Künstler der Schaufel

Erzählungen aus Kolyma 3

Künstler der Schaufel
Künstler der Schaufel
Erzählungen aus Kolyma 3

Reihe: Schalamow - Werke in Einzelbänden Bd. 03
603 Seiten, Digital Download EPUB
Nachwort: Michail Ryklin

Übersetzung: Gabriele Leupold

Erschienen: 2013
ISBN: 978-3-88221-131-3
Preis: 28,99 €
Auch erhältlich als ... Buch

Was der Mensch nicht wissen darf

Was der Mensch nicht wissen darf Nach Durch den Schnee und Linkes Ufer erscheint nun der dritte Band der Erzählungen aus Kolyma. Er enthält zwei Zyklen des monumentalen Werks Warlam Schalamows. Wieder entführt er den Leser in die erbarmungslose Welt der sibirischen Lager und erzählt die Geschichte der Besiegten. Im Mittelpunkt steht in diesem dritten Band die meisterhaft geschilderte Ganovenwelt im Lager, ihr Alltag, ihre Sprache, ihre Sitten und ihr Verhältnis zu den politischen Gefangenen.

Pressestimmen

»Seltsam harmlos wirkt sogar Solschenizyns ›Archipel Gulag‹ im Vergleich zu den Erzählungen von Warlam Schalamow, die als Absolutum in der Geschichte der Literatur gelten und nun erstmals vollständig auf Deutsch erscheinen. Nach zwanzig Jahren Zwangsarbeit in Stalins Lagern hat Schalamow heimlich seine Erinnerungen an Sibirien geschrieben: sechs Zyklen des Grauens, aber auch Hunderte Erzählungen, in denen sich wie in Eiskristallsplittern neben dem Grauen auch elementare Erfahrungen des Daseins verdichten. Das Namenlose des Schreckens, das Unsägliche der Gewalt implodieren in Schalamows Kürzesterzählungen zu Weltformeln des Poetischen.«
Stefan Zweifel, Du - Kulturmagazin, Juli/August 2011


»Eine Literatur, die aufklärerischer und humanistischer über das Leben im Gulag erzählt, wird man nicht finden. Schalamow selbst schrieb und schrieb und schrieb. Ergebnis ist der sechsteilige Zyklus seiner unvergleichlichen Kolyma-Erzählungen. In diesen versucht er, in der literarischen Darstellung zahlreicher Einzelschicksale eine neue Form des Fixierens der Fakten zu finden. Sein Ziel ist nicht das vergebliche Zeichnen eines Gesamtbildes, wie dies Solschenizyn mit seinem ›Archipel Gulag‹ versuchte, sondern die Kreation eines Panoramas in Fragmenten. Kohärenz entsteht hier nicht auf der prosaischen Ebene, sondern im erzählten Stoff.
Um die Fragmente des Schalamowschen Werkes weiter zu einem Panorama zusammenzusetzen, muss man ihn weiter und weiter und weiter lesen.«
Thomas Hummitzsch, www.rezensionen.ch, 19. Juni 2011


»Schalamow bringt es fertig, den Leser immer tiefer in seine Welt hineinzuziehen und ihn dann nicht mehr freizugeben. Entstanden ist großartige Literatur, auf einer Stufe mit Solschenizyn, mit der Wucht Tschechow'scher Kurzgeschichten.«
Claudia Guderian, Hamburger Abendblatt, 9. Juni 2011


»Schalamows krasser Realismus, gepaart mit teils geradzu kurzatmig-kompakter Sprache, ist der gelungene Versuch, politische Verbrechen zu benennen und zu ächten. Die unvorstellbare Grausamkeit zwingt Schalamow in seiner Darstellung regelrecht zu registratorischer Nüchternheit. Seine Sprache heizt sich rhythmisch auf und wirkt stakkatohaft elektrisierend.«
Peter Schroeder, Saarbrücker Zeitung, 8.April 2011


»Wozu brauchen wir heute diese Literatur? Schalamow, der in Deutschland noch zu entdecken ist, steht literarisch ebenbürtig neben Solschenizyn, Tschechow und Dostojewskij. Seine Erzählungen sind ästhetisch durchkomponierte Protokolle einer Welt, die den Leser fassungslos macht in ihrem Grauen und ihrer Unmenschlichkeit. Er ist vielleicht der schonungsloseste Ethiker. Und beim Lesen fragt man sich, was wohl aus den Nachkommen dieser Ganoven geworden ist.«
Claudia Guderian, Saarländischer Rundfunk, 19. Februar 2011


»Knapp, gnadenlos, nie moralisierend, schildert Schalamow den täglichen Überlebenskampf. Ein Buch über Barbarei, das, gut so in diesen Tagen, auch Demut lehrt.«
Kleine Zeitung, 11. Dezember 2010


»Schreibend wollte [Schalamow] aufdecken, wie dünn die Decke ist, die wir als Zivilisation, als Kultur bezeichnen. Er bricht völlig mit der russischen literarischen Tradition, die Ganoven zu romantisieren. Das war in einer Situation, da die Ganoven unter Stalin als ›Volksfreunde‹ – im Gegensatz zu den angeblich Politischen, den ›Volksfeinden‹ – bezeichnet wurden, von besonderer Sprengkraft.«
Stefan Brams, Neue Westfälische Zeitung, 4. Dezember 2010


»Der neue Band ›Künstler der Schaufel‹ der von Gabriele Leupold exzellent übersetzten Schalamow-Werkausgabe führt weitere Kreise der Kolyma-Hölle vor. Schalamow ist längst zu einem Dante des 20. Jahrhunderts geworden. Wer glaubt, das Inferno aus den beiden vorangegangenen Bänden bereits zu kennen, muss irren. Dieser Autor täuscht jede simple Erwartung, das vermeintlich Bekannte bekommt fortwährend neue Schattierungen. Seine lakonischen Erzählungen sind unvorhersehbar, sprunghaft, dicht. Was der Dichter in einer gewaltigen Gedächtnisleistung in den ›Erzählungen aus Kolyma‹ versammelt, ist nicht weniger als die Enzyklopädie des Menschlichen und des Unmenschlichen.«
Ralph Dutli, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. November 2010


»Die Veröffentlichung der Erinnerungen Schalamows zeigt, dass die stalinistischen Lager noch schrecklicher waren als etwa von Solschenizyn beschrieben – mit Parallelen, aber auch Unterschieden zu den Nazi-KZs.«
Ulrich Brunner, Die Presse.com, 13. November 2010


»… das eindrucksvollste Beschreiben der sibirischen Lager. Schalamows 1500 Seiten starke ›Erzählungen aus Kolyma‹, von denen nun der dritte Band mit den Zyklen ›Künstler der Schaufel‹ und ›Skizzen aus der Verbrecherwelt‹ erschienen ist, vermeiden Moralismen. Gerade in ihrer ›Richtungslosigkeit‹ aber kommen die Texte den eigentlichen moralischen Fragen nahe.«
Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung, 11. November 2010


»Warlam Schalamows Erzählungen wirken kühl, lakonisch, vollkommen ungekünstelt. Hier schreibt einer, wie es war, glasklar und trostlos. Diese Protokolle vom Massensterben machen sprachlos. Es sind Grabreden auf die Untergegangenen und hellsichtige, unerbittliche Analysen für Nachgeborene.«
SWR 2 Buchkritik, 7. Oktober 2010


»Schalamows Prosa ist schnörkellos, klar, prägnant, immer im Dienst der Aussage. Auf den ersten Blick unspektakulär, entfaltet sich die Wirkung erst langsam. Eiskalt und schmucklos wie die Temperaturen in Kolyma treffen die meisten Erzählungen, fassungslos liest man die letzten Sätze der jeweiligen Erzählung und merkt, was hier alles zwischen den Zeilen steht. Warlam Schalamow moralisiert nie und verurtelt seine ›Protagonisten‹ nicht. Er erzählt, er schreibt sich die Erinnerungen in Form von Prosa aus dem Gedächtnis. Das Resultat ist ein Riesenzyklus von Erzählungen, die sich alle in irgendeiner Form mit den Fragen beschäftigen, was ein Mensch einem anderen Menschen antun kann und wie man als geächteter Überlebender solcher Grausamkeit weiterleben kann. Ein großes, ein wichtiges und menschliches Buch, ganz große Literatur.


Ausgezeichnet übersetzt und herausgegeben, mit Anmerkungen und Glossar veryehen und sehr interessantem Nachwort von Michail Ryklin, ist dieser Band (wie schon die Bände 1 und 2) eine Glanztat des Verlages Matthes & Seitz im Dienste Warlam Schalamows.«
Roland Freisitzer, sandammeer.at, August 2010


»Schalamow verweigert sich jeder poetisierenden Darstellung des Schrecklichen. Die Grauenhaftigkeit des Lagers, die völlige Ausgesetztheit des Einzelnen entfaltet sich in einem streng dokumentarisch wirkenden Stil der Unbarmherzigkeit, gegen den Solschenyzin fast schon harmos wirkt. Angesichts der unmittelbar eruptiven Gewalt, mit der sich Schalamows Schreiben Bahn bricht, wird man sich dem Bann seiner Prosa nicht entziehen können.«
Ostthüringer Zeitung, 2. August 2010


»In einem Zeitraum von reichlich zehn Jahren - die frühesten Erzählungen sind auf das Jahr 1954 datiert, die spätesten stammen aus den Sechzigerjahren - entsteht mit dem Kolyma- Zyklus ein Werk, das in seiner Behandlungdes Themas - von Gabriele Leupold vortrefflich ins Deutsche übertragen - einzigartig in der Literaturgeschichte ist. Gerade im Verzicht auf jegliche moralische Kommentierung des Systems, jegliche (Be-)Wertung des Handelns, jegliches Mitgefühl für die Protagonisten der Erzählung zwingt [Schamalow]den Leser gedanklich in die Welt des Gulags, einem Zwang, dem man sich während der Lektüre oft entziehen möchte, es aber nicht kann. Die Lektüre ist quälend und ›quälend‹ ist das höchste Lob, dass man dieser Prosa aussprechen kann. Die Szenen kommen ohne Effekthascherei aus, ohne allzu detailliert beschriebene Grausamkeit. Und der Leser wird zum aktiven ›Zuschauer‹, gezwungen, sich selber den elementaren Fragen humanistischen Handelns zu stellen. Die Erzählungen sind sorgfältig, ja bis zur Perfektion strukturiertund konstruiert. Es entsteht ein komplexes Textwerk, das bedrückender kaum wirken kann. Matthes & Seitz muss man für die Veröffentlichung danken.«
Stefan Möller, Glanz&Elend, 27.Juli 2010


»Sein eigenes, möglichst ideologiefreies, minimalistisches Erzählen bekommt in diesen cirka dreißig, meist nur vier, fünf Seiten langen Texten fast seriellen Charakter. Schalamow schildert die Brutalität der Brigadiere, den aberwitzigen Sadismus von Lagerleitern – und er konstatiert wie beiläufig höchst Provokantes jenseits aller Moral.«
Peter Zimmermann, OE1 – Ex libris, 13. Juni 2010


»Eine Lektüre, die einem für Stunden alles vergällen kann, ein Lesestoff, der sonnige Tage verdüstert und schwarze noch schwärzer macht. Und obwohl dies so ist, kommt man von diesem dritten Band der Kolyma-Trilogie von Warlam Schalamow nicht los. Warlam Schalamows Rang als Schriftsteller liegt einerseits in der lakonischen Verknappung des eigentlich Unsagbaren – das ist schon eine Kunst. Und andererseits darin, dass er, für sich und für seine Leser, so schrecklich genau hinschaut, dass er mit grösster Beherrschung aufschreibt, wie es war. Mehr ist es nicht – aber das ist viel.«
Cord Aschenbrenner, Neue Zürcher Zeitung, 10. Juni 2010


»Der kleine, feine Berliner Verlag Matthes & Seitz setzt einem Schriftsteller ein Denkmal, der dies nie für sich beansprucht hätte. Schalamow macht sich und dem Leser nichts vor. Mensch zu bleiben inmitten der Unmenschlichkeit – unmöglich. Erzählungen, die einem den Atem stocken lassen, detailgetreu, nüchtern bis zur Selbstverleugnung.«
Matthias Zwarg, Freie Presse, 9. Juni 2010


»Schalamows Texte lassen keinen Zweifel: Es ist eine ungeheure, massenhafte Gewalterfahrung, die auch heute noch im kollektiven Gedächtnis der Russen und anderer ehemaliger Sowjetvölker nisten muss, denn wirklich aufgearbeitet worden ist sie nie. Das wird besonders deutlich in den beiden ersten Bänden der ›Erzählungen aus Kolyma‹ – es sind kurze, hoch verdichtete Texte, Destillate des Schreckens, die man nur in kleinen Dosen verträgt. Die Erzählungen des Zyklus ›Künstler der Schaufel‹ in diesem neuen Band erscheinen dagegen weniger komprimiert. Hier erlaubt sich der Autor historische Exkurse, explizite Analyse, Bewertung und flammende Anklage.«
Brigitte van Kann, WDR 3, 31. Mai 2010


»Es ist nun schon der dritte Band der ›Erzählungen aus Kolyma‹, und so was wie Gewöhnung will sich einfach nicht einstellen! Schalamow ist so nahe am Geschehen, dass der Leser auf fast unheimliche Weise Anteil nimmt an dem moralischen Desaster, das sich nicht bloss ›jenseits von Gut und Böse‹ abspielt, sondern ›jenseits alles Menschlichen‹ überhaupt. Die Lektüre spricht auf einzigartige, extreme Weise die Sinne des Lesers an. Dass die Erzählungen auf diese schonungslose Weise nun auch die deutschsprachigen Leser erreichen, ist das Verdienst von Gabriele Leupold, die ›Künstler der Schaufel‹ übersetzt hat.«
Guido Kalberer, Tages-Anzeiger, 27. Mai 2010


»Drei Bände dieser ›Erzählungen aus Kolyma‹ hat der Berliner Verlag Matthes & Seitz inzwischen herausgebracht. Und man sollte ihm alle verfügbaren Verlegerpreise verleihen, für die Edition und auch für die herausragende Übersetzung von Gabriele Leupold. In Deutschland also findet Schalamow endlich seinen gerechten Platz in der Literaturgeschichte und zwar über Solschenizyn in der Bedeutung.«
Elmar Krekeler, Berliner Morgenpost, 21. Mai 2010


»Höchst variable ›Dokumentarprosa‹. Eine Literatur, die nüchtern ist bis ins Mark, für die Ornament tatsächlich Verbrechen wäre. Eine Literatur, die einen jeden Leser an die Grenze bringt, weil sie nichts tut, als ständig von der dem Menschen innewohnenden Bestienhaftigkeit zu erzählen. Schalamow beschönigt dabei nichts, er hat auch keine Botschaft, er legt nur Zeugnis ab. Literatur und Lager haben dabei eines gemeinsam, beide machen den Menschen nicht besser.«
Max Hermann, Welt Online, 15. Mai 2010


»Er hat das Lager als die ›Kernfrage unserer Epoche‹ bezeichnet, hat es durchlitten und überlebt und literarisch in eindrucksvoller Prosa erfasst.«
Bayerischer Rundfunk, 8. April 2010

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