Rhinozeros
Buch

Rhinozeros

2021

207 Seiten, Broschur
Preis: 20,00 €
Wie das Zusammenleben in einer geteilten Welt gestalten, ohne zuvor nach der beschädigten zu fragen? Das Rhinozeros ist gewiss ein merkwürdiges Mitglied der Weltgemeinschaft des Lebendigen: dickhäutig und widerständig, wohlgenährt und standsicher könnte es zuversichtlich in die Zukunft blicken. Aber das ist es nun gerade: Seine Sicht ist extrem eingeschränkt. Daher seine Reizbarkeit. Das Nashorn ist ein Emblem Europas. Seit der Antike war es mit imperialer Macht verbunden: als Wappentier, kostbares Geschenk unter Potentaten und Zentrum von Schaulust. Doch Horn und Panzerung, Relikte eines Urviechs, sind ein schweres Erbe. Sie verleihen keine Gewissheit mehr. Als Scheinriese sucht das Rhinozeros seinen Platz in der Gegenwart. Es wird Gewicht abgeben und sich neu im Zusammenleben bewähren müssen. Sein sensibles Ohr nah an den Zeitläuften zu haben, darauf kommt es an. Denn auf dem allzeit brüchigen Boden der Geschichte stellt sich die Frage: Unter welchen Bedingungen kann ein halbblinder Mehrtonner den Übergang wagen?
Buch
ISBN: 978-3-7518-0700-5
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Veröffentlicht: 2021
Schlagworte: Europa, Liberalismus, Demokratie, Postkolonialismus, Freiheit, Frankreich, Romanistik, Engagement, Freiheitsrechte, Menschenrechte

»Was die Perspektiven vereinigt, ist der unbedingte Anspruch nicht auf ein restauriertes, sondern auf ein repariertes bzw. reparierbares Leben. [...] Es ist nicht das geringste Verdienst von ›Rhinozeros‹, dass hier absolut keine Verwechslungsgefahr besteht. So bleibt dieser Zeitschrift eine dicke Haut mit vielen weiteren Auftritten und ein langes Überleben zu wünschen.«
– Fabian Saner, literaturkritik.de

  • Priya Basil

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  • Teresa Koloma Beck

    Bisher liegt keine Biographie vor.
  • Franck Hofmann

    Franck Hofmann ist komparatistischer Literaturwissenschaftler und Essayist in Berlin. Als Forscher am Centre Marc Bloch arbeitet er im Feld zwischen historischer Anthropologie und ästhetischer Theorie, Epistemologie und Kulturtheorie.

  • Markus Messling

    Markus Messling, 1975 geboren, ist Professor für Romanische Kulturwissenschaft an der Universität des Saarlandes. Er war stellv. Direktor des Centre Marc Bloch in Berlin und hatte Gastprofessuren und Fellowships u. a. in Paris, Cambridge, London und Kobe.

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