Ethik der Appropriation
Buch

Ethik der Appropriation

87 Seiten, Klappenbroschur
Preis: 10,00 €

Ein Reizthema der Gegenwart, bei dem es lohnt, es sich nicht zu einfach zu machen

Die Rede von kultureller Aneignung ist allgegenwärtig. Infrage steht mit ihr gerade für eine progressive politische Position die Legitimität kultureller Produktion, die sich an den Beständen anderer, ihr »fremder« Traditionen bedient. Während viele diese als eine Form des Diebstahls an marginalisierten Gruppen kritisieren, weisen andere den Vorwurf zurück: Er drücke eine Vorstellung von Identität aus, die Berührungspunkte mit der völkischen Rechten aufweise. Tatsächlich, so zeigt Jens Balzer, beruht jede Kultur auf Aneignung. Die Frage ist daher nicht, ob Appropriation berechtigt ist, sondern wie man richtig appropriiert. Kenntnisreich skizziert Balzer im Rückgriff auf die Entstehung des Hip Hop wie auf die erstaunliche Beliebtheit des Wunsches, »Indianer« zu sein, in der bundesdeutschen Nachkriegszeit eine Ethik der Appropriation. In ihr stellt er einer schlechten, weil naturalisierenden und festlegenden, eine gute, ihre eigene Gemachtheit bewusst einsetzende Aneignung entgegen. Ausgehend von dem Denken des Kreolischen Édouard Glissants und Paul Gilroys »Schwarzem Atlantik« sowie der Queer Theory Judith Butlers wird eine solche Aneignungsethik auch zur Grundlage eines aufgeklärten Verhältnisses zur eigenen Identität.
Buch
ISBN: 978-3-7518-0535-3
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Auflage: 3
Veröffentlicht: 2022
Schlagworte: Kulturelle Aneignung, Essay, Hip Hop, Karl May, Debatten, Kulturtheorie, Kulturkritik, diversity, Diversität, Social Media

»[Jens Balzers »Ethik der Appropriation«] ist die bislang beste Antwort auf eine fast nur noch in sich selbst kreisende Debatte.«
– Johann Michael Möller, Politik & Kultur

  • Fr21.Okt2022
    Gespräch mit Jens Balzer und Mithu Sanyal
    Podiumsdiskussion
    Freitag 21.10.2022, 19:30 Uhr, DT - Deutsches Theater Berlin, Berlin

    Gespräch mit Jens Balzer und Mithu Sanyal

    Können wir uns heute noch an Winnetou-Filmen erfreuen? Sollten weiße Menschen Reggae-Musik spielen und Rastalocken tragen? Und dürfen sich Schwarze Menschen als Kung-Fu-Kämpfer verkleiden? ...
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