Gespräch

»Stimmen der Freiheit« Yassin Al-Haj Saleh u.a. im Gespräch über Flucht und politsches Exil und die Bedeutung der Literatur im Akt des Widerstands

Mittwoch, 22.04.2026, 18:00 Uhr, Lyrik Kabinett, München

Wie verändern Verfolgung, Haft und Folter das eigene Denken, die eigene Sprache? Und wie lässt sich im Exil eine neue Öffentlichkeit finden?

Sechs Jahre saß die eritreische Journalistin und Dichterin Yirgalem Fisseha Mebrahtu im Militärgefängnis Mai Serwa, ohne Anklage, ohne Prozess. 2018 konnte sie aus Eritrea fliehen, mittlerweile lebt sie in München. In ihren Gedichten legt sie Zeugnis ab von ihrem Kampf um Freiheit und Worte, 2023 erhielt sie den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur.

Der syrische Autor, Essayist und Mediziner Yassin Al-Haj Saleh wurde 1980 festgenommen, war 16 Jahre lang inhaftiert – unter anderem im berüchtigten Gefängnis von Tadmur. In seinen brillanten Essays (u. a. »Hannah Arendt in Syrien«, Matthes & Seitz) untersucht er mit bestechender Klarheit alle Aspekte des Bösen – ausgehend von der eigenen Biografie.

2021 wegen »Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung« angeklagt, konnte die türkisch-kurdische Dichterin Meral Şimşek im Juli 2022, zwei Tage vor einem Prozesstermin, nach Deutschland fliehen. Eigens für das Literaturfest 2026 hat sie Gedichte unter dem Titel »Songs of Freedom« vertont, die sie zusammen mit befreundeten Musikern und Musikerinnen zu Gehör bringen wird.

Drei Stimmen, drei Schicksale, ein Thema: Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Yassin Al-Haj Saleh und Meral Şimşek sprechen über Gefängnis, Flucht und politisches Exil. Sie zeigen, dass es lebensgefährlich sein kann, zu schreiben, und dass Literatur und Musik zugleich ein Akt des Widerstands sind.

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Ort

Lyrik Kabinett
Amalienstraße 83a
80799 München

Weitere Informationen

Eintritt: kostenpflichtig
Preis: N.N.
Moderation: Elke Schmitter
Deutsche Stimme: Seray Erbasi

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