Lesung und Gespräch

Karin Schneider liest aus »Tauben. Ein Portrait«

Mittwoch 23.11.2022, 19:30 Uhr, Frankfurter Bürgerstiftung, Frankfurt am Main

Im Rahmen der »Frankfurter Naturkunden«

Tauben haben einen schlechten Ruf. Dabei hatten sie einst die großen Göttinnen des Fruchtbaren Halbmonds begleitet. Im Christentum symbolisiert die Taube den Heiligen Geist. Doch in den Sechzigern nannte ein Verwalter der New Yorker Grünanlagen sie »rats with wings«, und Woody Allen griff diese üble Metapher 1980 in seinem Film »Stardust Memories« auf und machte sie damit populär. Ratten übertragen 80 bis 120 Krankheitskeime, Tauben nicht mehr als andere Vögel. Ihre Hinterlassenschaften beschädigten die Häuser der Menschen, sagt die Vergrämungsindustrie. Aber die TU Darmstadt hat herausgefunden: Ihr Kot ist mit einem pH-Wert von 6,5 neutral. Früher wurde er als organischer Dünger geschätzt und in iranischen Taubentürmen gesammelt. Heute wird das Füttern von Tauben in Frankfurt mit 200 Euro bestraft. Dabei sind die Felsentauben von uns Menschen zu dem gemacht worden, was sie heute sind: verlorengegangene, verwilderte Haustiere, leidende Kreaturen, die ihr Existenzminimum im Rinnstein suchen. Karin Schneider wird an diesem Abend aus ihrem faszinierenden Buch über »Tauben« (Matthes & Seitz) lesen. Danach wird Gudrun Stürmer aus dem praktischen Alltag ihres Frankfurter Stadttauben-Projekts berichten. Gemeinsam werden sie Vorurteile ausräumen, Aufklärungsarbeit leisten und eine Lanze brechen für das Image der Taube.

Ort

Frankfurter Bürgerstiftung
Justinianstraße 5
60322 Frankfurt am Main

Weitere Informationen

Eintritt: frei
Moderation: Gudrun Stürmer

zurück

Bücher