»Alles muß man so machen, daß jeder, der es sieht, ausrufen kann, das kann ich auch.« – Ein Abend mit Klaus Theweleit

Donnerstag 19.11.2020, 18:00, online via ZOOM

Gespräch

Mit Männerphantasien hat Klaus Theweleit vor 40 Jahren eine historische Untersuchung zu Gewalt, Faschismus und Körperlichkeit vorgelegt, die bis heute ebenso relevant wie umstritten ist. Seit ihrem ersten Erscheinen mitten im sogenannten Deutschen Herbst hat dieses ursprünglich als wissenschaftliche Qualifikationsarbeit geplante Buch eine breite Rezeption erfahren. Dies nicht allein auf Grund von Theweleits durch die Männerforschung angeregte Faschismusanalyse, sondern auch auf Grund der im Buch veranstalteten ›Materialschlachten‹ und den damit verbundenen Geschichten über Theweleits Arbeitsweise, die er selbst ausführlich dokumentierte und kommentierte. Zuletzt hat auch die um ein aktuelles Nachwort ergänzte Neuausgabe aus dem vergangenen Jahr eine Diskussion um geschichtswissenschaftliche Dokumentationsformen und Darstellungsformen ausgelöst. Auch sein neustes Buch Warum Cortés wirklich siegte, in der er sich der Körper- und Technologiegeschichte des spanischen Kolonialismus widmet, hat bereits zu engagierten Debatten geführt.

Bei der Veranstaltung soll es insbesondere auch um Klaus Theweleits Werdegang als Autor und Leser, als Sammler und Fan und um seine Schreibpraktiken und Forschungsstrategien gehen. Anhand ausgewählter Fundstücke wird er nach seinen Recherchepraktiken und Lektüreweisen befragt sowie danach, wie politische Schreibarbeit und wissenschaftliche Prosa aktuell aussehen können (und sollten).

Moderation: Hanna Engelmeier und Stefan Höhne
Anmeldung beim Veranstalter erforderlich.

Eine Kooperation des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) und des DFG-Graduiertenkollegs 2132 „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ der Ruhr Universität Bochum.

Ort

online via ZOOM