Huris
Buch

Huris

Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt 2024

398 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Preis: 28,00 €
Auch erhältlich als Ebook

Die junge Algerierin Aube hat den Bürgerkrieg der 1990er-Jahre selbst miterlebt, davon zeugt nicht zuletzt die Narbe, die ihren Hals wie ein Lächeln umspannt. Beim Überfall auf ihr Dorf hatten Islamisten versucht, ihr die Kehle durchzuschneiden, doch allein ihre Stimmbänder wurden erfasst. Nicht nur die fehlende Stimme bringt Aube nun zum Schweigen, sondern auch die staatlichen Gesetze, die verbieten, an den damaligen Bürgerkrieg zu erinnern. Ihr Schmerz und ihre Auflehnung dringen nicht nach außen. Einzig an die Tochter, die in ihrem Inneren heranwächst, kann Aube ihre Worte richten. Denn die geheime Schwangerschaft konfrontiert die junge Algerierin mit Fragen über die furchtbare Vergangenheit und eine düstere Zukunft: Hat sie das Recht, ihr Kind zu behalten? Kann sie Leben schenken, wenn es ihr selbst fast entrissen wurde? Aube kehrt zurück in ihr Heimatdorf, wo alles begann, und sucht Antworten bei den Toten.

Mit Huris gibt Kamel Daoud algerischen Frauen das Wort und stellt sich gegen das noch immer verordnete Vergessen des Bürgerkriegs und seiner Schrecken. Eine ziselierte Erzählung mit ebenso poetischer wie politischer Kraft.

Buch
ISBN: 978-3-7518-1031-9
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Veröffentlicht: 2025
Schlagworte: Algerien, Islam, Islamismus, Kolonialismus, Maghreb, Femizid, Frankophonie, Religion, Extremismus, Feminismus, Frankreich

»›Huris‹ ist ein üppiger, wuchtiger Roman. Politisch und poetisch, grausam und intim. Beklemmend wie ein antiker Klagegesang – aktuell und gegenwärtig wie wenige andere Romane.« – Dirk Fuhrig, Deutschlandfunk Kultur

»Ein Aufschrei gegen das Schweigen« – titel thesen temperamente, ARD

»›Huris‹ ist der Roman einer von männlicher Gewalt geschundenen Frau, die stellvertretend für alle von islamischen Wahnvorstellungen unterdrückten Frauen das Wort ergreift und Freiheit und Gleichberechtigung einfordert. Frank Dietschreit, radio3

» ›Huris‹ [ist] ein in sich vollendetes Werk, große Literatur, die bewegt und auch die tatsächliche Welt, nicht nur ein literarisches Publikum, aufrührt.« – Jakon Goubran, der Standard

»Politisch und poetisch, grausam und intim, aktuell und fesselnd.« – Freya Rickert, ekz

»Kamel Daoud gehört zu denjenigen, die uns daran erinnern, welches Gut wir mit der Meinungsfreiheit besitzen.« – Stephanie von Hayek, FAZ

»›Huris‹ ist ein literarisch überzeugender Roman, der den Opfern des Bürgerkriegs eine Stimme gibt. Opfer, an die heute in Algerien niemand mehr erinnern darf.« – Fokke Joel, taz

»Kamel Daouds Rhetorik, geschult an französischen Büchern, ist brillant.« – Katharina Teutsch, Die ZEIT

»Wie immer das Verfahren auch ausgehen mag, ist ›Huris‹ ein hervorragender Roman. Sein Verdienst besteht auch darin, einen Krieg in die Gegenwart zu holen, dessen Opfer und deren Angehörige unbedingt Aufarbeitung und Respekt verdienen.« – Karen Krüger, FAZ

  • Kamel Daoud

    Kamel Daoud, 1970 in Mostaganem, Algerien, geboren, arbeitete lange Zeit als Journalist für Zeitungen wie den Quotidien d’Oran und andere. Nachdem er 2014 in Algerien für seine kritischen Artikel bedroht wurde, ging Daoud ins Exil nach Frankreich und widmete sich der Literatur. Für seinen ersten ... mehr

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