Die Sechzigjährige und der junge Mann

Aus dem Rumänischen von Eva Ruth Wemme

Die Sechzigjährige und der junge Mann
Die Sechzigjährige und der junge Mann
Aus dem Rumänischen von Eva Ruth Wemme

192 Seiten, EBook

Erschienen: 2010
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
ISBN: 978-3-88221-902-9
Preis: 12,99 €
Auch erhältlich als ... Buch

»Das einzig Wirkliche in der Liebe sind die Drüsen, der Rest ist Literatur.«

Nora Iuga, die große rumänische Autorin und Übersetzerin, bei uns bislang vor allem als Lyrikerin bekannt, erweist sich mit »Die Sechzigjährige und der junge Mann« als schonungslos offene Erzählerin: Eine gestandene Schriftstellerin – unschwer als Alter ego Nora Iugas zu erkennen – lässt ihr Leben, ihre Lieben, ihre Freundschaften, politische Ereignisse und individuelle Tragödien in einem endlosen Fluss der Selbstbefragung und Erinnerungen Revue passieren. Sie vergewissert sich der Regungen ihres Körpers und lauscht dem Ruf ihres Instinkts – ihr Gegenüber ist ein jüngerer Mann, dessen verführerischer, geheimnisvoller grüner Blick sie mal zu gewagten Eingeständnissen bewegt, mal zutiefst verunsichert und lähmt. Ein bunter, melancholischer, komischer und impulsiver Roman, der Geniestreich einer Poetin voll heißen Temperaments.

Stimmen

»Dieser Liebesroman ist somit nicht nur ein Experiment einer Frau mit der Liebe im hohen Alter, sondern im gleichen Maße das Experiment einer sich immer neu erfindenden Schriftstellerin mit der Liebe im und zum Text.«
Iulia Dondorici, Deutsch-Rumänische Hefte, Sommer 2011

»Bei der Lektüre dieses kleinen Romans, dessen poetische, metaphernreiche Sprache von Eva Ruth Wemme kompetent und sensibel übersetzt wurde, hält man oft inne, genießt die schönen und klugen Sätze und denkt über das Gelesene nach, nicht immer ohne Widerspruch.«
Anke Pfeifer, Spiegelungen, Frühjahr 2011

»Der Reiz von Nora Iugas Buch besteht in der vibrierenden Balance, in der sie die erotische und die biographische Neugier des Lesers hält. Wie gern wollen wir wissen, was diese vitale und freizügige Anna, die mit der Dichterin so ziemlich identisch ist, in ihrem bisherigen Leben erfahren hat.«
Harald Hartung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. April 2011

»Die Erotik des Schreibens wird gefeiert - eine nicht nur leichte, aber lohnende Lektüre, auch dank der vorzüglichen deutschen Übersetzung von Eva Ruth Wemme.«
Neue Zürcher Zeitung, 8. Februar 2011

»Nichtsdestotrotz überzeugen diese Bekenntnisse einer Junggebliebenen, der Plauderton einer alternden Frau, die schon viel erlebt hat, ist glaubhaft, und das aufreizende Spiel mit der Neugier und der angedichteten Begierde des grünen Blicks verleihen den Erinnerungen eine erotische Würze.«
Siebenbürgische Zeitung, 20. Januar 2011

»Offen, ehrlich und warm wirken [die Geständnisse der Erzählerin], die von Gedanken und Reflexionen unterfüttert sind. Die Grenzen zwischen dem Gesagten und dem Gedachten verwischen in dem 12-stündige Monolog ebenso wie die zwischen der Wirklichkeit und der eigenen Wahrnehmung, welches sich im Erzählstil der rumänischen Autorin widerspiegelt.«
Feigenblatt, Winter 2010


»Quasiliteratur wird diese Schreibweise in Rumänien genannt. Eine literarische Richtung, die nach der Wende entstand. Das neue Lebensgefühl soll sich in den Texten spiegeln. Grenzen auflösen lautet eines der Ziele. Prosa, Lyrik, Monolog, alles kann ineinander fließen, die herkömmlichen Gattungsgrenzen zählen nicht mehr. Die Welt kann außerdem zur gleichen Zeit gesehen, gehört, gefühlt, gerochen und geschmeckt werden; beim Schreiben wechseln Stimmungen und Empfindungen. Quasiliteratur heißt auch, dass Schriftsteller versuchen, ihre gesamte Wahrnehmung in den Text zu bringen. In dieser neuen Tradition steht der gelungene Roman Die Sechzigjährige und der junge Mann, lyrische Prosa und Zeitdokument in einem.«
Ute-Christine Krupp, Saarländischer Rundfunk, 13. November 2010


»Mit dem Mittel von James Joyce Bewusstseinsstrom, im Ausdruck aber eigenwillig, rollt eine betagte Ich-Erzählerin ihr Leben in einem kunstvoll gewobenen Sprachteppich vor den grünen Augen eines jungen Mannes aus.«
Stuttgarter Nachrichten, 17. November 2010


»Die 80-jährige Iuga arrangiert die Figuren ihres Romans wie in einem Theaterstück....Enthüllung und Verhüllung fallen ineinander, schüren das Verlangen und verwickeln den Leser in ein Netz von Andeutungen und Aufschüben.«
Kai-Uwe Reinhold, Dresdner Kulturmagazin, November 2010


»...sie ist, obwohl Nora Iuga keine „Dame“ sein will, die große alte Dame der rumänischen Lyrik.«
Erika Achermann, Tagblatt, 4. Oktober 2010


»...eine in wunderbar poetischer Sprache erzählte rumänisch-deutsche Literaturgeschichte.«
Klaus Richter, Neues Osteuropa, Februar 2010


»Bei der Lektüre dieses kleinen Romans, dessen poetische, metaphernreiche Sprache von Eva Wemme kompetent und sensibel übersetzt wurde, hält man oft inne, genießt die schönen und klugen Sätze und denkt nicht immer ohne Widerspruch über das Gelesene nach.«
Anke Pfeifer, literaturkritik.de, 12. Oktober 2010

»In bilderreicher, poetischer Sprache in einem zwischen 1. und 3. Person wechselnden Quasi- Monolog erzählt Anna ihr Leben, ihre erotischen Abenteuer, ihre Träume und Enttäuschungen, ihren Werdegang als Schriftstellerin, die Schicksale von Securiate-Opfern und reflektiert über Literatur, Politik und das Leben überhaupt, wobei die Autorin viele biographische Erfahrungen verarbeitet. [...] Sie vertritt eine Richtung der modernen rumänischen Literatur, in der die Grenzen zwischen den einzelnen Gattungen aufgehoben scheinen — [...] [Ein] hervorragendes Beispiel rumänischer Gegenwartsliteratur [...].«
Lieselotte Jürgensen, ekz bibliotheksservice, 28. September 2010

»[Nora Iuga] gehört zu den originellsten literarischen Stimmen Rumäniens. Den Sozialismus hat sie in ihren Texten genauso thematisiert wie das Älterwerden oder erotische Sehnsüchte.«
Christine Krupp, WDR 3, 28. Juni 2010
» Die Sprache, die Eva Ruth Wemme in leicht dahinfliegendes Deutsch übertragen hat, mäandert zwischen karger, klarer Beschreibung, metaphernstarker Poesie und sprungfreudigem Assoziieren. Das Soziale und Politische mischt sich kunstvoll mit dem Privaten und Körperlichen. [...] Lesevergnügen und Lesegewinn bei der fast 80-jährigen Rumänin Nora Iuga und dem Iren James Joyce sind vergleichbar, da [...] eine intelligente Kombination aus assoziativer Freiheit, erotischer Vitalität und literarischer Ordnung zu finden ist. [...] Wie der junge Mann werden auch die Leser des Romans von Annes Worten in Bann gehalten und verführt [...]. So bietet der Roman viel für Herz und Hirn. Man erfährt etwas über die vielen Lebensalter und Gefühle, die in einer Frau von sechzig Jahren Platz haben, über die rumänische Vergangenheit und die Schriftstellerszene, über das Schreiben und die Poesie.[...] Schließlich ist er eine umfassend kluge, erotische, kraftvolle Lebensfeier und, wie es Anna dem jungen Mann über formuliert: „Eine Liebeserklärung nach allen Regeln der Kunst.“«
Rolf- Bernhard Essig, Frankfurter Rundschau, 11. Juli 2010
  • Nora Iuga

    • Die Sechzigjährige und der junge Mann

      Die Sechzigjährige und der junge Mann

      192 Seiten, Broschur
      Preis: 16,80 €
      Buch