Undienlichkeit

Gewaltgeschichte und politische Philosophie

Undienlichkeit
Undienlichkeit
Gewaltgeschichte und politische Philosophie

510 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag

Erschienen: 2020
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
ISBN: 978-3-95757-874-7
Preis: 38,00 €

Ein Schwarzbuch der kolonial- und vernichtungspolitischen Gewalt – und eine Spurensuche nach den versteckten Widerstandsformen gegen sie.

Widerstand gegen Gewalt, Sadismus und Grausamkeit äußerte sich in der Geschichte vergleichsweise selten in Form offener Rebellion. Sei es im transatlantischen Sklavenhandel, sei es in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern, angesichts fehlender Handlungsmöglichkeiten, Todesangst und Entrechtung bestand der einzige Ausweg oftmals darin, sich dem Zugriff der Gewalthaber durch Flucht, Sabotage, aber auch durch Abtreibung, Kindstötung, Hungerstreik, Selbstverstümmelung und Suizid zu entziehen. Iris Därmann umreißt die Gewaltgeschichte menschlicher Dienstbarmachung und Versklavung und verschränkt sie mit Körperpolitiken und Widerstandsformen der Undienlichkeit. Dabei beleuchtet sie insbesondere die Rolle der europäischen politischen Philosophie als Legitimitätsbeschafferin der transatlantischen Versklavung und der Vernichtung der europäischen Juden. So entsteht nicht nur eine blutige Gegengeschichte zu den sonstigen Meistererzählungen des abendländischen Denkens, sondern auch ein Panorama des Schreckens, das selbst noch in den Momenten versuchter Selbstbefreiung an die Grenzen des Aushaltbaren rührt, das wir uns aber vor Augen führen müssen, wenn wir verstehen wollen, auf welchen Fundamenten unsere Zivilisation auch fußt.

Pressestimmen

»Die Monstrosität der von Iris Därmann zum Beleg ihrer Thesen herangezogenen Fälle ist so groß, dass die Lektüre bisweilen unerträglich wird. Doch mit ihrer Geschichte der Gewalt zeigt die Autorin Kontinuitäten auf, die so bisher kaum gesehen worden sind.«
– Karl-Heinz Kohl, FAZ