Aktuelles

  • Marie Luise Scherer, 1938 – 2022
    24.12.2022

    Marie Luise Scherer, 1938 – 2022

    Am 17. Dezember ist Marie-Luise Scherer im Alter von 84 Jahren verstorben.

    Scherer schrieb mehr als 20 Jahre für den SPIEGEL und verfasste vornehmlich Reportagen, die sich besonders durch ihre Präzision und literarische Qualität auszeichneten. Für ihre Arbeit wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet – unter anderem mit dem Ludwig-Börne-Preis, dem Italo-Svevo-Preis oder dem Heinrich-Mann-Preis. Einige ihrer Texte erschienen nach Erstveröffentlichung in Buchform, 2004 etwa »Der Akkordeonspieler«, eine literarische Reportage über einen in der Berliner U-Bahn spielenden Musikers aus der Ukraine in der »Anderen Bibliothek« (2017 bei Matthes & Seitz Berlin). 2013 folgten ihr Bericht über das Schicksal eines nach dem Mauerfall vom Dienst befreiten DDR-Grenzhundes unter dem Titel »Die Hundegrenze« oder »Die Bestie von Paris«, eine Sammlung ihrer legendären Paris-Reportagen.

    Wie kaum eine andere Autorin vermochte Marie-Luise Scherer ihren Texten eine Eleganz, Präzision und Schonungslosigkeit zu verleihen die ihresgleichen suchen – wir trauern um eine große Schriftstellerin.

  • Im Widerspruch und gleichranging
    22.12.2022

    Im Widerspruch und gleichranging

    Vier Fragen an Can Xue

    von Annette Hug

    Wie weit ist Peking von Zürich entfernt und von Frankfurt? Um die Frage zu beantworten, müsste zuerst geklärt sein, ob Distanz als materielle Kategorie verstanden wird – als geographische Entfernung, in Kilometern gemessen – oder als geistige Dimension, vielleicht sogar als Maß der Verwerfungen zwischen politischen Gebilden. Die Pandemie hat alle drei Dimensionen beeinflusst. In der Zeit, in der dieser Text entsteht, fällt die russische Armee in die Ukraine ein. Fern ist ferner geworden, die Grenzen zu China bleiben fast undurchdringlich. Der Ton der globalen Diplomatie wird schärfer. Was hier folgt, ist also kein Gespräch im eigentlichen Sinn. Weil Reisen und Sich-Begegnen nicht möglich sind, müssen schriftliche Nachrichten genügen. Das mindeste, was wir dabei tun können, ist dem geschriebenen Wort mehr Beachtung schenken – also die Zeichen, die hin und hergehen, langsamer und genauer lesen. 

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  • Stefan Schütz, 1944-2022
    16.12.2022

    Stefan Schütz, 1944-2022

    Wir trauern um unseren einzigartigen Autor Stefan Schütz, der im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Schütz wurde 1944 im litauischen Memel (heute Klaipėda) geboren und arbeitete nach der Ausbildung an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (Ost) zunächst als Schauspieler, bis er ab 1968 als Dramaturg und Schriftsteller tätig wurde.

    Vor allem in den 1970er und 80er Jahren machte er sich dann als Dramaturg und Autor einen Namen: 1986 erschien sein monumentaler Roman »Medusa« im Rowohlt Verlag, 2016 seine kraftvolle und berührende Auseinandersetzung mit der Demenzerkrankung seiner Frau unter dem Titel »Unser Leben« bei Matthes & Seitz Berlin. Sein letzter Roman »Beelzebub« erschien 2018.

    Schütz' umfassendes Werk besteht aus zahlreichen weiteren erfolgreichen Theaterstücken und Prosa, die u. a. mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis und dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet wurden.

  • Solvej Balle erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates 2022
    08.12.2022

    Solvej Balle erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates 2022

    Wir gratulieren Solvej Balle zum Literaturpreis des Nordischen Rates 2022

    Ausgezeichnet wird Balle für die ersten drei, des auf sieben Bände angelegten Romanprojekts »Om udregning af rumfang (»Über die Berechnung des Rauminhalts«). Sie liefere damit »ein hochaktuelles Meisterwerk seiner Zeit. […] Das Werk ist Solvej Balles großes Comeback, nicht nur in der dänischen und skandinavischen Belletristik, sondern in der europäischen Literatur im Allgemeinen«, so die Jury in ihrer Begründung.

    Der Literaturpreis des Nordischen Rates wird seit 1962 vergeben und zeichnet je ein belletristisches Werk aus, das in einer der skandinavischen Sprachen verfasst wurde. Der Preis soll das Interesse an Literatur und Sprache der Nachbarländer und an der skandinavischen Kulturgemeinschaft als ganzer wecken. Der Preis ist mit 300.000 DKK dotiert.

    Der erste Band des Romanzyklus »Über die Berechnung des Rauminhalts I« erscheint im Februar 2023 aus dem Dänischen übersetzt von Peter Urban-Halle.

    Copyright: Sarah Hartvigsen Juncker

  • Frühjahresvorschauen 2023
    07.12.2022

    Frühjahresvorschauen 2023

    Unsere Vorschauen auf das Frühjahresprogramm 2023 sind da!

    Alle Neuerscheinungen sowie lieferbaren Titel können Sie der jeweiligen Vorschau entnehmen: Literatur, Sachbuch, Naturkunden, Friedenauer Presse, August Verlag sowie Rohstoff.

    Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Erkunden!

  • Shortlist »Wissenschaftsbuch des Jahres« 2023
    17.11.2022

    Shortlist »Wissenschaftsbuch des Jahres« 2023

    Richard O. Prum »Die Evolution der Schönheit« und Daniel Strassberg »Spektakuläre Maschinen« sind für das »Wissenschaftsbuch des Jahres« 2023 nominiert.

    Die Auszeichnung »Wissenschaftsbuch des Jahres« wird jährlich durch das Österreichische Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Kooperation mit dem Magazin Buchkultur an Autor*innen verliehen, deren Bücher wissenschaftliche Themen für ein breites Publikum aufbereiten.

    Die Wahl zu den besten Wissenschaftsbüchern erfolgt in einem mehrstufigen Prozess. Eine Fachjury wählt in den vier Kategorien Naturwissenschaft und Technik, Medizin und Biologie, Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie Junior-Wissensbücher jeweils die fünf Bücher der Shortlist aus. Über die Gewinner*innen entscheidet das Publikum. Abgestimmt werden kann bis zum 9. Januar online, außerdem in Österreich in zahlreichen Buchhandlungen und Bibliotheken. In jeder der vier Kategorien können dabei die persönlichen Favoriten gewählt werden.

    Für Richard O. Prums »Die Evolution der Schönheit« kann in der Kategorie Medizin und Biologie gestimmt werden, Daniel Strassbergs »Spektakuläre Maschinen« findet sich in der Kategorie Naturwissenschaft und Technik.

    Zur Abstimmung geht es hier

  • Thomas Stangl wird mit dem Bremer Literaturpreis 2023 ausgezeichnet
    08.11.2022

    Thomas Stangl wird mit dem Bremer Literaturpreis 2023 ausgezeichnet

    Für seinen neuen Roman »Quecksilberlicht« erhält Thomas Stangl den Bremer Literaturpreis 2023.

    In der Begründung der Jury heißt es, Thomas Stangl stelle mit »nicht nachlassender Sprach- und Imaginationskraft […] die Frage nach der Macht der Sprache und der Sprache der Macht«.

    Der mit 25.000 € dotierte Bremer Literaturpreis wurde erstmals 1954 vergeben und wird seit 1977 durch einen Förderpreis ergänzt. Letzterer geht in diesem Jahr an Martin Kordić.

    Die Preisverleihung findet am 23. Januar 2023 im Bremer Rathaus statt.

    Wir gratulieren herzlich!

     

    Copyright: Privat

  • Yevgenia Belorusets erhält den Horst Bingel-Preis für Literatur 2022
    08.11.2022

    Yevgenia Belorusets erhält den Horst Bingel-Preis für Literatur 2022

    Wir gratulieren Yevgenia Belorusets zum Horst Bingel-Preis für Literatur 2022

    Yevgenia Belorusets »verbindet in ihrem Werk die Fotografie alltäglicher Szenen mit sehr persönlichen Texten. In ihrem Tagebuch »Anfang des Krieges. Tagebücher aus Kyjiw« verknüpft sie beide Kunstformen und offenbart damit die Erfahrung einer Katastrophe, die uns die Sprache verschlug«, so die Jury in ihrer Begründung.

    Der Horst Bingel-Preis für Literatur wird alle zwei Jahre von der Horst Bingel-Stiftung für Literatur e. V. vergeben und ist mit insgesamt 12.000 € dotiert, die zu gleichen Teilen an die Preisträger*innen vergeben werden. Mit dem Preis sollen Arbeiten in der »Kleinen Form« gewürdigt werden, deren literarische Qualität mit gesellschaftlichem Engagement einhergeht.

    Neben Yevgenia Belorusets werden in diesem Jahr Ali Abdollahi und Ronya Othman ausgezeichnet.

    Die Preisverleihung findet am Samstag, den 12. November 2022 in Frankfurt am Main statt.

    Copyright: Olga Tsybulska

  • Heute ist der internationale Tag der Übersetzer*innen
    30.09.2022

    Heute ist der internationale Tag der Übersetzer*innen

    Matthes & Seitz Berlin sagt Danke für die großartige Arbeit, die unsere Übersetzer*innen leisten. Heute am Internationalen Übersetzer*innentag wollen wir ihre Leistungen feiern.

    Übersetzer*innen ermöglichen es uns, in Text- und Sprachwelten einzutauchen, deren Zugang uns sonst verwehrt bliebe.

    Neuübersetzungen von Klassikern bringen Leser*innen dazu, sich neu mit den Texten auseinanderzusetzen, um neue Verständnisansätze und Denkanstöße zu schaffen. Auch in Zeiten digitaler und sozialer Medien bleibt die Sprache unser Hauptkommunikationsmittel. Verständigung und Austausch untereinander, miteinander und besonders über Ländergrenzen hinweg, ist und bleibt wichtig – das zeigt sich immer wieder aufs Neue! Übersetzer*innen bilden dabei die Brücken, die wir brauchen.

  • Marie Luise Knott gewinnt mit »370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive« den Tractatus 2022
    07.09.2022

    Marie Luise Knott gewinnt mit »370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive« den Tractatus 2022

    Wir gratulieren Marie Luise Knott zum Tractatus Preis für philosophische Essayistik 2022. Zentrale Kriterien für die Vergabe des Tractatus sind die Originalität des Denkansatzes, eine gelungene sprachliche Gestaltung und die Relevanz des Themas. Marie Luise Knott konnte mit ihrem Buch »370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison« überzeugen, das sich trotz seines historischen Themas insbesondere durch hohe Relevanz und Aktualität auszeichnet:

    »Wer sich heute vertieft mit Hannah Arendt auseinandersetzen will, kommt nicht umhin, bei aller Bewunderung für die politische Denkerin zuzugestehen, dass sie nach ihrer Emigration in die USA dem amerikanischen Rassismus gegenüber seltsam blind zu bleiben schien. Ihr Essay ›Reflections on Little Rock‹ sorgte bereits bei seinem Erscheinen 1959 für tiefe Irritation, weil Arendt mit Blick auf die Frage, wie die Segregation an öffentlichen Schulen zu beheben sei, Kritik an der Bürgerrechtsbewegung übte.« erläutert die Jury.
    Arendt tat die Einwände damals ab, doch 1965 schrieb sie dem afroamerikanischen Schriftsteller Ralph Waldo Ellison einen Brief, der Fragen aufwirft. Diesen Brief nimmt Marie Luise Knott zum Ausgangspunkt:

    »Indem sie Arendts Denkwelten mit jenen des afroamerikanischen Schriftstellers Ralph Ellison konterkariert, wirft sie nicht nur neue Sichtweisen auf jüdische und afroamerikanische Erfahrungen im 20. Jahrhundert, sondern auch auf brandaktuelle Debatten um Rassismus und Identitätspolitik.« - so die Begründung der Jury.

    Die Verleihung des Tractatus 2022 erfolgt am Freitag, den 23. September 2022 im Rahmen des Philosophicum Lech.

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