Bücher seit 1977

2004 in Berlin gegründet, setzt der Verlag die Tradition fort, die 1977 mit der Gründung von Matthes & Seitz in München durch Axel Matthes und Claus Seitz begann. Das Programm aus dem »Niemandsland zwischen Wissenschaft und Kunst« (so der Untertitel des legendären Jahrbuchs »Der Pfahl«) wurde bestimmt durch heute noch lieferbare Werke der vornehmlich französischen Autoren. Neben Antonin Artaud, Georges Bataille, Jean Baudrillard, Jean Giono finden sich aber auch Botho Strauß, Oswald Wiener oder Jürgen von der Wense.


Seit seiner Neugründung in Berlin wurde der Verlag mehrfach ausgezeichnet und erweiterte sein Programm auf derzeit jährlich rund 100 Neuerscheinungen. Wichtige Reihen des aktuellen Programms sind: Naturkunden, Fröhliche Wissenschaft, Batterien, Französische Bibliothek, punctum sowie die neu eingerichtete Asiathek.
Klassiker in Neuübersetzungen (Honoré de Balzac, Benjamin Constant, Michael Leiris u. a.) bestimmen das literarische Programm ebenso wie mit vielen Preisen ausgezeichnete Gegenwartsautoren aus Deutschland wie Frank Witzel, der 2015 für seinen Roman »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969« den Deutschen Buchpreis erhielt, Anne Weber, die 2020 für ihr Buch »Annette, ein Heldinnenepos« den Deutschen Buchpreis erhielt, Joshua Groß, Esther Kinsky, Philipp Schönthaler, Stefan Schütz, Matthias Senkel, Anna Weidenholzer oder Levin Westermann. Französische Gegenwartsautoren wie Emmanuel Carrère, Céline Minard, Éric Vuillard (Prix Goncourt 2017), Mathieu Riboulet bilden neben der russischen Literatur (u. a. Alexander Ilitschewski, Alexander Goldstein, Olga Slawnikowa) einen weiteren Schwerpunkt im literarischen Programm des Verlags. Hinzu kommen mehrbändige Werkausgaben von Autoren wie Gerhard Rühm, Warlam Schalamow, Jules Barbey d’Aurevilly, Jean-Henri Fabre und Henry David Thoreau.
Im umfangreichen geisteswissenschaftlichen Sachbuchprogramm mit den Schwerpunkten Philosophie, politische Theorie, Kunst- und Kulturwissenschaften erscheinen u. a. Jürgen Goldstein, der 2016 mit seinem Buch über Georg Forster den Leipziger Buchpreis gewann, Rebecca Solnit, Heike Behrend, Patrick Eiden-Offe, Fethi Benslama, Timothy Morton, Andreas Malm, Yuk Hui und Franco ›Bifo‹ Berardi.

Die Essayreihe Fröhliche Wissenschaft erscheint seit 2007 und zählt inzwischen mehr als 150 Bände mit Texten u. a. von Byung-Chul Han, Peter Trawny, Marcus Steinweg, Hannah Arendt, Albrecht Koschorke, Roberto Simanowski, Judith Shklar, Alexander Pschera, Jean-Francois Billeter, Luise Meier und Sophie Wahnich. Die Essays sind historische wie gegenwärtige Beiträge zu aktuellen politischen, philosophischen und gesellschaftlichen Debatten.

2013 erschienen die ersten Bände der von Judith Schalansky herausgegebenen Reihe Naturkunden: aufwendig gestaltete Bücher, die eine leidenschaftliche Erkundung der Natur vornehmen und damit den inhaltlichen Programmschwerpunkt Natur, Bewegung im Raum und Ökologie prominent markieren. Neben den in viele Sprachen übersetzen Tierportraits (Krähen, Esel, Wölfe, Schweine, Hirsche, Nashörner u. v. a.) erscheinen in der Reihe Klassiker des Nature Writing vornehmlich aus dem englischsprachigen Raum (J. A. Baker, Robert Macfarlane, Nan Shepherd, Aldo Leopold u. v. a.) und Sachbücher ebenso wie Bildbände (Korbinian Aigner, Jean-Henri Fabre)
Seit 2017 vergab der Verlag gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz, dem Bundesumweltamt und der Stiftung Nantesbuch den Deutschen Preis für Nature Writing, um ein neues deutschsprachiges literarisch-essayistisches Schreiben über Natur anzuregen.

Die wichtigen Bücher des Programms erscheinen seit 2019 in günstigen Taschenbuchausgaben. Die Reihe Paperback soll bedeutende und relevante Texte für ein großes Publikum zugänglich machen.

 

Auszeichnungen:

 

  • Deutscher Verlagspreis 2020
  • Deutscher Verlagspreis 2019
  • Verleger des Jahres 2017 an Andreas Rötzer
  • Karl-Heinz-Zillmer-Verlegerpreis 2012
  • Prix de l’Academie de Berlin 2010
  • Kurt Wolff Preis 2008

 


Pressestimmen:

»Ein kleines Haus mit einem enthusiastischen Verleger und gerade mal acht Mitarbeitern, die erstaunlich viele ebenso anspruchsvolle wie kommerziell erfolgreiche Bücher herausbringen: akademisch, aber nicht elitär, kompliziert, experimentell – und dabei gleichzeitig unterhaltsam.«

-          taz 12.03.2016, Susanne Messmer

Matthes & Seitz Berlin führt auf exemplarische Weise vor, wie man gute Bücher macht, die auch schön sind, wie man eine große Bandbreite an Textarten publizieren kann ohne dabei zum Bauchladen zu mutieren. Und nicht zuletzt, wie man die Grenzen zwischen Literatur und Sachbuch zum Fließen bringen kann, ohne dabei auf Ästhetik und Erkenntnisinteresse zu verzichten, sondern vielmehr zu erreichen, dass sich diese gegenseitig verstärken.«

-          Der Falter 11/2014, Kirstin Breitenfellner

»Ein kleines Team rund um den Verleger Andreas Rötzer macht ein exzellentes, facettenreiches und anspruchsvolles Programm, dessen Titelzahl mittlerweile fast mit Hauptprogrammen großer Häuser gleichzieht. [...] Kurz, es ist ein Verlag, wie man ihn sich wünscht.«

-           FAZ 14.10.2014, Helmut Mayer

»Der Verlag, den der 1971 geborene Rötzer 2004 in Berlin gegründet hat, ist das, was man im besten Sinne als Hort intellektueller und ästhetischer Hochkultur bezeichnen kann. Ein Verlag, der sich konsequent leistet, sperrig zu sein.«

-          FAZ 15.10.2011, Wiebke Porombka

»Wie ja auch das neue Ein-Mann-Unternehmen Matthes & Seitz Berlin die Courage hat, ein profiliertes Programm aufzutischen, europäische Geistes- und Zeitgeschichte, Béla Hamvas, Georges Bataille, Rahel Varnhagen, Jonathan Bloch -, und der verblüffend junge neue Verleger Andreas Rötzer ist als Philosoph frisch promoviert, als riete nicht jedes Handbuch, ein besser verwertbares Ausbildungsdesign auszuwählen.«

-          Die Zeit 19.08.2004, Elisabeth von Thadden

»Der Verlag Matthes & Seitz Berlin knüpft mit seiner Taschenbuchreihe ›Fröhliche Wissenschaft‹ an eine weitgehend vernachlässigte Tradition der intellektuellen Kultur an: die Debatte, die durch essayistische Akzente in ihrem Diskurs stimuliert wird.«

-          Ikonen, Winter 2010/11 Marcus Stiglegger