Im Rahmen der Lesereihe »dreimaldrei«
Welche Rollen konnten Nonnen früher in Gesellschaft und Kunst übernehmen, welche Möglichkeiten haben Frauen heute? Kann Rückzug ein Akt der Selbstbestimmung sein – oder ist er Kritik an gesellschaftlichen Zwängen? In ihrem Gebetsbuch MARIAMACHINA verknüpft die Lyrikerin und Performancekünstlerin Kinga Tóth traditionelle Gebete und die Stimmen heiliger Frauen vom Mittelalter bis heute mit den Erfahrungen moderner Frauen. Dabei treten Nonnen, Liebende, Kämpferinnen, Cyborgs und selbstkompostierte Frauen ins Gespräch, verschmelzen in einer vielstimmigen Collage aus liturgischen Fragmenten, Alltagsgegenständen, Ostblockhexenriten und neuen Sprachbildern Vergangenheit und Gegenwart. Was daraus entsteht, ist ein kollektives Gebet für Freiheit, Gleichgerechtigkeit und Care, eine radikal-poetische Anrufung sowohl des Menschen als auch des Mehr-als-Menschlichen.
Neben Kinga Tóth lesen an diesem Abend auch der Autor Fiston Mwanza Mujila und die Autorin Franziska Füchsl. Die Lesungen finden in familiärer Atmosphäre im Eferdinger Gastzimmer statt. Im Anschluss gibt es die Gelegenheit, bei Getränken und Grissini mit den Autorinnen und Autoren ins Gespräch zu kommen und sich deren Bücher signieren zu lassen.
