Gruß, Greenaway!

Gruß, Greenaway!
Gruß, Greenaway!

216 Seiten, geb. mit Schutzumschlag

Erschienen: 2010
ISBN: 978-3-88221-533-5
Preis: 22,90 €

Ein Übersetzer im Irrgarten

Ein Übersetzer aus Kassel mit gedrechselter Sprache und Liebe zum Abseitigen. Ein schräger Schriftsteller aus München mit Frau und singenden Zwillingssöhnen in Ulanen-Uniformen oder Pinguinfräcken. Eine junge, attraktive Veranstalterin von Literaturfestivals aus der Verlagsbranche. Und Vögel über Vögel. Das ist das Personal dieses sprachprallen, vor erzählerischem Übermut berstenden Romans.



Wolfgang Schlüter erzählt eine Geschichte, die gleichzeitig Kriminal-, Liebes- wie auch Freundschafts- und Künstlerroman ist, mit großer Lust am Detail. Flämische Genremalerei, Peter Greenaways Filme, Ornithologie und Szenen aus dem Literaturbetrieb werden dabei schwindelerregend kunstvoll verwoben zu einem Roman, der an Originalität und sprachlichem Reichtum seinesgleichen sucht.

Gruß, Greenaway! ist für den Wilhelm-Raabe-Preis 2011 nominiert.




Stimmen

»Wer die stiff upper lip schätzt, wer Geflügeldarstellungen flämischer Altmeister gerne mit pathetischem Sprachduktus gekreuzt sieht, wer überdies gerne Zeichen, Chiffren und Scharaden entziffert, der kommt an ›Gruß, Greenaway!‹ kaum vorbei. Wolfgang Schlüter wirft spürbar vergnügt Wendungen wie ›respondieren‹ oder ›retirieren‹ aufs Papier. Spricht er vom Schlafen, formuliert er gerne, die Figur ruhe ›in Morpheus' Armen‹ , während sie sodann, wieder erwacht, dem Geliebten ›die Stätten ihrer Solitude‹ zeigt – Orte nämlich, wo sie noch einsam wohnte. Solch närrisches Parlieren macht Freude. Und keineswegs lahmt darunter die großartige Dramaturgie des Romans. ›Gruß, Greenaway!‹ ist Oper, mit Herzblut geschrieben, aber kammermusikalisch filigran komponiert.«
Anja Hirsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juli 2011

»Schlüter hat hier ein Spiegelkabinett der Verweise geschaffen, das auf hohem sprachlichen Niveau Spannung garantiert, aber mit Bedacht keinen Ausgang weist. Ein geradezu kriminalistisches Vergnügen! [Er] ist in seinen Romanen immer dann besonders überzeugend, wenn er seine Geschichte detektivisch verrätselt, wenn er den Leser in ein literarisches Schachspiel verstrickt und ihn auf vergnüglich-intelligente Weise auf falsche Fährten lockt. ›Gruß, Greenaway!‹ ist eine solche Geschichte.«
Angela Gutzeit, SWR 2, 12. Juni 2011

»So auch ›Gruß, Greenaway!‹, vielleicht der beste Einstieg in den Schlüterschen Andersliteraturkosmos. Und naturgemäß seinem Prinzip des absichtsvollen Wegdeutens gehorchend, hat dieser schmale, gewitzte Roman nichts zu tun mit dem gleichnamigen virtuosen britischen Filmregisseur. Und doch hat diese fein konstruierte, am Ende ins Kriminalistische abbiegende Scharteke über Verzweiflung, Vögelstudien, Verrat, Übertragungen, alte Grafiken und eine Liebe, die hin und her geht zwischen dem Protagonisten, einem unterbezahlten Übersetzer und einer Verlagspressereferentin, zugleich alles mit dem Engländer zu tun. Ebenso gewollt künstlich und intelligent verspielt sind auch die Filme Greenaways, von dessen ›Kontrakt des Zeichners‹ bis zur jüngsten Dokumentarfiktion ›Goltzius and the Pelican‹. Schlüter lesen heißt: wieder staunen lernen, dass Dichtung zirzensisch ist. Und furios literarisch.«
Alexander Kluy, Buchkultur, Juni/Juli 2011

»Herr Schlüter sitzt am Vogelherd und hat, in skriptiver Ausformung, ein Vogelbuch verfaßt, das zeigt sich schon an Umschlag und Einband. Kaum ein Satz auf diesen gut zweihundert Seiten kommt ohne Vogelart, Vogelmetapher, Vogelgesang aus, auch Vogelbilder finden sich, so daß der Leser am Ende auf vergnüglichste Weise belehrt und beschwingt in die Lüfte sich erheben möchte, der nächsten Buchmesse entgegenzuflattern in der Hoffnung, ein neues, ja womöglich noch trefflicheres Buch aus Wolfgang Schlüters Feder in seine Fänge zu bekommen.«
Jörg W. Gronius, Saarländischer Rundfunk, 12. Februar 2011

»Schlüters Roman gleicht einem Spiegelkabinett; einer Galerie der Zeichen und Verweise; kunstvoll und feinnervig, aber nicht aufregend. Sprachlich bewußt antiquiert und gezirkelt, ist der Roman so manieristisch und distanziert seinen Figuren gegenüber, wie das 17. Jahrhundert es seinen Schriftstellern abverlangt hatte, und alle Handlung spult sich ab wie die einmal in Gang gesetzte Spieluhr.«

Birgitta Lindemann, WDR, 16. Januar 2011

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