Lyrikline Hör-Lounge mit Frank Witzel

19.02.2019 19:30, Haus für Poesie

Welche Songs hat man gehört, als man das erste Mal Oskar Pastior las? Ulf Stolterfoht und Frank Witzel gehen mit Lyrikline durch die Jahrzehnte und ergründen die Tiefe und immer äußerst private Verbindung zwischen »lyrics« und »Lyrik«. War es Red Krayola oder vielleicht doch eher Throbbing Gristle? Lief die musikalische Sozialisation parallel zu der literarischen oder ging die Musik nicht schon immer der Dichtung voraus? Bleibt der jamaikanische Posaunist Don Drummond, der zu der Urbesetzung der Skatalites gehörte, für immer mit Marcel Beyer verbunden, weil dieser über ihn den Gedichtzyklus Don Cosmic schrieb? Oder denkt man an Drummond, wenn man auf Lyrikline den bisher einzigen dort vertretenen jamaikanischen Dichter Ishion Hutchinson anklickt? Möglicherweise sucht man auf Lyrikline nach dem Dichter Léonce W. Lupette, weil dieser gerade die Texte von Leonard Cohen übersetzt hat. Ein anderer hört Elvis Presley, weil Judith Zander einen Song von ihm in dem Motto zu ihrem Gedicht fooled. I know zitiert, oder man kauft eine CD von der Drone-Doom-Band Sunn O))), weil der Dichter Daniel Falb sich in seinen Texten über sie begeistert zeigt. Und war es nicht Monika Rinck, die irgendwo eine Zeile von The Magnetic Fields einfließen ließ? Bei Papenfuß denkt mancher Lyrikline-Besucher an Soft Machine oder The Melvins, bei dem Dichter Sjón natürlich an Björk, bei Orsolya Kalász vielleicht an Bartok oder die keltische Pentatonik des Ausnahmegitarristen Bert Jansch.

Ulf Stolterfoht und Frank Witzel erzählen an diesem Abend ihre lyrics/Lyrik-Geschichten, Heiko Strunk legt dazu Platten auf und spielt Gedichte ein.

Eintritt: 6.- / 4.- Euro

Ort

Haus für Poesie
Knaackstr. 97
10435
Berlin

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