Übergängliche Natur
Buch

Übergängliche Natur

Kant, Herder, Goethe und die Gegenwart des Klimas

256 Seiten, Broschur
Preis: 24,00 €

Während alle vom Klima sprechen, scheint mit dem Anbruch des Anthropozäns die Zeit der Natur passé. Doch ohne den Begriff der Natur wäre ein Großteil der modernen Philosophie nicht zu denken. Hanna Hamel vermittelt in ihrer Studie zwischen historischen Positionen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts und ökologischen Theorien der Gegenwart. Ihre Lektüre ausgewählter Texte von Kant, Herder und Goethe entwickelt Grundzüge eines historisch-theoretischen Selbstverständnisses, das über die bloße Abgrenzung von „modernen“ Naturkonzepten hinausführt. In der Konfrontation mit aktuellen Reflexionen von Bruno Latour, Timothy Morton und David Lynch wird ein Anliegen erkennbar, das alle Positionen verbindet. Mit Goethe lässt es sich als Darstellung und Theoretisierung „übergänglicher“ Natur bezeichnen. Die historischen Texte werden zu einer kritischen Ressource für die Gegenwart.

Buch
ISBN: 978-3-94136-080-8
Verlag: August Verlag
Veröffentlicht: 2021
Schlagworte: Naturphilosophie, Bruno Latour, Twin Peaks, David Lynch, Timothy Morton, Klassiker, deutsche Philosophie, Postmoderne, Anthropologie, Anthropozän, Klimawandel

»In ihrem Buch unternimmt die Autorin den methodisch anregenden Versuch, im Lichte einer dynamischen Thematisierung des Naturbegriffs Dialoge zwischen zeitlich und konzeptionell unterschiedlichen Autoren nachzuzeichnen. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist der überzeugende theoretische Nachweis in Verbindung mit ästhetischen Überlegungen, dass es im Gegensatz zu einheitlichen posthumen Kategorisierungen nur durch Übergänge zwischen verschiedenen Positionen möglich ist, erkenntnistheoretische Zusammenhänge sichtbar zu machen, die aus einer einzigen Perspektive nicht möglich wären.«

– Laura Dequal, Universa. Recensioni di filosofia

 

»In diesem Sinne hätte nach Hamel derselbe Latour Recht mit seiner  Feststellung, dass ›wir […] nie modern gewesen [sind]‹, und zwar in größerem Maße, als von ihm selbst vermutet: es stimmt nämlich, dass die moderne Gesellschaft und das moderne Denken nie strikt nach der von Descartes eingeführten Trennung haben funktionieren können.Das ist freilich nicht zu bedauern, im Gegenteil: man darf sich nur darüber freuen, vor den Herausforderungen des Anthropozäns Verbündete solchen Rangs wie Kant, Herder und Goethe neben sich zu wissen.«

– Luca Marras, KulturJoker

  • Hanna Hamel

    Hanna Hamel leitet am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung das Transfer-Projekt zu „Nachbarschaften in der Berliner Gegenwartsliteratur“.