Performance: M E N S T R U A L M E T A L u.a. mit Luise Meier

01.08.2019 20:30 - 02.08.2019, Heizhaus Uferstudios, Berlin

01.08. und 02.08.2019 Premiere mit Jule Flierl und Mars Dietz.

In MENSTRUAL METAL greift Choreographin und Performerin Jule Flierl das historische Format des Bewegungschores aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts auf. Der Bewegungschor MENSTRUAL METAL erweitert die historische Form dieses Chores um die Stimmen der Performerinnen und eignet sich musikalische und inhaltliche Strategien des Black Metal an, um ihre gewalttätige Ideologie durch eine feministische Haltung zu verdrehen und zu hinterfragen.

MENSTRUAL METAL ist die experimentelle Praxis eines Bewegungschores, der die obsessive Beschäftigung des Extreme Metals mit dem Tabu der Verflüssigungs-, Ausscheidungs-, Desintegrationserscheinungen der menschlichen sowie nichtmenschlichen Körper zum Ausgangspunkt nimmt. Sie erforscht, kritisiert, verfremdet und untersucht die Diskurse und Praktiken des Genres mit dem Ziel queerfeministische Spielräume zu erproben. Jule Flierls vorhergehende Arbeit an der Dissoziation und Desintegration von Stimme und Körper bildet dabei die Grundlage der kollektiven Erkundung der Widersprüche und strategischen Möglichkeiten in die sich die Behauptung des Genres "Menstrual Metal" verstrickt.

Entgegen bestehender Tendenzen im Black Metal, die sich auf Reinheit und Ursprung im rassischen, elitären, natürlichen oder kulturellen Sinne berufen, will MENSTRUAL METAL eine Strategie der Verunreinigung und Verunsicherung entwickeln, die Mythen wie dem Menstruationstabu, Blutrecht, Überfremdungsparanoia, Queerphobie, Misogynie und Eugenik den Boden entzieht. Der knurrende, brummende, seufzende, brüllende, kreischende, stöhnende, zeternde, fauchende Chor entfaltet eine ausufernde Choreografie, die sich hypnotisch wie eine Klangwelle im Raum ausbreitet und das Publikum in ein Feld von Bewegung und StimmTanz einsaugt.

Jule will die Geschichte des Tontanzes erzählen. Sie studierte zeitgenössischen Tanz am SEAD-SALZBURG und Choreografie bei EXERCE Montpellier, und arbeitete u.a. mit Bryan Campbell, Martin Nachbar, Ibrahim Quarishi, Gintersdorfer/Klaßen, Sergiu Matis, Tino Sehgal und Meg Stuart. In ihrer Lecture Performance I INTEND TO SING, reflektiert sie ihre Praxis und öffnet historische Bezüge zu früheren Vokaltänzerinnen. Ihre jüngste Arbeit STÖRLAUT tourte nach Brüssel, Paris, Wien, Leipzig, Valenciennes, Nantes und Berlin; und brachte ihr den Titel Hoffnungsträgerin 2018 vom „Tanz“ Magazin ein. Derzeit recherchiert sie zu den Nachwirkungen des Uranbergbaus in der DDR und zur Ästhetik der Black Metal Kultur.

Besetzung

Choreografie, Licht, Performance: Jule Flierl | Performance: Zoe Knights, Cathy Walsh, Liosha Kokhanov, Angela Muñoz | Sound: Mars Dietz | Dramaturgie, Text: Luise Meier | Kostüme: Lea Kieffer | Produktion: Alexandra Wellensiek

Bei uns erschien Luise Meiers Buch »MRX Machine«.

Eintritt frei
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Festivals AUSUFERN 2019

Ort

Heizhaus Uferstudios Berlin
Uferstr. 23
Badstr. 41a
13357 Berlin

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