Gogols Petersburger Jahre
Buch

Gogols Petersburger Jahre

Der Briefwechsel Gogols mit Aleksandr Puškin

96 Seiten, Klappenbroschur
Übersetzung: Peter Urban
Preis: 16,00 €
Es ist bekannt, daß Aleksandr Puškin und Nikolaj Gogol durch eine literarisch sehr produktive Freundschaft verbunden waren, weniger bekannt ist, daß beide Autoren auch Briefe gewechselt haben. Der Begriff Freundschaft beschreibt das Verhältnis der beiden großen russischen Schriftsteller nur ungenau. Als sie sich 1830 kennenlernten, war Puškin der bewunderte, im Zenith seiner Entwicklung, stehende »Meister«; Gogol war ein schüchterner Geschichtsstudent aus der russischen Provinz, der mit dem Wunsch nach Petersburg gekommen war, eine akademische Karriere zu beginnen. Der Ältere erkannte auf den ersten Blick das Erzähltalent Gogols, er hat den Freund, wo immer es ging, mit Feingefühl und Noblesse gefördert. Die vier Briefe Puškins an Gogol und neun Briefe Gogols an Puškin beleuchten ein Verhältnis, das gekennzeichnet ist von gegenseitiger Achtung und Zuneigung: jeder von beiden erkennt das Talent des anderen an und begrüßt es voller Freude. Der Briefwechsel erstreckt sich über nur sechs Jahre, von 1831 bis 1836, und erfaßt, historisch gesehen, nur einen Moment. Aber dieser Moment enthält alles, was für die Entwicklung der russischen Literatur in ihrem »Goldenen Zeitalter« von Bedeutung war. Es gibt kaum einen wichtigen Titel der Puškin-Zeit, der nicht erwähnt würde. Der Briefwechsel dieser beiden Genies zeigt die Literatur in einer Phase des Umbruchs, nämlich des Übergangs von der lyrischen Dichtung, die Puškin zur Vollendung geführt hatte, hin zur erzählerischen Prosa, die 1842 mit Gogols »Toten Seelen« einen neuen Höhepunkt erreichte. Das Sujet war Gogol übrigens von dem Freund und Förderer »überlas­sen« worden. Ein weiteres hier abgedrucktes Zeugnis der Freundschaft ist Gogols Aufsatz »Einige Worte über Puškin«.
Buch
ISBN: 978-3-93210-930-0
Verlag: Friedenauer Presse
Veröffentlicht: 2003
Schlagworte: Russische Literatur, Briefwechsel, St. Petersburg, Klassiker
  • Nikolaj Gogol

    Nikolai Wassiljewitsch Gogol wurde 1809 in Welikije Sorotschinzy (Poltawa), Ukraine, geboren. Er zog 1828 nach St. Petersburg und versuchte sich zunächst als Beamter und Lehrer. Mit seinen ersten volkstümlichen Erzählungen Abende auf dem Gutshof bei Dikanka erwarb sich Gogol 1831/32 große ... mehr

  • Aleksandr Puškin

    Aleksandr Puškin, 1799 in Moskau geboren, wird in Russland bis heute als größter Schriftsteller des Landes verehrt. Trotz seines kaum zu überschätzenden Einflusses auf Größen wie Gogol, Tolstoj oder Turgenev, ist Puškin in Deutschland einer der unbekanntesten russischen Autoren geblieben. In seinem ... mehr

  • Peter Urban

    Peter Urban, 1941 in Berlin geboren, war ein Schriftsteller, Übersetzer und langjähriger Lektor und Verleger. Nach dem Studium der Slawistik, Germanistik und Geschichte in Würzburg und Belgrad war er von 1966 bis 1968 als Lektor für slawische Literaturen im Suhrkamp Verlag tätig und später einer der Mitbegründer des Verlags der Autoren. Ab 1989 arbeitete er als freier Schriftsteller und Übersetzer, und setzte mit seinen herausragenden Čechov-Übersetzungen Maßstäbe. Peter Urban erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a. den Übersetzerpreis der Akademie für Sprache und Dichtung und den Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis. Er war Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.