Lesung und Gespräch

Das bestmögliche aller Gespräche mit Gerhard Poppenberg und Guillaume Paoli

Donnerstag, 11.09.2025, 19:00 Uhr, Verlagsräume Matthes & Seitz Berlin, Berlin

Optimismus, so sagt man gern etwas forsch, ist nur ein Mangel an Informationen – nämlich über den in Wirklichkeit erbärmlichen Zustand der Welt. Berücksichtigt man allerdings einen anderen Kalauer, stimmt das vielleicht gar nicht. Ihm zufolge sieht der Optimist die Flasche halb voll, der Pessimist dagegen halb leer. Offenkundig ist die Information über den Inhalt der Flasche für beide dieselbe; es ist also eine Frage der jeweiligen Einstellung oder Deutung, sie als »schon halb leer« oder als »noch halb voll« zu sehen.

Der Philosoph Guillaume Paoli verfolgt die Idee des Optimismus zurück bis ins 18. Jahrhundert und zur »Theodizee« von Leibniz. Er findet keine der beiden Positionen lebensklug. Der Optimist glaubt, die Welt sei doch optimal und hofft, es werde schon alles irgendwie gut gehen, der Pessimist behauptet, sie könne schlimmer nicht sein und fürchtet, es sei ohnehin nichts zu machen. Beide Einstellungen lähmen eine aktive Haltung zur Welt. Deshalb will Paoli diese Opposition aufheben. Der Gegner des Optimisten ist nicht der Pessimist, sondern der Utopist, der die Welt verbessern will.

Die Frage ist allerdings, wie das zu bewerkstelligen sein soll. Darüber wird Paoli mit dem Philologen Gerhard Poppenberg diskutieren, der sich selbst als unverbesserlichen Leibnizianer, also als Optimisten charakterisiert und findet, die Ablehnung des Optimismus gründe in einem Mangel an Informationen – nämlich über die Wahrheit einer optimistischen Weltdeutung.

Ort

Verlagsräume Matthes & Seitz Berlin
Großbeerenstr. 57A
10965 Berlin

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Eintritt: frei

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