Podium mit Benedicte Savoy beim »Literaturfest München«

17.11.2019 14:00, Literaturhaus München, Saal, München

Symposion Teil 3 mit Bénédicte Savoy, Fiston Mwanza Mujila und Stephan Lessenich Lassen sich die Beziehungen zwischen Europa und Afrika mithilfe von Provenienzforschung aktiv gestalten und verbessern? Eine französische Kunsthistorikerin, ein kongolesischer Literaturwissenschaftler und ein deutscher Soziologe im Gespräch. Dass der Westen seit Dekaden auf Kosten anderer, ärmerer Länder lebt, ist weithin bekannt – und bleibt doch Status quo. Zumindest in einem Bereich erfolgt aktuell ein Umdenken, ja, gerät sogar einiges in Bewegung: Moderiert von der Literaturprofessorin Ethel Matala di Mazza erörtert die Runde die globalen Auswirkungen von Provenienzforschung und die damit einhergehende Verantwortung. „Die Vergangenheit unserer Museen und die Zukunft Europas hängen zusammen“, sagt Bénédicte Savoy. Die französische Kunsthistorikerin leitet das Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne an der TU Berlin und berät Emmanuel Macron im Umgang mit afrikanischem Kulturgut. Die Debatte über die Rückgabe der Kunstwerke könne, so Savoy, als Anstoß für einen neuen Dialog zwischen Afrika und Europa dienen – und im besten Fall als erster Schritt hin zu einem neuen Verhältnis auf Augenhöhe. Ob das Thema die Menschen im Kongo umtreibt, oder sie sich dort mit ganz anderen Problemen befassen, weiß Fiston Mwanza Mujila. 1981 in Lubumbashi geboren, studierte er Literatur und Humanwissenschaft, lebte in Belgien, Deutschland und Frankreich. Seit einigen Jahren unterrichtet er an der Uni Graz afrikanische Literatur; für seinen Debütroman Tram 83 erhielt u. a. den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt 2017. Österreich sei sein zweites Zuhause, sagt Mujila: „Hier habe ich es geschafft, meine Erinnerungsorte aufzubauen.“ Stephan Lessenich, Professor für Soziologie an der LMU München, beschäftigt sich unter anderem mit Fragen sozialer Ungleichheit und Kapitalismustheorie. Nachdem er 2016 in Neben uns die Sintflut die Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft analysierte, zeigt er nun in Grenzen der Demokratie deren Auswirkungen in vielerlei Hinsicht auf – und entwirft Perspektiven für eine solidarische, inklusive und nachhaltige Demokratie.

Moderation: Ethel Matala di Mazza (Professorin für Neuere deutsche Literatur, Berlin)
Übersetzung: Michaela Gohmert
Sprachen: Französisch / Deutsch
Eintritt: € 10,- / ermäßigt € 8,-

Ort

Literaturhaus München, Saal
Salvatorplatz 1
80333 München