksal. Chamforts lebenslanges Außenseitertum und sein selbstgewählter Leidensweg spielen sich in seinem Tod noch einmal ab: Im Angesicht seiner Verhaftung versucht er sich das Leben zu nehmen und diktiert den Gendarmen seinen Todeswunsch, den er mit seinem eigenen Blut signierte.
Buch
ISBN: 978-3-88221-888-6
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Veröffentlicht: 2021
Vorwort: Albert Camus
Schlagworte: Philosophie, Artaud, Aufzeichnungen, Französische Revolution, Aufklärung, Nietzsche, Albert Camus, Camus, Maximen, Revolution, Gesamtwerk

»In der sorgfältig edierten und übersetzten Ausgabe von Ulrich Kunzmann und Fritz Schalk lässt sich nachlesen, wie viel Lebensbejahung hinter Chamforts radikalem Einspruch gegen die Gesellschaft mitschwingt.«
– Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung

  • Nicolas Chamfort

    Nicolas Chamfort, 1741 in Clermont geboren, schloss ein theologisches Studium mit dem Titel eines Abbés ab und schrieb danach Bühnenstücke, die erfolgreich an Pariser Theatern aufgeführt wurden. Er wurde zu einem begehrten Gast der dortigen Salons und ließ sich vom Hochadel des Ancien Régime ... mehr

  • Ulrich Kunzmann

    Ulrich Kunzmann, 1943 geboren, übersetzte seit 1969 aus dem Französischen, Spanischen und Portugiesischen. Nach einem Studium der Romanistik von 1961 bis 1966 promovierte er 1971 mit einer Arbeit über den guatemaltekischen Nobelpreisträger Miguel Ángel Asturias. Anschließend arbeitete er rund zwanzig Jahre als Dramaturg für Hör- und Schauspiele aus dem romanischen Sprachraum, bevor er seit 1991 hauptberuflich als Literaturübersetzer tätig war.

    Im Laufe seiner Karriere legte Kunzmann mehr als 70 Übersetzungen vor. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die lateinamerikanische Literatur, die er mit großem Engagement im deutschsprachigen Raum bekannt machte. Zu den wichtigsten von ihm übersetzten Autoren zählen Miguel Ángel Asturias, Alejo Carpentier, Carlos Fuentes, Augusto Roa Bastos, Mario Vargas Llosa, Juan Carlos Onetti, Pablo Neruda, Rubén Darío, José Lezama Lima und Miguel Barnet. Darüber hinaus übertrug er Werke von José Ortega y Gasset, Bartolomé de Las Casas, José Luis Sampedro, Ramón María del Valle-Inclán, José Maria Eça de Queiroz sowie Bernard de Fontenelle. Auch an der ersten deutschen Gesamtausgabe von Blaise Pascal arbeitete er maßgeblich mit. Für Matthes & Seitz Berlin übersetzte der außerordentlich produktive, belesene und stilistisch versierte Übersetzer u.a. Autoren wie Nicolas Gomez Davila, Jean-Henri Fabre, Rivarol, Chamfort und Pascal. Ulrich Kunzmann starb 2023 in Berlin.

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