Im Rahmen von »Das Land liest«: Lehren aus der Geschichte? Kontinuitäten und Brüche im literarischen Leben Niederösterreichs vor/nach 1945
Der Würdigungspreis für Literatur ist die höchste Auszeichnung, die das Land Niederösterreich seit 1960 für literarische Lebenswerke vergibt, daneben gibt es Förderpreise für den literarischen Nachwuchs. Zahlreiche bedeutende Autor:innen finden sich in der Liste der Ausgezeichneten, etwa Friederike Mayröcker, Robert Menasse, Robert Schindel, Marlene Streeruwitz oder Renate Welsh. Weniger bekannt sind die Anfangsjahre des Preises, die nun im Rahmen des Forschungsprojekts "Niederösterreichische Literaturpreisträger:innen vor/nach 1945" erstmals beleuchtet wurden. In den ersten zehn Jahren wurde die Auszeichnung mit wenigen Ausnahmen an Autor:innen vergeben, die zwischen 1938 und 1945 literarisch höchst aktiv waren, darunter Maria Grengg, Friedrich Sacher, Ernst Wurm u.v.m.
Zahlreiche im Nationalsozialismus wichtige Autor:innen kamen so zu erneuten Ehren und konnten sich dadurch wieder etablieren. Diese heute weitgehend vergessene Kontinuität aus dem Nationalsozialismus war die Grundlage des literarischen Betriebs im Niederösterreich der Nachkriegszeit. Wie kam es zu einer solchen Entwicklung und wie ist diese aus heutiger Sicht zu bewerten? Wann setzte in der Kulturpolitik eine aktive Auseinandersetzung mit dem Erbe der NS-Kulturpolitik ein? Ausgehend von den Ergebnissen des Forschungsprojektes sollen diese Fragen mit Forscher:innen und Literat:innen, die in jüngster Zeit mit diesem Preis ausgezeichnet wurden, diskutiert werden.
