Die unendliche Suche nach dem anderen Ufer
Buch

Die unendliche Suche nach dem anderen Ufer

93 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Übersetzung: Tim Trzaskalik, Leo Pinke
Preis: 22,00 €
Abenteuerlust, Neugier und Aufbruch – afrikanische Dichtung auf der Höhe der Zeit: das erste Buch der großen Lyrikerin Sylvie Kandé auf Deutsch.

In drei Gesängen erzählt Sylvie Kandé sowohl von der sagenhaften Atlantikexpedition des malischen Kaisers Abubakari II. als auch von der Überfahrt einer afrikanischen Piroge von heute nach Europa.

Wenn die afrikanischen Migranten und Flüchtlinge heute auf gut Glück über die Meere fahren, eifern sie dann nicht der Geste Abubakari II. nach, der im 14. Jahrhundert an der Spitze einer ganzen Flotte von der westafrikanischen Küste aus in See stach? Ist dieser Kaiser von Mali, der dem Atlantik die Stirn bot und – wie uns überliefert ist – »sich weigerte zu glauben, dass jenseits des Horizontes nur das Nichts zu finden sei«, nicht eine Vorahnung der späteren Überfahrten im Zuge von Sklavenhandel und Migration? Um seine Heldentaten zu schildern und die der Migranten, die heute wie Odysseus den Erwartungshorizont des einen wie des anderen Ufers überschreiten, schrieb Sylvie Kandé dieses Epos, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart, Alltags- und Hofsprache, Männergedanken und Frauenrevolten gegenseitig erhellen und spiegeln. Ein narratives Langgedicht, das sich aus verschiedensten epischen Traditionen speist, um den Klan, die Grenzen und Schranken, »die Stacheldrähte der Sitten und der Bräuche« zu überwinden.

Buch
ISBN: 978-3-95757-911-9
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Veröffentlicht: 2021
Reihe: Dichtung
Originaltitel: La Quête infinie de l'autre rive (Französisch)
Schlagworte: Afrika, Gedichte, Dichtung, Gegenwartslyrik, Frankophonie, französische Gegenwartsliteratur, Postkolonialismus, Senegal, Glissant
  • Sylvie Kandé

    Sylvie Kandé, bretonisch-senegalesischer Herkunft, ist Dichterin und lehrt Afrikanische Geschichte in New-York. Für ihr 2011 bei Gallimard veröffentlichtes Neoepos erhielt sie 2017 den Prix Lucienne Gracia-Vincent der Fondation Saint-John Perse. Im selben Jahr wurde sie Preisträgerin des Prix Louise ... mehr