Die Unbefleckte Empfängnis

Die Unbefleckte Empfängnis
Die Unbefleckte Empfängnis

336 Seiten, geb. mit Schutzumschlag

Übersetzung: Aus dem Französischen von Andreas Jandl und Frank Sievers

Erschienen: 2010
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
ISBN: 978-3-88221-530-4
Preis: 22,90 €
Auch erhältlich als ... Ebook

In Soucys Welt

»Die Unbefleckte Empfängnis«, bislang in mehr als 20 Sprachen übersetzt, ist ein Meisterwerk der Irritation. Soucy entwirft vor dem Hintergrund einer mitreißenden Geschichte ein Universum an seltsamen Gestalten und Physiognomien und beweist, dass er zu Recht zu den eigenwilligsten und wichtigsten französischsprachigen Autoren Kanadas zählt.

»Da das Schicksal sich listigerweise unscheinbar kleidet, begann alles mit einem Abendspaziergang, der allen vorigen zu gleichen schien.« Remouald Tremblay, ein hünenhafter Mann mit dem Lächeln eines Esels, führt ein von Routine bestimmtes Leben als Bankangestellter und opfert jede freie Minute der Pflege seines tyrannischen gelähmten Vaters. Das ändert sich, als er in der Ruine einer vom Feuer zerstörten Kneipe einen Gegenstand entdeckt und einsteckt. Was von nun an passiert, gerät mehr und mehr außer Kontrolle.



Stimmen

»Zu empfehlen.«
Manuela Schwärzler, Bibliotheksnachrichten, Sommer 2011

»Gerade in der spröden Verschlossenheit dieser Welt liegt ihr Reiz.«
Anja Hirsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. April 2011

»Es gibt die guten und die schlechten Romane. Es gibt die Romane mit den hellen und die mit den dunklen Stoffen. Es gibt die runden und die kantigen Romane. Es gibt die Romane, die Fragen stellen und die, die Antworten geben. Es gibt die sich aufblähenden und die in sich zusammenfallenden Romane. Es gibt die, die vorne anfangen und hinten aufhören und die, die es umgekehrt machen. Es gibt die schneller und die langsamer werdenden, es gibt die verrätselnden, die versprechenden und die halluzinatorischen Romane, die erratischen und die erotischen. Es gibt die aufklärenden, die erklärenden und die verklärenden. Es gibt die nüchternen und die trunkenen. Es gibt die auffälligen, die gefälligen und die gefühligen. Es gibt die rapportierenden, die reklamierenden, die revoltierenden und die rotierenden. Es gibt die launigen, die launischen, die lebhaften, die lahmen, die libidinösen, die lüsternen, die liebevollen, die larmoyanten, die lyrischen, die luziden, die liturgischen, die luziferischen, die langweiligen, die lachhaften, die lächerlichen, die lauten, die leisen, die listigen und die lustigen Romane. Und genau so einer ist das.«
Aléa Torik, Glanz & Elend, März 2011

»Neben Schuld und Sühne, spielen in Die unbefleckte Empfängnis unter anderem Tod, Liebe, Sexualität, die Macht der Erinnerung, Kindheit und gesellschaftliche Zwänge eine große Rolle, verkörpert in einer Reihe sonderbarer Figuren, von denen keine durchweg sympathisch erscheint, deren Schicksal, Sehnsüchte und Eigentümlichkeiten sie jedoch hochgradig interessant machen.«
Wortlandschaften, 9. März 2011

»Dem Genuss der Lektüre tut es keinen Abbruch, sofern man bereit ist, sich auf etwas ganz und gar Neues und Ungewohntes einzulassen, auf einen Autor, der gewohnte und gewöhnliche Leseerwartungen radikal unterläuft und den Leser mit kräftigen Bildern und einer absolut eigenwilligen Sprache überrascht.«
Martin Gaiser, Radiofree FM, 14. Januar 2011

»Die Übersetzer, die den nicht leicht anmutenden Text stimmig und inspiriert ins Deutsche brachten, haben einen gewichtigen Anteil daran, dass man sich bestens unterhalten fühlt. Man folgt einer im Grunde düsteren, überwiegend surrealen Geschichte wie im eigenen Traum: mit der inneren Überzeugung, dass hier, bis zum Aufwachen, alles seine unbedingte Richtigkeit hat.«

Thomas Laux, Frankfurter Runschau, 21. November 2010


»[...] die Handschrift eines außergewöhnlichen Autors [ist] [...] spürbar — sei es im ambitiösen Entwurf, der Metaphysik und Erdenschwere, Surreales mit exakt Beobachtetem verschränken will, sei es in der Präzision und dem Farbenreichtum der Sprache, die das Übersetzerteam geschmeidig und elegant ins Deutsche gebracht hat. [...] Auch die Architektur des Romans – das Ineinandergreifen der Handlungsebenen, die Steigerungen und Dénouements — [sind] insgesamt [...] gekonnt entworfen […]. Die zaudernde Zuneigung des Schuldirektors zu der hübschen Lehrerin, das fürchterliche Irrgehen von deren Liebe, die diskret gesähten Blumen des Bösen, die am Wegesrand der Erzählung aufblühen, vermögen ebenso in Bann zu ziehen wie Momente abgründiger Tiefe […].«
Angela Schader, Neue Züricher Zeitung, 12.Oktober 2010

»Das  exzentrische, im Original 1994 erschienene Werk widersetzt sich dem Mainstreamgeschmack. [...] eine unheimliche, schwer zu fassende Atmosphäre durchwirkt alles wie einen surrealen Traum [...] dieses verstörende, dunkle Juwel [braucht] den Vergleich mit Edgar Allan Poe oder gar mit zeitgenössischen Horrorfilmen nicht zu scheuen.«
Pascal Fischer, ndrkultur.de, 06.08.2010