Selbstzeugnisse
Buch

Selbstzeugnisse

134 Seiten, Klappenbroschur
Preis: 14,00 €
Die beiden hier erstmals veröffentlichten autobiografischen Texte des durch sein wegweisendes Bild »Das Schwarze Quadrat« weltberühmten Malers Malewitsch machen überraschend klar, wie ausschlaggebend seine Kindheit in einem ukrainischen Dorf und die von ihm grenzenlos empfundene Freiheit eines Lebens in der Natur für seine Kunst waren. Noch bevor der spätere Avantgardekünstler überhaupt mit dem Wort »Kunst« in Berührung kam, erkannte er in der farbenfrohen Bauerntracht und -kunst eine Tiefe und Dichte von Emotionalität, die er später in der Abstraktion mit der »reinen« malerischen Qualität auszudrücken versuchte. Indem er auch die Ikone frei von ihrer spezifischen Ästhetik, ihrer Religiosität und Geschichte allein nach seiner individuellen Wahrnehmung bewertet, entdeckt er in ihr dieselbe Emotionalität, versteht sie daher überraschend ebenfalls als eine bäuerliche Kunst. Die Symbiose von Folklore und Ikone, deren Spiritualität und höchste Emotionalität, führten zu der seine Kunst prägenden Einsicht, dass Inhalte in der Kunst nur vorübergehend, die Kunst als solche aber zeitlos sei. Auf der Grundlage dieser Texte werden die unterschiedlichen Phasen des künstlerischen Schaffens nun neu zu bewerten sein.
Buch
ISBN: 978-3-95757-868-6
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
Veröffentlicht: 2020
Schlagworte: Futurismus, Suprematismus, Kunst, Autobiografie, Avantgarde, Ikonen, Bauernkunst, Ukraine, Kunstgeschichte, Malerei
  • Kasimir Malewitsch

    Kasimir Malewitsch, geboren 1878 in Kiew, war einer der einflussreichsten Künstler der russischen Avantgarde und der Begründer des Suprematismus. In der frühen Phase der Russischen Revolution etablierte er, in der von Marc Chagall gegründeten Volkskunstschule in Witebsk, die radikale Abstraktion als ... mehr

  • Walter Koschmal

    Walter Koschmal, geboren 1952, ist seit 1994 Professor für Slawische Philologie an der Universität Regensburg. Dort hat er das Europaeum. Ost-West-Zentrum der Universität Regensburg begründet und war von 2000 bis 2017 als dessen Leiter tätig Er ist Herausgeber der Zeitschrift für slavische Philologie und POETICA - Zeitschrift für Sprach- und Literaturwissenschaft.