Heimat. Eine Gebrauchsanweisung
Buch

Heimat. Eine Gebrauchsanweisung

123 Seiten, Klappenbroschur
Preis: 16,00 €

Die Petersburger Philosophin über die Möglichkeit von Heimat in autoritären Staaten

Wie kann es gelingen, eine Heimat zu lieben, die geografisch in einem Staat wie Putins Russland liegt, und welchen Handlungsspielraum hat der Einzelne, wenn das Land seiner Heimat sich sukzessive in einen Tyrannenstaat wandelt und schließlich vor Krieg nicht zurückschreckt? Oxana Timofeeva erzählt von ihren drei in der Sowjetunion liegenden Heimaten: davon, wo sie geboren ist, wo die Familie herkommt, von den sehr unterschiedlichen Lebensumständen in Sibirien und Kasachstan, ersten Kindheitserinnerungen in der kasachischen Steppe und ihrer Schulzeit nahe des Polarkreises. Schließlich setzt sie sich mit unterschiedlichen Konzepten von Heimat auseinander. Sie beginnt mit der im sowjetischen Schulunterricht gelehrten Unterscheidung zwischen kleiner und großer Heimat, beschäftigt sich mit dem Problem von Heimat und Exil in diktatorischen Zeiten, stößt sich ab von der philosophischen Sehnsucht nach dem Ursprung und kommt schließlich zu dem Ergebnis: Das eigene Verhältnis zur Heimat muss nicht passiv sein, man hat die Wahl. Die Heimat muss nicht aus der Vergangenheit resultieren und erst recht nicht einem totalitären Regime überlassen bleiben: Sie lässt sich – wenn es gelingt, sie aus der Vergangenheit in die Zukunft zu holen – neu erfinden. Es gibt Möglichkeiten, sie zu lieben, und sei es, indem man Widerstand übt.
Buch
ISBN: 978-3-7518-0810-1
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Veröffentlicht: 2022
Reihe: punctum Bd. 026
Schlagworte: Heimat, Russland, Ukraine, Kunst
  • Oxana Timofeeva

    Oxana Timofeeva, 1978 in Sibirien geboren, ist Professorin am Zentrum für Philosophie »Stasis« an der Europäischen Universität in Sankt Petersburg sowie Autorin und Mitglied im Künstlerkollektiv Chto delat. Zu ihren Publikationen zählen u. a.: Eto ne to [Dies ist nicht Jenes] (Limbach 2022), ... mehr

  • Anja Dagmar Schloßberger

    Anja Dagmar Schloßberger, 1974 in München geboren, studierte in München und Moskau, wurde in Berlin über Leonid Lipavskij promoviert. Sie arbeitet und lebt in Berlin. Für die Arbeit an Dem Schrecken auf der Spur erhielt sie das Johann-Joachim-Christoph-Bode-Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds.