Die Tagesordnung

Die Tagesordnung
Die Tagesordnung

128 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag

Originaltitel: L'Ordre du Jour (Französisch)
Übersetzung: Nicola Denis

Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-95757-576-0
Preis: 18,00 €
Auch erhältlich als ... Ebook

Prix Goncourt 2017 20. Februar 1933: Auf Einladung des Reichstagspräsidenten Hermann Göring finden sich 24 hochrangige Vertreter der Industrie zu einem Treffen mit Adolf Hitler ein, um über mögliche Unterstützungen für die nationalsozialistische Politik zu beraten: Krupp, Opel, BASF, Bayer, Siemens, Allianz – kaum ein Name von Rang und Würden fehlt an den glamourösen runden Tischen der Vermählung von Geld und Politik. So beginnt der Lauf einer Geschichte, die Vuillard fünf Jahre später in die Annexion Österreichs münden lässt. Bild- und wortgewaltig führt er den Leser in die Hinterzimmer der Macht, wo in erschreckender Beiläufigkeit Geschichte geschrieben wird. Dabei erzählt er eine andere Geschichte als die uns bekannte, er zeigt den Panzerstau an der deutschen Grenze zu Österreich, er entlarvt Schuschniggs kleinliches Festhalten an der Macht, Hitlers abgründige Unberechenbarkeit und Chamberlains gleichgültige Schwäche. Mit der ihm eigenen virtuosen Eindringlichkeit und satirischem Biss seziert Vuillard die Mechanismen des Aufstiegs der Nationalsozialisten und macht deutlich: Die Deals, die an den runden Tischen der Welt geschlossen werden, sind faul, unser Verständnis von Geschichte beruht auf Propagandabildern. In »Die Tagesordnung« zerlegt Éric Vuillard diese Bilder und fügt sie virtuos neu zusammen: Ein notwendiges Buch, das eine überfällige Geschichte erzählt und damit den wichtigsten französischen Literaturpreis erhielt.

Pressestimmen

»Einfach genial. [...] Vuillard zeigt, wozu Literatur in ihren großen Momenten fähig ist: blitzhafte Verwandlung träger, alter, viel zu oft erzählter Geschichte in schockierende Neuigkeit.«
– Volker Weidermann, DER SPIEGEL

»Dieses Buch lässt man nicht mehr los.«
– Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung

»All seinen Büchern gelingt es, großen geschichtlichen Ereignissen Facetten abzuringen, deren Bedeutung sich erst durch eine literarische Aufarbeitung erschließt.«
– Metropolis, arte

»Das Erzählen Vuillards [...] öffnet somit einen Möglichkeitsraum, der erahnen lässt: Eine andere Geschichte wäre möglich gewesen. Literatur wird so statt zum Schmieröl, zum Sandkorn im Getriebe der Geschichte und der Gegenwart. Nach dieser Lektüre verbietet es sich jedenfalls, einfach zur Tagesordnung überzugehen.«
– Christina Lenz, Frankfurter Rundschau

»›Tagesordnung‹ ist ein unkonventioneller, aber brillanter Roman.«
– Dirk Fuhrig, Deutschlandfunk Kultur

»Die sensationellsten Bücher zu einem Gedenkjahr können jene sein, die nie für ein solches geplant und geschrieben waren. Eric Vuillards ›Die Tagesordnung‹ ist so ein Werk [...]«
– Gerald Heidegger, ORF

»Geglückt ist hier ein exemplarisches Meisterwerk über Massenmanipulation, Gehirnwäsche, Lügen und Heucheleien in Fließbandproduktion.«
– Werner Krause, Kleine Zeitung

»Éric Vuillard hat kein Geschichtsbuch geschrieben, sondern einen unbedingt lesenswerten Roman, bei dessen Lektüre man mehr als einmal an die Gegenwart erinnert wird.«
– Florian Keisinger, Fixpoetry

»Dieses [...] Buch reiht sich ein in Vuillards brillante Dekonstruktion der vermeintlichen abendländischen Werte.«
– Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung

»Seine Sprache ist düster, poetisch, brillant.«
dpa

»Weltliteratur – blendend recherchiert, stilistisch grandios, hellsichtig und zugleich bitterböse.«
– Klaus Taschwer, derStandard

»Vuillards Erzählung [...] ist ein schmales Buch, aber ein großes Werk.«
ZDF aspekte

»Ein Text, der durch Fiktion der Wahrheit auf die Schliche zu kommen versucht und uns neue Perspektiven auf den Wahnsinn dieser Epoche eröffnet.«
Libroscope

»Sprachmächtig - oft in sarkastischem Ton und in filmisch inspirierten Sequenzen - führt Éric Vuillard uns Situationen vor Augen, die wohl in der Vergangenheit zu verorten sind, aber so viel Allgemeingültiges, Wiederholbares bergen, dass es schaudern macht.«
– Irmtraud Gutschke, neues deutschland

»Vuillard ironisiert, verdichtet, schont keinen, arbeitet auf Pointen hin – und trifft präzise.«
– Susanne Lintl, Kurier

»Die gespenstische Szene festgehalten zu haben erweist, wie sehr Vuillards Verfahren dem absurden Kern dieses Menschheitsverbrechens gerecht wird. Beunruhigend schillern seine historischen Übermalungen im schummrigen Licht der heutigen populistischen Politbühne.«
– Stefan Kister, Suttgarter Zeitung

»Vuillard dringt bis zu den absurdesten Details vor, ihm entgeht keine Nebensächlichkeit und seine einzelnen, durchaus disparaten Berichte, erzählt mit hinterhältig poetischem Unterton von einem wie aus dem Versteck hervorschnellenden Beobachter, ergeben ein anderes, erschütternd groteskes, gestochen scharf entlarvendes Bild. Nicht nur als Ergänzung, vielmehr als provozierenden Kontrast zu den bekannten Geschichtsbuch-Fakten.«
– Bernd Noack, Diwan

»›Die Tagesordnung‹ ist dokumentarische Literatur vom Feinsten. Geschrieben von einem wortmächtigen Prosaisten mit analytischer Sehschärfe. Man könnte seine Medaillons mit einem Wort von Walter Benjamin Denkbilder nennen. Damit stellt der Autor mit seinem schmalen Buch einen Wegweiser auf: Er zeigt, wie leichtfertig die Demokratie zerstört werden kann.«
– Oilver vom Hove, die Presse

»Die Montage der unvertrauten Miniaturen dieses rasanten und glänzend übersetzten Buches reihen sich geradezu von allein zu einem Film zusammen. Vuillard hat die historischen Fußnoten und Randnotizen mit großer Frechheit und Freiheit zu einem fesselnden Bilderbogen zusammengefügt.«
– Christine Brinck, Der Tagesspiegel

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