Bericht über nichts

Bericht über nichts
Bericht über nichts

50 Seiten, Hardcover bedruckter Schutzumschlag

Übersetzung: Hainer Kober

Erschienen: 2011
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
ISBN: 978-3-88221-614-1
Preis: 12,90 €

Ein fiebriger Tagtraum, erzählt vom Meister der Abgründe

Ein Pornofilm, eine medizinische Untersuchung, ein blutig endender Stierkampf und badende Kinder in einem Schwimmbad – Jonathan Littell schildert einen flirrenden Tagtraum in einer bestechend scharfen, geschliffenen Sprache. Die immer wiederkehrenden geometrischen Figuren und der fließende Wechsel von der einen in eine neue Situation erinnert an die Filme David Lynchs oder an die Romane von Bret Easton Ellis. Die kreisenden, nichts im Unklaren lassenden Sätze brennen sich dem Leser ein und hallen in ihm als Erlebnisse zwischen Traum und Wirklichkeit nach.

Pressestimmen

»Ein Ich-Erzähler berichtet von einer Party, einem Besuch im Freibad, einem Pornostreifen, einem Stierkampf. Wie in einem Traum oder einem David-Lynch-Film gleitet er von einer Szene zur anderen; kaum etwas scheint ihn zu berühren, alles wirkt durchsichtig, wie Hologramme nahe bei nichts. Grosse Literatur hat aber doch mit echten Problemen und Konflikten zu tun, jemand, der lediglich durch die Welt schwebt, erzählt kaum mitreissende Geschichten. Aber gerade in seiner ›Coolness‹ und Umrisslosigkeit ist Littells Protagonist auch sehr aktuell. Schon lange nicht mehr hatte ich bei einer Lektüre so sehr den Eindruck: Das ist heute.«
Schweizer Monat, Mai 2011


»Eine literarische Meisterübung. ›Im Idealfall hätte ich mir gewünscht, dass er (der Bericht) den Geschmack eines grünen Zitroneneis gehabt hätte, frisch, leicht, säuerlich verspeist am Rande eines großen Schwimmbeckens, in dessen klares Wasser die Badenden eintauchen wie in die Härte des Lebens, ohne einen Blick zurück‹, schreibt Littell auf der letzten Seite. Spätestens an dieser Stelle wünscht man sich, dass der Autor seinen Erzählband weitergeschrieben hätte.«
Sabrina Glaubitz, dpa, 24. Mai 2011


»Der Titel des schmalen Büchleins spricht Bände, auch ein Klapptext fehlt. Wiewohl Littell dieses Nichts virtuos und anspruchsvoll in Worte zu fassen vermag. Wie die in ›Ein Sonntag im Sommer‹ (BA 6/09) enthaltenen Texte demonstriert auch diese Erzählung das große literarische Können Littells.«
Regine Mitternacht, ekz, Mai 2011


»kokette Stilübung«
Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 27. April 2011


»Auf den gerade mal 50 Seiten beweist Littell, dass er auch die kurze Form beherrscht. Er hoffe, schreibt Littel, der Text lese sich, wie ›grünes Zitroneneis‹ schmecke. Das ist ihm gelugen.«
Münchner Merkur, 27. April 2011


»Die Atmosphäre ist flirrend, deliriös, unfassbar.«
David Signer, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 24. April 2011


»Neugierig auf alles, aber an nichts interessiert, lautet die Erzähldevise, mit der Littell noch den heißesten Sommer erzähltechnisch runterkühlt. Und das kann er ziemlich gut.«
Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13. März 2011