Esther Kinsky »Fremdsprechen«

24.09.2019 19:00, Abtei Neumünster, Luxembourg

In „Fremdsprechen“ schreibt Esther Kinsky in essayistisch leichter und anregender Weise über die Kunst des Übersetzens. Ausgehend von eigenen Erfahrungen beschreibt sie das Verhältnis zwischen Namen und Dingen und die Veränderungen, die sich im Prozess des Übersetzens in diesem Verhältnis vollziehen. Esther Kinsky fragt, was in dem Raum geschieht, der sich zwischen den beiden Namen in der Herkunfts- und Zielsprache auftut, während der Übersetzer die Bild- und Klangwelt des zu übersetzenden Textes „fremdspricht“. Somit geht sie einer Frage nach, die auch auf die besondere Sprachenvielfalt in Luxemburg übertragen werden kann.

Mit der „Fremde“ befasst sich Esther Kinsky auch in ihrem 2018 erschienen und mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichneten Roman „Hain“. Die Ich-Erzählerin unternimmt in Kinskys Geländeroman drei Reisen durch Italien. Diese führen sie jedoch nicht an die bekannten, im Kunstführer verzeichneten Orte, wie Rom, Florenz oder Siena, sondern in abseitige Landstriche und Gegenden. Esther Kinskys Streifzüge und Wanderungen – im Gedächtnis ebenso wie gehend oder fahrend in der Gegenwart – sind Italienische Reisen eigener Art. Sie erkunden mit allen Sinnen äußeres Terrain und führen doch ins Innere, zu Abbrüchen der Trauer und des Schmerzes und zu Inseln des Trostes. Esther Kinsky wird aus ihren Werken vorlesen und diese mit dem Literaturvermittler Jérôme Jaminet diskutieren.

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Ort

Abtei Neumünster
28 Rue Münster
2160 Luxembourg