Kolchose
Ebook

Kolchose

418 Seiten, EPUB
Übersetzung: Claudia Hamm
Preis: 23,99 €
Auch erhältlich als Buch (Gebunden)

2023 stirbt Hélène Carrère d’Encausse, die berühmteste Russland-Historikerin Frankreichs und Vorsitzende der Académie française, und kurz darauf ihr Mann Louis. Beim Ausräumen ihrer Wohnung entdeckt Emmanuel Carrère die Nachforschungen seines Vaters zum weitverzweigten Stammbaum der Familie, und er beginnt, durch die großen Umbrüche des 20. und 21. Jahrhunderts hindurch humorvoll, zärtlich und manchmal voller Grauen die Lebens-, Liebes- und Leidensgeschichten von vier Generationen in Russland, Georgien, im deutschen Exil und in Frankreich nachzuzeichnen. Wie politische Geschichte die persönliche schlagartig umwerfen kann, wird dabei bis in die Jetztzeit erkennbar, das heißt bis zum Ukrainekrieg, dessen Beginn Carrère in Moskau miterlebt, und den Umwälzungen in Georgien, denen sich seine Cousine, die Präsidentin Salome Surabischwili, stellen muss. Die Entstehung eines »gigantischen Dystopia« und die weltweite Fassungslosigkeit darüber werfen einmal mehr die Frage auf, wie wir uns unser Leben erzählen.

Carrères Mutter begegnete diesem unheimlichen Chaos mit Disziplin und Intelligenz, aber auch der Verdrängung von Traumata: Als Spross eines georgischen Kollaborateurs und einer mittellosen russischen Adeligen bestand ihr Leben oft aus Anpassung und Scham, zugleich aber auch der Freiheit, sich neue Realitäten zu erschaffen. So taucht dieser Roman tief in »die horizontale und vertikale Dimension« von Beziehungen ein, um auf der für Carrère typischen Suche nach Wahrheit persönliche und staatliche Lügen, Illusionen und Scheinrealitäten zu durchbrechen.

Ebook
ISBN: 978-3-7518-1095-1
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Veröffentlicht: 2026
Schlagworte: Familiengeschichte, Autobiographischer Roman, Herkunft, Generationen, Sowjetunion, Russland, Frankreich, Mutter, Geschichte

»Es ist der literarische Gewinn [Carrères] autobiographischen Schreibens: sich Gegenstände zu suchen, an denen die Grenze von Wahrheit und Erfindung anfängt, Schlangenlinien zu ziehen.« – Niklas Bender, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»›Kolchose‹ ist also nicht nur ein Buch über Carrères Familie, sondern der langersehnte Schlüssel zu seinem gesamten, beinahe exhibitionistisch ehrlichen Werk.« – Zelda Biller, Neue Züricher Zeitung

»›Kolchose‹ ist das Meisterwerk der Reife eines einzigartigen Schriftstellers« – Jürg Altwegg, Die Weltwoche

»›Kolchose‹ [...] ist ein faszinierendes Weltbuch [...] Aufrichtig und ehrlich bis zur Erschöpfung, das Ereignis des literarischen Herbstes.« – Frank Willmann, kreuzer

»Während Carrère Familienepisoden, historische Exkurse und literarische Referenzen in einer klaren, scheinbar geheimnislosen Sprache aneinanderknüpft, errichtet er ein verwinkeltes Gedankengebäude um die Frage nach der realen Macht der Fiktion« – Marianna Lieder, Die Zeit

»Carrère, ein Spezialist für Intimität und Meister der Autofiktion, hat sich mit seinem jüngsten Buch ›Kolchose‹ selbst übertroffen.« – Martina Meister, Welt

»›Kolchose‹ wird zum Pageturner voller Anekdoten und Details.« – Judith Heitkamp, Bayrischer Rundfunk

»Ein bedeutendes und unterhaltsames Werk, das uns alle verändern, berühren und bereichern wird.« – Hauke Harder, leseschatz

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