Albert Einstein (1879–1955) gilt vielen als Inbegriff rationalen Denkens – ein Genie, das die Welt mit seinen Gedanken neu vermessen hat. Und doch steckt hinter dem weltberühmten Physiker weit mehr als eine physikalische Theorie: Einstein dachte intensiv über Staunen, Wunder und die Grenzen menschlicher Erkenntnis nach. Seine Spiritualität war dabei selten religiös im klassischen Sinne, sondern vielmehr eine Haltung und zugleich eine geistige Praxis, die sein Denken und Leben prägte.
Grundlegend arbeitete Einstein dialektisch, das heißt als eine Gedankenbewegung in Gegensätzen. Zwischen Zweifel und Vertrauen, Freiheit und Bindung, Analyse und Ehrfurcht formte er seinen philosophischen Standpunkt. Dieser war geprägt von der individuellen Freiheit des kritischen Denkens und zugleich verankert in einem leidenschaftlichen religiösen Glauben: dass sich durch gemeinschaftliche Arbeit im „Tempel der Wissenschaft“ die erstaunliche und erhabene Ordnung des Universums zumindest teilweise begreifen lässt.
Auch sein wissenschaftlicher Ehrgeiz stand in diesem größeren Horizont. Einsteins ultimatives Ziel, eine einheitliche Grundlage für die gesamte Physik zu schaffen, war eingebettet in ein lebenslanges metaphysisches Programm: die materialistische Welt begrifflich zu erfassen, ohne das Geheimnisvolle zu entzaubern. So erscheint Einstein nicht nur als ein Meister des Denkens, sondern auch als engagierter Lehrer einer Lebenskunst, die im Spannungsfeld der Gegensätze gedeiht und von Neugier, innerer Unabhängigkeit sowie dem Mut, in verbindenden Zusammenhängen zu fragen, getragen wird.
Tickets kosten im Vorverkauf 20,-€ bzw. 25,-€ an der Abendkasse (nach Platzverfügbarkeit).
