dediKa2019 Giorgio Agamben

12.06.2019 - 18.06.2019, Berlin

Die Kultur eines Landes lebt von den Menschen, die dessen Traditionen zu erneuern und weiterzutragen wissen. Solche Menschen sind Knotenpunkte kollektiver Erfahrungen und sensible Beobachter ihrer Zeit; sie verweisen auf prägnante Landschaften, historische Konstellationen, Wechselbeziehungen zu anderen Kulturen. Mit dem Projekt DediKa (aus dem Italienischen dedica, „Widmung“) ehrt das Italienische Kulturinstitut Berlin jedes Jahr eine herausragende Persönlichkeit der Künste und der Wissenschaften im heutigen Italien. Ihr Werk soll in unterschiedlichen Formaten und Ausdrucksformen (Gespräche, Lesungen, Film- und Theateraufführungen, Ausstellungen, Konzerte) in einem möglichst breiten Spektrum präsentiert werden.

2019 ist DediKa Giorgio Agamben zugedacht, einem Meister unserer Zeit, dessen umfangreiches philosophisches Werk eine Wende für die Interpretation der Moderne darstellt und unerwartete Denkhorizonte eröffnet.

Es wird im Rahmen der #DediKA 2019 wird es mehrere Veranstaltungen geben. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

Der Eintritt ist frei.

GIORGIO AGAMBEN, geboren 1942 in Rom, ist ein international renommierter italienischer Philosoph, dessen Werk in zahlreiche Sprachen übersetzt ist und weltweit diskutiert wird. Seine Forschungen und Arbeiten zu Begriffen wie Ausnahmezustand, Lebens-Form, Homo sacer oder Biopolitik führten in der politischen Gegenwartsphilosophie zu einer Wende. Sein Studium in Rechtsphilosophie beendete Agamben mit einer Arbeit über Simone Weil. In den sechziger Jahren frequentierte er in der italienischen Hauptstadt die Kreise um Elsa Morante, Pier Paolo Pasolini und Natalia Ginzburg und ebenso um Ennio Flaiano, Giorgio Bassani und Francesco Rosi. Er kannte Ingeborg Bachmann und war mit Giorgio Caproni und José Bergamín befreundet. 1966 und 1968 nahm er an zwei Seminaren Martin Heideggers über Heraklit und Hegel in Le Thor statt, die auf Einladung des französischen Dichters René Char zustande kamen. In den siebziger Jahren war er Fellow am The Warburg Institut in London und lebte anschließend in Paris, wo er von 1986 bis 1993 das Collège international de philosophie leitete. Für Einaudi gibt er in diesen Jahren eine Ausgabe von Benjamin heraus, einem für seine eigene Arbeit wichtigen Autor, und entdeckt 1981 im Nachlass von Battaille in der Bibliothèque nationale de France ein verschollen geglaubtes Konvolut von Schriften Benjamins, welche für dessen weitere Rezeption maßgeblich sind. Ein für Agamben weiterer wichtiger Denker ist Foucault, insbesondere dessen spätere Philosophie. Giorgio Agamben lehrte an den Universitäten von Macerata, Verona und Venedig sowie in den USA, Schweiz und Deutschland. Seine Arbeiten reichen von Themen wie Stimme, Sprache und Schrift über Dichtung, Literatur und Kunst bis zu Theologie, Metaphysik und schließlich Gesellschaft, Politik und Recht. Sein Hauptwerk HOMO SACER entstand in den Jahren von 1995 bis 2014 und umfasst neun Bände. 2018 ist beim italienischen Verlag Quodlibet eine alle Teile umfassende, vom Autor betreute Gesamtausgabe erschienen (zuvor eine Ausgabe 2016 auf Französisch und 2017 auf Englisch). Agamben wurde 2013 mit dem Dr.-Leopold-Lucas-Preis der Universität Tübingen und 2018 mit dem Premio Nonino „Maestro del nostro tempo“ ausgezeichnet.

Ort

Berlin

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