Die Autorität des Zeugen

Ernst Jüngers politisches Werk

Die Autorität des Zeugen
Die Autorität des Zeugen
Ernst Jüngers politisches Werk

208 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Erschienen: 2009
ISBN: 978-3-88221-643-1
Preis: 22,80 €

Die »kleine Kampfmaschine«: Der Arbeiter

Autor ist derjenige, der für die Wahrheit bürgt. Seine Autorität bezieht er aus seiner Zeugenschaft. Eben dies ist die Autorität der Texte Ernst Jüngers, eine Autorität jenseits des Werks. Peter Trawny geht diesem Anspruch und seinem Zerbrechen an der Shoah nach.

Als Welt-Krieger wusste Ernst Jünger, wovon er schrieb: er war dabei, er zeugte, er war der Zeuge und beanspruchte dadurch eine höhere Autorität. Seine Schrift Der Arbeiter (1933) sollte als »kleine Kampfmaschine« die Zukunft einer »neuen Rasse« beschwören. Das tut sie als Politische Theologie, als ein Gründungswerk, das sich theologisch legitimiert. Doch Jünger scheitert. Die Autorität des Zeugen zerbricht nicht am Krieg, doch an der Shoah. Versuche, in den Schmerz des Ereignisses einzutauchen, schlagen fehl.

Trawnys Buch zeichnet den Aufstieg und den Ab­sturz Jünger’scher Zeugenschaft bis in die Nachkriegszeit nach. Bisher unveröffentlichte Manuskripte und Briefe zeigen, inwiefern Jüngers spätere Versuche, sich als Unpolitischen zu inszenieren, als Vertuschung anzusehen sind.

Pressestimmen

»Einige Schriften und Begriffe Ernst Jüngers verdienen es, stärker als bisher in den Mittelpunkt philosophischen Interesses gerückt zu werden. Die Untersuchung des Philosophen Peter Trawny leistet dazu einen Beitrag.«
Andreas R. Klose, Philosophisches Jahrbuch, Frühjahr 2011


»Das Los, die Sprache verloren zu haben, das viele Kriegsteilnehmer wie auch uns Jüngere, die wir unter ehemaligen Soldaten und traumatisierten Kindern aufwuchsen, auf so unterschiedliche Weise getroffen hat, ist in meinen Augen der wesentliche Grund für den bundesrepublikanischen Erfolg des Schriftstellers Ernst Jünger.«
Jürgen Nielsen-Sikora, Glanz & Elend, 17. Februar 2011.


»[Trawny bietet] auf nur zweihundert Seiten eine Fülle anregender Einsichten und Gedanken.«
Felix Johannes Enzian, FAZ, 23. Dezember 2010


»Trawny hat mit dem vorliegenden Buch einen dichten, quellengestützten und sehr ernsthaften Beitrag zur Deutung einer wichtigen Scharnierstelle im Werk Jüngers vorgelegt. Es dürfte zu den wichtigeren Büchern der Jünger-Literatur gehören und darf daher in keiner umfassenden Sammlung von Literatur von und über Ernst (und Friedrich Georg) Jünger fehlen. Auch wird man gespannt auf das vom selben Autor angekündigte Buch sein dürfen, das sich mit der „esoterischen Philosophie“ Heideggers befassen wird.«
Till Kinzel, Informationsmittel, Juni 2010


»Der Verfasser rückt seine Publikation in die Nähe des fulminanten Buches von Ulrich Raulff über Stefan George und die umfassende Schmitt-Biografie von Reinhard Mehring.«
Gabriele Guerra, literaturkritik.de, Januar 2010


»One can only hope that his excellent work concerning The Worker could widen into a more international view on this key prognostical work of one of Germany’s most important authors.«
Bertil Haggman, Center for Research on Geopolitics, 2009


»Mit das Beste, was man derzeit über Jünger lesen kann.«
Die Tagespost, 31. Dezember 2009


»Der seit langem beste Impuls für die Jünger-Forschung.«
Alexander Pschera, Amazon.de, 25. Oktober 2009


»Hier ist Trawny wirklich eine Vertiefung des Blicks auf Jünger gelungen.«
Jürgen Busche, Cicero, September 2009