Schafe
Buch

Schafe

Ein Portrait

136 Seiten, gebunden
Illustration: Falk Nordmann
Preis: 20,00 €
Kaum ein Tier hat auf uns eine so tröstliche Wirkung wie das sanftmütig blickende und freimütig blökende Schaf : Gemalt in bukolischen Idyllen, begleitet von der Sehnsuchtsgestalt des Schäfers und als Agnus Dei geduldiger Träger der Frohen Botschaft ist es das Symbol für Schicksalsergebenheit par excellence. Mit seinem Tierportrait ist Eckhard Fuhr angetreten, das Schaf aus seiner ewigen Opferrolle zu befreien. Denn wer weiß schon, dass es an der Schwelle zur Neuzeit unter den Menschen zutiefst verhasst war, da seine Einführung Tausende Bauern ins Elend riss ? Und spätestens seit mit dem Schaf Dolly das erste Klontier erschaffen wurde, hat das Lamm Gottes einen unheimlichen Bruder bekommen, der die Schöpfungsordnung herausfordert. Daneben erzählt das Portrait jedoch auch die Kulturgeschichte des jahrtausendealten Miteinanders von Mensch und Schaf unter treuer Begleitung des Hundes. Dadurch wird klar, dass in diesem Tier und seiner Lebensform tatsächlich etwas verborgen ist, von dem wir lernen können und das uns trotz allen Schafsmeckerns Ruhe verschafft : eine Kultur der Nachhaltigkeit, die wir pflegen müssen, um aus dem Herdentrieb der Naturausbeutung auszuscheren.
Buch
ISBN: 978-3-95757-399-5
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Veröffentlicht: 2017
Reihe: Naturkunden Bd. 031
Schlagworte: Wölfe, Tierportrait, Kulturgeschichte, Schafe, Schäfer, Säugetiere, Wolle, Tierführer

»Ausgerechnet das Schaf soll den blauen Planeten mitsamt Bewohnern in hellere Zeiten geleiten. Dorthin, wo keine Landschaften unter Anleitung eines spätkapitalistischen Ausbeutungswahns verheert werden, wo die Entfremdung vom Mutterboden aufgehoben ist. Eine Wiederauferstehung des alten, mit Wolle bedeckten Heilsbringers? Die Wandlung vom Opfer- zum Leittier? Es ist ein kühner Gedanke, den Eckhard Fuhr an das Ende seines innerhalb der lobenswerten Reihe ›Naturkunden‹ erschienenen Büchleins stellt. Gerade das abschließende Kapitel ›Mit Schafen klug werden‹ sei jedem empfohlen, dem noch etwas Sensibilität unter der Schädeldecke verblieben ist.«
- Olaf Velte, Frankfurter Rundschau

»Der Autor hat ein interessantes Werk rund um Schafe vorgelegt, in dem er die Geschichte der Schafwirtschaft behandelt, verschiedene Rassen vorstellt, auf deren Zucht eingeht, die Rezeption dieser Tiere in Kunst und Religion beleuchtet und einen Blick auf den heutigen Stand der Schäferei wirft.[...]Das Buch überzeugt als interessantes Porträt jener Tiere, deren Anwesenheit in der Kulturlandschaft viele gedankenlos hinnehmen.«
-Frank Schubert, Spektrum der Wissenschaft

»So wird das Schaf zwar nicht zum Einzelgänger, aber zum Symbol für den Widerstand gegen Massentierhaltung und Agrarindustrie. Es lässt sich nicht vereinnahmen. ›Folgen wir also den Wegen der Schafe mit Neugier und mit Zuversicht‹, beendet Fuhr seine Erzählung. Durch die Lektüre dieses hinreißenden Buchs können wir gleich damit anfangen.«
-Jochen Schimmang, taz

»Dies ist die Würdigung eines Gefährten, ohne den unsere Welt anders aussähe: die Geschichte eines kultur- und sinnstiftenden Wesens, für dessen stoischen Sanftmut in der Gegenwart immer weniger Platz ist. Fuhr löst das Schaf aus der Erniedrigung der kollektiven Wahrnehmung [...].«
- Fritz Habekuß, Zeit Wissen

»Das Büchlein "Schafe" von Autor Eckhard Fuhr ist ein zauberhaft gestaltetes Tierporträt mit vielen kunstvollen Illustrationen.«
- Wohnen & Garten

  • Eckhard Fuhr

    Eckhard Fuhr, geboren 1954 in Hessen, studierte Geschichte und Soziologie und war politischer Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit 2010 arbeitet er als Korrespondent für Kultur und Gesellschaft für Die Welt.

  • Judith Schalansky

    Judith Schalansky, 1980 in Greifswald geboren, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign und lebt als freie Schriftstellerin und Buchgestalterin in Berlin. Sowohl ihr Atlas der abgelegenen Inseln als auch ihr Bildungsroman Der Hals der Giraffe wurden von der Stiftung Buchkunst zum »Schönsten deutschen Buch« gekürt. Für ihr Verzeichnis einiger Verluste erhielt sie 2018 den Wilhelm-Raabe-Preis. Seit dem Frühjahr 2013 gibt sie die Reihe Naturkunden heraus.

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